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Absichtserklärungen allein reichen nicht
Wie lassen sich diese hehren Ziele erreichen? Mit Absichtserklärungen und Motivation allein ist es nicht getan. Es gilt, die Umsetzung von Strategien mit geeigneten Instrumenten systematisch und kontinuierlich zu organisieren. Und diese Instrumente können zum Teil auf mehr als 150 Jahre Geschichte verweisen: Bereits Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts begannen Whitney mit seinen „Interchangeable Parts“ und die Gilberts mit ihren Motivations- und Bewegungsstudien an der Optimierung von Arbeitsvorgängen zu forschen. Die Studien von Taylor bildeten die Grundlagen zur weiteren Optimierung industrieller Fertigung. Zwischen den Jahren 1950 und 2000 entstanden mindestens weitere 15 maßgebliche instrumentelle Ansätze, von denen hier beispielhaft nur Kaizen und Lean Sigma genannt werden sollen (siehe auch Kasten zu zentralen Opex-Instrumenten).
Die Ursprünge dieser Organisationswerkzeuge liegen sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis. Unabhängig vom Ursprung waren es maßgeblich Managementberatungen, die die neuen Erkenntnisse und Möglichkeiten systematisch verbreiteten und anwandten. Dies spiegelt sich auch in ihrer Tätigkeit wider. So zeigt die Lünendonk Studie „Führende Managementberatungsunternehmen in Deutschland 2015“, dass die Organisations- und Prozessberatung für rund 40 Prozent der Beratungsumsätze steht, während Strategieberatung mit knapp 24 Prozent auf Platz 2 rangiert.
Konzeptioneller Ansatz von Opex
Der konzeptionelle Ansatz von Opex verbindet bewährte und neue Prinzipien und Werkzeuge zu einem Gesamtsystem, das Unternehmen auf ihren jeweiligen Bedarf zuschneiden können. Ein einseitiger Fokus auf Technik, Geschwindigkeit oder Kosten kann somit vermieden werden. Operational Excellence stellt vielmehr den Mitarbeiter, die Unternehmenskultur und die kontinuierliche Bereitschaft, sich dem Wandel zu stellen, in den Mittelpunkt. Welches Opex-Instrument dabei zum Einsatz kommt, wird angesichts der spezifischen Situation im Gesamtkontext entschieden. So unterschiedlich die einzelnen Opex-Ansätze auch sein mögen, im Mittelpunkt steht immer die Gesamtperformance des Unternehmens. Von der erfolgreichen Umsetzung der Strategie über die Gestaltung exzellenter Prozesse, die ständige und zielgerichtete Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter bis hin zum Tracking und Monitoring aller Maßnahmen reicht das Konzept.
Insbesondere, was die Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter betrifft, ist Opex heute nicht mehr nur ein Beratungs- und Projektthema. Kontinuierliche Operational Excellence bedeutet kontinuierliches Training. Aus diesem Grund hat sich das Bildungs- und Trainingsangebot für Opex stetig erweitert und erhöht. Das Heranführen neuer Mitarbeiter an bewährte Methoden spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Einführung neuer Instrumente. Trainings sorgen dafür, dass gute Konzepte und Ansätze auch tatsächlich, wie bei einer Sportmannschaft, immer wieder geübt und übernommen werden.
Der Erfolg der Anstrengungen
Der Einsatz von Opex in der Praxis zeigt Wirkung: Betriebskosten lassen sich im zweistelligen Prozentbereich senken, die Mitarbeiterproduktivität steigt nicht selten um mehr als zehn Prozent und die Gewinnspannen in analysierten Unternehmen konnten ebenfalls um bis zu sieben Prozent erhöht werden. Auch in den Durchlaufzeiten (Reduzierung um bis zu 50 Prozent) sowie bei der Reduktion von Kundenreklamationen (um bis zu 40 Prozent) zeigt das System Wirkung. Besonders erfreulich für die Unternehmer: diese Wirkungen traten in der Regel schon nach sechs bis zwölf Monaten ein. Das heißt jedoch nicht, dass Operational Excellence der Instrumentekasten für kurzfristiges Verbesserungsmanagement ist. Seine volle Wirkung entfaltet dieses fundierte Leadership-Programm erst bei langfristigem Einsatz und kontinuierlicher Arbeit.
Dies belegen auch die Erfolgsfaktoren für Operational Excellence: überzeugte Unternehmensleitung, beste Projektleiter, engagierte Mitarbeiter, klare Verantwortlichkeiten, ambitionierte Vision, ganzheitlicher Ansatz, transparente Ziele, Priorisierung, messbare und überschaubare Schritte, konsequente Einhaltung der Ziele, Investitionen in Weiterbildung – und Geduld! Wie heißt es doch so richtig: Wenn Du es eilig hast, nimm Dir Zeit!
Opex-Seminar für den produzierenden Mittelstand
Zum Abschluss noch ein Tipp: Das Seminar „Operational Excellence im produzierenden Mittelstand" führt in die Welt von Lean Management, Six Sigma und Supply Chain Management ein. In vier Modulen begleitet Trainer Thomas Niggemeier die Teilnehmer bei dem komplexen Thema.ehr Informationen und Anmeldung beim Anbieter Trainings Manufaktur. M
MM
* Der Autor ist Senior Advisor und Gründer der Lünendonk GmbH, Gesellschaft für Information und Kommunikation in Mindelheim.
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