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ERP - MES - PLM

Grenzen zwischen Softwaresystemen verschwinden

| Autor: Stefanie Michel

Die Digitalisierung erfordert einen steten Datenfluss. Auch die Produktentwicklung muss sich etwa mit der Produktion austauschen. Deshalb baut Dassault seine Softwareplattform für Mittelständler aus.

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Der Integration einer MES/ERP-Lösung ist ein weiteres Puzzleteil, um die komplette Wertschöpfungskette im Unternehmen digital abzubilden.
Der Integration einer MES/ERP-Lösung ist ein weiteres Puzzleteil, um die komplette Wertschöpfungskette im Unternehmen digital abzubilden.
(Bild: ©bestdesigns - istockphoto.com)
  • Kunden erwarten heute von Softwareunternehmen standardisierte Lösungen, die ihre komplette Wertschöpfungskette abbilden können.
  • Um den Datenaustausch sicherzustellen, werden Plattformen mit Apps geschaffen, die unterschiedlichste Funktionen bereitstellen.
  • Dassault Systèmes bietet nun auch Solidworks-Nutzern eine solche Plattform an und integriert dort ein MES-nahes ERP-System, das auf den Mittelstand zugeschnitten ist.

Im Zuge der Digitalisierung vernetzen sich nicht nur Fertigungsstandorte und Maschinen; auch Softwaresysteme müssen zusammenwachsen, um einen Datenaustausch über alle Prozesse zu erlauben. Bereits 2014 zeigte eine Gartner-Umfrage unter PLM-Anwendern auf, dass sie Interesse hätten, auf MES-Daten zugreifen zu können. „Mit integrierten Systemen könnten sie die Markteinführung und Übergaben beschleunigen, die Qualität verbessern und die Feedback-Schleife zwischen Entwicklung und Produktion schließen“, erklärt Simon Jacobson, Gartner-Analyst für Supply-Chain-Forschung. Kann eine Losgröße nicht (komplett) gefertigt werden, muss ebenso eine Verbindung in die Software bestehen, die die Lieferung und Aufträge verwaltet – in das ERP. Das spiegelt den Plattformgedanken wider, den einige Softwarehersteller forcieren: auf einer gemeinsamen Basis zahlreiche Tools anbieten, die zusammenarbeiten und möglichst die komplette Wertschöpfungskette abbilden. Jeder dieser Hersteller legt etwas andere Schwerpunkte, doch alle versuchen, die noch vorhandenen Lücken durch Neuentwicklungen oder Zukauf zu füllen.

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Diesen Schritt ist Ende 2018 Dassault Systèmes gegangen, indem man das amerikanische ERP/MES-Softwareunternehmen IQMS für 425 Mio. US-Dollar übernommen hat. Diese Software soll zukünftig vor allem mittelständischen Unternehmen ein erschwingliches System für den Betriebsablauf liefern, das nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit, die Fertigungseffizienz und die geschäftliche Agilität verbessert. „Seit Jahren fokussieren wir uns darauf, den Erfolg unserer Kunden aus der Fertigungsindustrie zu maximieren. Hierzu liefern wir ein umfassendes ERP-System, das speziell für mittelständische Unternehmen entwickelt wurde“, sagt Gary Nemmers, CEO von IQMS.

ERP/MES-Integration in neue Softwareplattform

Für Dassault Systèmes bedeutet das eine Weiterentwicklung von der Konstruktion hin zu Geschäftsprozessen, die neue Anwender erschließen soll. Wie das Unternehmen auf der Solidworks World im Februar 2019 betonte, will man sich weiterhin auf die Konstruktion fokussieren und alles auch im Umfeld dazu bereitstellen – zusätzlich erweitert sich das Angebot auf Software für Geschäftsprozesse. Damit soll der Produktentstehungsprozess von der Kundenanforderung (Definition) bis hin zur Lieferung des Produkts vereinheitlicht und auf eine Plattform gebracht werden. Der Bedarf scheint da zu sein, denn Solidworks-Reseller wie DPS Software haben entsprechendes Know-how bereits aufgebaut und Software im Angebot. Bei DPS beispielsweise arbeiten schon etwa 100 Mitarbeiter im Bereich MES und ERP, weil das Unternehmen die ERP-Software RPS ins Vertriebsprogramm mit aufgenommen hat. Entwickelt vom spanischen Softwarehaus Ibermática – ebenfalls einem Solidworks-Reseller – bildet RPS das gesamte Wertschöpfungsnetz von Industrieunternehmen ab und ist als sehr MES-nahes System aufgebaut. Wie IQMS ist es vor allem auf mittelständische Unternehmen ausgerichtet.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt