Industrie 4.0 in der Blechbearbeitung

Im neuen Umfeld zur neuen Industrie aufbrechen

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„Welche Art der Produktionssteuerung kann sehr unterschiedliche Spezifikationen und kleine Chargengrößen meistern?“, das ist nun die Frage, die sich Seruys stellt. Hier kommen jetzt die Vorteile von Industrie 4.0 ins Spiel, denn mit diesen Methoden lässt sich der gesamte Produktionsprozess von Anfang bis Ende verfolgen. Doch wenn es darum geht, die richtige Richtung einzuschlagen, muss zunächst das Ziel klar sein, oder wie es der LVD-Entwicklungsleiter formulierte: „Welcher Key Performance Indicator ist wichtig? Welche Verbesserungen sind damit zu erwarten? Und welche Entscheidungen muss ich dafür treffen?“

Von Industrie 4.0 weiter zu Industrie 4.1

Hier müssen sich Unternehmen entscheiden, ob sie nach einem kostenbasierten System arbeiten wollen oder nach einem zeitbasierten System, wie Seruys weiter ausführte. Bei einem herkömmlichen kostenbasierten System steht die Overall Equipment Effectiveness (OEE) im Mittelpunkt, es geht darum, die Maschinen möglichst gut auszulasten. Beim zeitbasierten System betrachtet man hingegen in erster Linie die Zeit, in der ein Wert geschaffen wird. „Das Optimum zwischen den beiden Systemen muss jedes Unternehmen für sich selbst finden“, sagt er. Als Anhaltspunkt könne man sagen, dass das zeitbasierte System eher für kleinere Stückzahlen und das kostenbasierte System eher für größere Stückzahlen geeignet ist. Zur Produktionskontrolle schlägt er eine Zeitschwelle bei gepufferten Aufträgen vor: Sobald ein bestimmter Wert überschritten ist, werden keine Aufträge für diese Maschine angenommen. Wenn dann jeder Auftrag im Puffer nach dem First-in-first-out-Prinzip (fifo) abgearbeitet wird, wird die Durchlaufzeit planbar.

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Doch das ist Seruys noch nicht genug. „Wir wollen den Schritt von Industrie 4.0 zu Industrie 4.1 machen“, sagte er im Experience Center. Dazu soll ein selbstlernendes System den Einfluss der Sollwerte auf den Key Performance Indicator (KPI) analysieren. Das Management kann dann eine bevorzugte Kombination von KPIs festlegen, das System passt die Sollwerte an, um das Ziel so gut wie möglich zu erreichen. Neben der Verfolgung der Abläufe steht so auch eine zuverlässige Prognose zur Verfügung.

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