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Dassault Systèmes betritt mit IQMS also gerade in Europa kein Neuland. Die Integration in das eigene Portfolio ist allerdings eine wichtige strategische Entscheidung. Gian Paolo Bassi, CEO von Solidworks, hat angekündigt, IQMS als Delmiaworks in die neue 3D-Experience.works-Plattform einzubinden. Auf dieser Plattform will man nun Solidworks-Usern ebenfalls entsprechende Applikationen anbieten – darunter Simulia für die Simulation, Enovia für PLM und natürlich Solidworks für die Konstruktion. Für Nemmers ist das der richtige Schritt: „Die Plattform steht über allem. Bernard Charlès Vision, dass die Plattform alles antreibt, wird hier für den Mittelstand umgesetzt.“
Potenzial von 250.000 möglichen Kunden
Was erwartet sich Dassault Systèmes also von der IQMS-Übernahme? Uwe Burk, Country Manager Central Europe bei Solidworks, erklärte, dass zum einen auch die Reseller Bedarf nach einer standardisierten, MES-nahen ERP-Lösung für das Solidworks-Umfeld haben und das sofort in ihr Portfolio aufnehmen werden. Zum andern nutzen schon heute 60 % der bisherigen IQMS-Kunden auch Solidworks. Aus europäischer Sicht sei hinzugefügt, dass 98 % dieser Kunden aus den USA kommen, doch Solidworks sieht weltweit ein Potenzial von 250.000 Kunden, für die das Produkt interessant sein könnte. „Die Intention von IQMS ist es, die Grenzen wegzubekommen. Wir wollen den Herstellungs- und Produktentstehungsprozess von der Kundenanforderung bis hin zur Lieferung des Produkts auf eine Plattform bringen“, erklärt Burk das Interesse an IQMS. Auch für bisherige IQMS-Anwender – mehr als die Hälfte von ihnen sind Lohnfertiger – bieten sich Vorteile, wie Nemmers auf der Solidworks World 2019 berichtete. Die Fertigungsunternehmen können beispielsweise neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen, indem sie ihr Fertigungs-Knowhow und ihre Dienstleistungen einer großen Gemeinschaft von Konstrukteuren und Ingenieuren auf dem 3D-Experience-Marketplace von Dassault Systèmes zur Verfügung stellen.
3D-CAD-Software
Solidworks und die 3D-Experience-Plattform wachsen zusammen
Delmia umfasst alle fertigungsnahen Technologien
Delmia selbst ist ein „Brand“ von Dassault Systèmes, der fertigungsnahe Technologien umfasst: Darunter fallen neben MES und ERP auch CAM und Fabrikplanung. Delmiaworks beinhaltet nicht nur die fertigungsbezogenen Prozesse, auch wenn die im Kern integriert sind – IQMS war ursprünglich als MES gegründet worden. Es sind vielmehr auch ERP-Prozesse angegliedert (beispielsweise Auftragsmanagement, Supply Chain Management und Kostenmanagement). Wie Burk berichtet, lag bei der Übernahme der Fokus nicht alleine auf MES, und auch nicht nur auf der ERP-Lösung: Die Kombination war das entscheidende Kriterium. IQMS war bereits eine On-Premise-Lösung, Delmiaworks wird das auch sein. Da in den letzten Jahren viel daran gearbeitet wurde, die Funktionen auf Web-Apps zu portieren, ist laut Burk eine einfache Integration in die 3D-Experience.works-Plattform möglich. Die potenziellen Anwender sollen also nicht lange darauf warten müssen.
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