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Auch weniger komplexe Systeme können höhere Fähigkeiten entwickeln
Bislang ist die Annahme verbreitet, dass derartige emergente Eigenschaften, zu denen unter anderem die Kontrolle der Aufmerksamkeit und eben auch das Bewusstsein gehören, nur in komplexen Systemen möglich sind. „Unsere Forschung zeigt, dass auch weniger komplexe Systeme höhere Fähigkeiten entwickeln können“, sagt Malte Schilling, Forschungspartner von Holk Cruse.
Zu den Aspekten von Bewusstsein, die der Roboter entwickelt hat, zählen unter anderem Intentionen sowie die sogenannte globale Zugänglichkeit. Intentionen bezeichnen Zustände, bei denen das ganze Verhalten einem Ziel – beispielsweise der Futtersuche – untergeordnet ist. Mit globaler Zugänglichkeit ist gemeint, dass Gedächtniselemente zugänglich sind, auch wenn gerade etwas anderes gemacht wird. Beispielsweise ist jemand der läuft, trotzdem in der Lage nachzudenken und nebenbei noch etwas anderes zu machen.
„Diese und weitere Aspekte von Bewusstsein, die wir bei Hector finden konnten, sind sozusagen Abfallprodukte der eigentlichen Forschungsarbeit – allerdings sehr interessante“, sagt Cruse. „Sie zeigen, dass wichtige Eigenschaften des Bewusstseins auch bei sehr kleinen Gehirnen, und eben auch in künstlichen Systemen, vorkommen können“, sagt Cruse.
EMICAB erforscht intelligente Bewegungssteuerung in Insekten und Robotern
Die Forschung der Bielefelder Wissenschaftler ist Teil des EU-Forschungsprojekts EMICAB (Embodied Motion Intelligence for Cognitive Autonomous Robots), das die intelligente Bewegungssteuerung in Insekten und Robotern zum Gegenstand hat. Insgesamt gibt es fünf Teilprojekte, zwei in Bielefeld und jeweils eins an den Universitäten in Sønderborg (Dänemark), Catania (Italien) und Mainz.
Das Projekt wird im Rahmen des siebten EU-Forschungsrahmenprogramms gefördert. Während der dreijährigen Förderperiode stehen insgesamt mehr als 1,5 MIo. Euro zur Verfügung, davon ein Drittel für die Forschung an der Universität Bielefeld
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