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Stahlrohre

Herstellern von Stahlrohren droht Wachstumsdelle

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Stahlrohrbranche wächst vor allem außerhalb von Westeuropa

Nach Angaben der Salzgitter AG war 2014 von einem steigenden Energiebedarf der BRIC-Staaten, dem Ausbau der USA zum Selbstversorger bei Öl und Gas und einer gleichzeitig rückläufigen Energienachfrage der Industrienationen geprägt. Diese Entwicklungen führten dazu, dass sich die Wachstumsmöglichkeiten für die Rohrbranche in Regionen außerhalb Westeuropas verlagerten. Dabei hat sich, auch weil der Stahlrohrmarkt 2014 von Überkapazitäten geprägt war, in einigen Märkten die Intensität des Wettbewerbs erheblich verstärkt.

In ihrem Geschäftsbericht 2014 differenziert Salzgitter die weltweite Produktion nach Produkten und Herstellverfahren. Demnach verzeichnete die Nahtlosrohrproduktion global einen Zuwachs von knapp 6 % auf 49 Mio. t, von denen allein 32 Mio. t auf China entfielen. Die Produktion geschweißter Stahlrohre bis 406 mm Außendurchmesser konnte auf 94 Mio. t gesteigert werden. Hier betrug der chinesische Anteil erstmals 50 %. Dagegen stagnierte die Großrohrproduktion (Stahlrohre über 406 mm Außendurchmesser) weltweit bei 22 Mio. t. Leichten Zuwächsen in der GUS sowie in China und Japan stand ein Produktionsrückgang in der westlichen Welt gegenüber. Besonders deutlich fiel das Minus bei Großrohren in den USA aus, wo 2013 freilich auch ein sehr hohes Produktionsniveau erzielt wurde.

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Große regionalen Unterschiede beim Verbrauch von Stahlrohren

Auch die Benteler International AG erwähnt in ihrem Geschäftsbericht 2014 Hintergründe zur Entwicklung auf dem Stahlrohrmarkt. Demnach war das Jahr zum einen geprägt durch die positiven Impulse einer guten Konjunktur der globalen Automobilindustrie, zum anderen durch krisenbedingte Rückgänge in Brasilien und Russland. Auch beobachtete das Unternehmen rückläufigen Bohraktivitäten infolge des Ölpreisverfalls und damit einhergehend eine reduzierte Nachfrage nach Rohren zur Öl- und Gasexploration. Die großen regionalen Unterschiede beim Verbrauch von Stahlrohren zeigt sich darin, dass in Asien, Afrika, dem Mittleren Osten, Osteuropa und der Türkei die Wachstumsrate bei 3 bis 5 % und teilweise darüber lagen, während der westeuropäische Markt mit Wachstumsraten meist unter 2 % schwach blieb.

Vom US-amerikanischen Markt für Ölfeldrohre gingen laut Benteler 2014 positive Signale aus. Dank des deutlichen Anstiegs bei der Ölexploration und -förderung stieg der Rohrverbrauch demnach ab Mitte des Jahres erheblich. Als Folge US-amerikanischer Anti-Dumping-Maßnahmen gegen verschiedene, vor allem asiatische Importe, legte auch das Preisniveau im zweiten Halbjahr zu. Gegen Jahresende reduzierte dagegen der erhebliche Ölpreisverfall die Nachfrage spürbar.

Energiesektor bleibt Wachstumstreiber für die Stahlrohrbranche

Insgesamt habe sich, sagt André Sombecki, CEO von Benteler Steel/Tube laut Mitteilung der Messe Düsseldorf, der Markt für Stahlrohre in den letzten Jahren grundsätzlich sehr positiv entwickelt: „Der Bedarf an Rohren steigt, der Markt wächst, gerade in den USA und in Asien. In Europa wird leichtes Wachstum mit hohen Kapazitäten verzeichnet. Zudem beobachten wir einen zunehmenden Wettbewerb aus China, Russland und Osteuropa“. Der amerikanische Markt wird als ein wichtiger Wachstumsmarkt eingeschätzt, was das Unternehmen mit dem neuen Warmrohrwerk im US-amerikanischen Shreveport, Louisiana, unterstreichen will. Damit will Benteler nicht nur Kundennähe und Lokalisierung demonstrieren, sondern langfristig auch die Märkte in Nord- und Südamerika besser bedienen.

Die Statistik über die einzelnen Abnehmerbranchen der deutschen Stahlrohrhersteller weist den Energiesektor mit rund 40 % als größten Einzelbereich aus. Dahinter folgen mit etwa 20 % die Automobilindustrie und mit 15 % der Maschinenbau. Es ist deshalb nicht verwunderlich, das der Energiebereich in der Branche als größter Wachstumsmotor und globaler Zukunftsmarkt betrachtet wird. So soll nach einer Prognose von Benteler beispielsweise die Produktion von Schieferöl in den USA bis 2025 im Vergleich zu 2012 um mehr als 100 % steigen. In Lateinamerika soll die Produktion von flüssigen Mineralölprodukten und Flüssiggas um 100 % zunehmen, in Nordamerika um 40 % und im Nahen Osten um 35 %.

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt