Dubiose Spitzenwechselei? Ilse Henne übernimmt Thyssenkrupp-Posten von Sigmar Gabriel

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Thyssenkrupp-Vorständin Ilse Henne soll bei der Stahltochter Thyssenkrupp Steel neue Aufsichtsratschefin werden, wie die dpa meldet. Außerdem gibt es eine wahre Rücktrittswelle.

Nach einer wahren Rücktrittswelle bei Thyssenkrupp, soll die bisherige Vorständin Ilse Henne den Posten von Sigmar Gabriel übernehmen. Bertriebsrat und Gewerkschaft sind von den momentanen Vorkommnissen beim Stahlkonzern nicht begeistert. Auch geht die Angst um ...(Bild:  Thyssenkrupp)
Nach einer wahren Rücktrittswelle bei Thyssenkrupp, soll die bisherige Vorständin Ilse Henne den Posten von Sigmar Gabriel übernehmen. Bertriebsrat und Gewerkschaft sind von den momentanen Vorkommnissen beim Stahlkonzern nicht begeistert. Auch geht die Angst um ...
(Bild: Thyssenkrupp)

Den Wechsel im Aufsichtsrat, durch den Ilse Henne zur Chefin wird, teilte der Industriekonzern kürzlich auf Anfrage der dpa mit. Henne verantwortet im Konzern unter anderem die Werkstoffsparte. Im Aufsichtsrat von Steel löst sie nun Sigmar Gabriel ab. Auch die Rheinische Post berichtete bereits darüber. Im Zuge der Debatte um die künftige Ausrichtung der Stahlsparte von Thyssenkrupp hatten vergangene Woche insgesamt vier Mitglieder des Aufsichtsrats ihren Rücktritt angekündigt. Das Quartett begründete diesen Schritt mit einem Vertrauensverlust zwischen AG-Vorstand und ihnen. Auf Seiten der Anteilseigner tritt auch Elke Eller zurück, bisher stellvertretende Aufsichtsatsvorsitzende. Wer ihr nachfolgen soll, sei noch unklar.

Thyssenkrupp-Belegschaft bangt um ihre Jobs

Die Nachbesetzungen im Aufsichtsrat sollen nun zeitnah erfolgen, sodass mit dem Ausscheiden der jetzigen Aufsichtsratsmitglieder eine jeweils unmittelbare Nachfolge gewährleistet ist. Henne ist seit Jahresbeginn Vorstandsmitglied. Sie war Ende November zusammen mit Volkmar Dinstuhl gegen den Willen der Arbeitnehmerseite in den Vorstand berufen worden, der dadurch von drei auf fünf Mitglieder erweitert wurde. Die IG Metall hatte nach der Wahl von einem Kulturbruch in der Mitbestimmung gesprochen. Die Belegschaft habe nun Angst um ihre Arbeitsplätze. Der Vorstand muss gehen, aber die Probleme bleiben, das reicht nicht, hört man von der Gewerkschaft. Wenn die Vermutungen stimmen, kommen noch mal 50 Probleme dazu! Es habe sich nichts geändert. Die Ablösung der Vorstände werfe das Unternehmen meilenweit zurück.

Für den Betriebsrat ist Lopez quasi ein Kaputtmacher

Erst gestern hatte der Vorstand der IG Metall die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung aufgefordert, sich mehr Einfluss bei Deutschlands größtem Stahlerzeuger zu verschaffen. Bund und Land sollten demnach die beiden auf Seiten der Anteilseigner frei werdenden Aufsichtsratsmandate für Land und Bund beanspruchen, wie die Erste Vorsitzende der Gewerkschaft, Christiane Benner, nach einer Vorstandssitzung in Frankfurt am Main, empfiehlt. Dieser Schritt sei nötig, um eine transparente und faire Lastenteilung zwischen der Stahltochter und dem Mutterkonzern Thyssenkrupp sicherzustellen. Weil Land und Bund zwei Milliarden Euro an Steuergeldern in die grüne Transformation bei Thyssenkrupp investierten, sei ein solcher Schritt nur legitim und nachvollziehbar.Der Betriebsratsvorsitzende Güzel äußerte sich wie folgt: „Miguel Lopez eliminiert hier unter anderem drei Fachleute, die einen Businessplan erstellt haben, in dem genau beschrieben ist, wie wir sicher in die Zukunft kommen. Doch dieser Mensch ist offensichtlich beauftragt, uns in die Insolvenz zu treiben, uns loszuwerden!“

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