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Nur störende Stoffe müssen von Oberflächen entfernt werden
Das Ziel eines Reinigungsprozesses vor der Beschichtung ist es, eine beschichtungsfähige Oberfläche zu erhalten. Dies bedeutet, dass auf dieser Oberfläche nur Verbindungen und Stoffe gebunden sind, die den Beschichtungsprozess nicht stören. Dabei handelt es sich um Verbindungen, die zum Beispiel während der ersten Prozessschritte innerhalb der Beschichtungsanlage verdampfen, wie ein sehr dünner Film von temporärem Korrosionsschutz.
Grundsätzlich betrachtet, ist die industrielle Teilereinigung nichts anderes als der Austausch unerwünschter Verbindungen gegen erwünschte Verbindungen. Dazu muss Energie aufgewendet werden. Dieser Energieaufwand muss größer sein als die Bindungsenergie der unerwünschten Verbindung zur Bauteiloberfläche.
Im Allgemeinen wird zwischen wässriger Reinigung und Lösemittelreinigung unterschieden. Diese Bezeichnung ist chemisch gesehen nicht stimmig: Wasser ist auch ein Lösemittel. Die Unterscheidung ist dadurch begründet, dass bei der wässrigen Reinigung ein Reinigungsmittel mit einer bestimmten Konzentration zu dem Lösemittel Wasser hinzu gegeben wird. Bei der Lösemittelreinigung hingegen wird ein Lösemittel näherungsweise in Reinform verwendet. Zumeist werden Kohlenwasserstoffe (zum Beispiel auch chlorierte Verbindungen) oder Alkohole eingesetzt.
Bauteilreinigung erfordert der Verunreinigung chemisch ähnliche Lösemittel
Der Reinigungswirkung liegt die gleichartige Polarität der Verunreinigung und des Reinigungsmediums zugrunde („Ähnliches löst ähnliches“). In unpolaren Lösemitteln wie Kohlenwasserstoffen werden ausschließlich ebenso unpolare Verunreinigungen, beispielsweise Öle, gelöst und damit von der Bauteiloberfläche entfernt. Nur diejenigen Partikel, die zuvor im Ölfilm gelöst waren, können hierbei mit entfernt werden. Sobald aber die Partikel oder auch polare Stoffe, zum Beispiel Salze, direkt an der Oberfläche gebunden sind, können diese nicht durch unpolare Lösemittel aufgelöst werden. Somit können methodisch bedingt Rückstände auf der Oberfläche verbleiben. Dadurch ergibt sich für einen Beschichter eine begrenzte Anwendungsmöglichkeit dieser Reinigungsmethode. Sie kann nur bei ausschließlich unpolaren Verunreinigungen angewandt werden.
Allerdings trifft dieser Fall nur sehr selten ein. Viel häufiger ist eine Mischung von unpolaren und polaren, von filmischen und partikulären Verunreinigungen. Dieser Vielfältigkeit der Verunreinigungen kann nur eine ebenso vielfältige Reinigungsmethode entgegen treten: Die wässrige Reinigung.
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