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Transport zum Beschichten birgt Fehlerquellen
Folgende Beispiele zeigen, welchen Einfluss die Prozessführung beziehungsweise einzelne Prozessschritte darauf haben, ob die Reinigung vor der Beschichtung erfolgreich sein kann: Aufgrund der räumlichen Trennung zwischen dem Ort des mechanischen Fertigungsprozesses und dem Standort des Beschichters müssen die Bauteile zum Beschichter transportiert werden. Dieser Transport ist Teil des Gesamtprozesses. Es muss sowohl bei der Wahl der Transportverpackung als auch die Auswahl einer, bei korrosionsempfindlichen Werkstoffen, geeigneten Konservierung Augenmerk geschenkt werden.
Bei dem hier vorgestellten Beispiel handelt es sich um ein weichbearbeitetes zylindrisches Bauteil, welches in einem Tiefziehblister aus PET (Polyethylentetraphthalat) verpackt zum Beschichter transportiert wird. Durch die geringe Härte des Werkstoffs und durch die Bewegung der Bauteile innerhalb des Blisters während des Transports, kommt es zu umlaufenden Schleifspuren auf der Oberfläche (Bild 3).
Kunststoffpartikel aus der Transportverpackung nicht mit wässriger Teilereinigung zu entfernen
Diese Schleifspuren erschweren das Erkennen des zweiten Problems dieser Verpackung: Die Tiefziehblister werden als Mehrwegpackungen verwendet. Bei einer Station des Transport-Kreislaufs kommt es zu einer Kontamination mit einem aromatenhaltigen Öl. Da PET gegenüber aromatischen Kohlenwasserstoffen nur bedingt beständig ist [4], kommt es im Laufe der Nutzung dieses Blisters zu einem chemischen Angriff des Kunststoffs.
Durch den chemischen Angriff des Öls auf den PET-Kunststoff kommt es zum Ablösen kleiner Kunststoffpartikel. Diese Kunststoffteilchen schmiegen sich regelrecht an die Bauteiloberfläche. Eine industrielle Teilereinigung, die auf wässrig-alkalischer Basis abläuft, ist aber nicht dafür ausgelegt, Kunststoffe aller Art zu entfernen. Der Kunststoff ist allen Hilfsstoffen dieser Reinigungsmethode gegenüber inert. In Bild 4 sind Kunststoffreste auf der Bauteiloberfläche gezeigt. Durch die Verwendung von Folieneinlagen in die Blister kann einerseits die mechanische Beschädigung der Bauteile vermieden werden. Andererseits kann so das Bauteil nicht mehr in direkten Kontakt zu dem durch Einwirkung der Ölverunreinigung geschädigten Kunststoffblisters kommen.
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