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Fasern und Textilien

Hightech-Textilien erschließen neue Anwendungen

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Mit Biotechnologie wird es in Zukunft möglich sein, Naturfasern mit Eigenschaften von synthetischen Fasern zu produzieren. „Die Biotechnologie ist ein leistungsfähiges biologisches Werkzeug“, so Höfer, „das es uns ermöglicht, schon heute eine Vielzahl von Materialien mithilfe von Mikroorganismen herzustellen.“

In einem aktuellen Forschungsprojekt werden Alginat- und Chitosanfasern produziert, unter Verwendung eines einfachen biotechnologischen Ansatzes, wie Höfer erläutert: „Mit dieser Technik beschreiten wir einen neuen Weg in Richtung nachhaltiger Textilindustrie von morgen: von der Mikrobe über die Faser bis zur textilen Verwendung.“

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Elektrisch leitfähige Fäden zum Beleuchten großer Flächen

Entwicklungsingenieure der Contitech AG, Hannover, arbeiten derzeit an einem neuen beschichteten Gewebe für Tauchanzüge, das mehr Schutz und Sicherheit im und unter Wasser bietet. Das Material soll zum einen absolut wasser- und mediendicht sein und somit einen zuverlässigen Schutz gegen Chemikalien und schädliche Substanzen selbst in kontaminierten Gewässern bieten.

Zum anderen soll es leicht und flexibel sein und den Einsatzkräften optimale Bewegungsfreiheit bei maximalem Kälteschutz ermöglichen. „Basierend auf unserem Know-how und langjähriger Erfahrung wollen wir weitere Einsatzgebiete für unsere Schutzanzugstoffe erschließen und wagen uns deshalb ins Wasser“, so Rodrigo Maia, Segmentleiter technische Stoffe bei Contitech Elastomer Coatings.

Ein weiteres Entwicklungsfeld ist die Verarbeitung elektrisch leitfähiger Fäden und LED. Gerade die LED-Technik hat in den zurückliegenden Jahren eine rapide Entwicklung durchlaufen. Durch Kombination mit gezielt lichttechnisch wirksamen Textilien können nun große Flächen mit emotionaler Wertigkeit wirtschaftlich leuchten, wie Christoph Riethmüller, Leiter Technologieintegration, Spulentechnologie und Denkendorfer Zukunftswerkstatt des ITV in Denkendorf, berichtet: „Der Effekt ist dabei vom Abstand des Betrachters und vom Betrachtungswinkel abhängig. Bewegt sich der Betrachter, so entsteht eine optische Lebendigkeit. Daraus ergeben sich vielfältige gestalterische Möglichkeiten.“

Eine leise Revolution beim Lautstärkemanagement

Weitere Entwicklungsarbeiten am ITV erschließen pneumatischen Textilien vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Riethmüller erklärt das Wirkprinzip: „Durch die Beaufschlagung mit Druckluft können biegeschlaffe Textilstrukturen reversibel versteift und zu pneumatischen Textilien werden. Die so erzeugten Strukturen sind extrem leicht und können sowohl aktorische als auch sensorische Funktionen übernehmen.“

Pneumatische Textilien können nicht nur Kräfte übertragen, sondern auch komplexe Bewegungen ausführen oder hochstabile Geometrien einnehmen. Die Textilien bestehen aus einem in Jacquardtechnik hergestellten Mehrlagengewebe, das heißt, sie sind nicht verschweißt oder vernäht. Durch geschickte Anordnung der Luftkammern sind komplexe dreidimensionale Strukturen möglich: Beim Befüllen mit Luft entstehen mehrfach gekrümmte Flächen und Formen, die extrem stabile Strukturen ergeben. Besteht die Geometrie aus mehreren unabhängigen Systemen, sind durch wechselnde Befüllung auch Bewegungsabläufe wie Flossenbewegungen oder Greifen möglich.

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