Personalführung

Hohe Treueprämien senken Personalkosten

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In einer von ihm jüngst abgeschlossenen Studie belegt Zwick die hohe Bindekraft der Senioritätslöhne. Vergütet beispielsweise ein Unternehmen den Verbleib im Betrieb mit einem Lohnaufschlag von 3% pro Jahr, so liegt die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter in diesem Unternehmen um rund sechs Jahre höher als in einem Betrieb, der nur den branchenüblichen Durchschnitt von 2% Aufschlag bezahlt.

Entfällt die Senioritätsentlohnung als Instrument zur Mitarbeiterbindung, müssen die Unternehmen nachrüsten, um wertvolle Mitarbeiter zu halten. „Denkbar wäre beispielsweise eine leistungsabhängige Entlohnung. Da dieses Instrument indessen für alle Mitarbeiter gelten würde, könnte es für die Unternehmen teuer werden“, sagt Zwick.

Jüngere Mitarbeiter werden teurer

Aber auch das durchschnittliche Lohnniveau der Betriebe könnte bei einem Wegfall der Treuprämien steigen. Zwar würden ältere Mitarbeiter für die Betriebe günstiger. Gleichzeitig würden aber die jüngeren Mitarbeiter teurer – Betriebe mit hohen Treueprämien zahlen momentan geringere Einstiegslöhne als durchschnittliche Betriebe.

Da Jüngere nicht mehr mit einem überproportionalen Lohnwachstum rechnen können, ist ihre Bereitschaft, den Arbeitgeber frühzeitig zu wechseln, wenn das mit eine Lohnerhöhung verbunden wäre, recht hoch einzuschätzen. Dem könnte ein von vorneherein relativ hohes Gehaltsniveau entgegenwirken.

„Dadurch würden sich allerdings die Arbeitskosten insgesamt für die Unternehmen erhöhen. Mögliche Folge wären Rationalisierungsmaßnahmen und damit der Abbau von Mitarbeitern – ungeachtet des Alters der Beschäftigten“, warnt Zwick.

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