Operational Excellence

In der Automatisierung ist Digitalisierung eine Pflicht

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Qualität geht über alles

Der Lüfter- und Antriebshersteller EBM-Papst beschäftigt sich besonders mit dem Thema Production Excellence.

Dazu sagt Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Wagner, Geschäftsführer Produktion und Materialwirtschaft: „Im Augenblick laufen bei uns mehrere Projekte, die die Qualität der Produkte betreffen. Eines davon ist das Änderungsmanagement. Änderungen sind immer ein kritischer Prozess: Wenn an einem Serienprodukt eine Änderung durchgeführt wird und diese nicht 100 % verifiziert ist, kann es problematisch werden.“

Ein weiteres Thema ist laut Wagner die Erfassung der Kundenrückmeldungen: „Wir haben eine Datenbank geschaffen, in die die Niederlassungen weltweit sämtliche Qualitätsinformationen, die sie haben, einstellen. So beschleunigen wir den Informationsfluss, denn die Niederlassungen sind näher bei dem Kunden und wissen, was wo passiert.

Und das wichtigste Projekt ist die Qualifizierung. Das ist ein Schulungsprogramm, das im Augenblick vier Schulungsstufen beinhaltet. Dabei qualifizieren wir 150 Mitarbeiter systematisch, um die Qualität unserer Produkte und Prozesse auf ein höheres Niveau zu heben.“ Dieses Projekt wurde laut Wagner vor zwei Jahren begonnen und soll kontinuierlich fortgeführt werden. Erste Erfolge seien sichtbar. „Es konnten einige Baustellen geschlossen werden, wo wir beispielsweise Schwächen im Produkt, in unseren Fertigungsprozessen oder bei einem Lieferanten hatten.“

Ein weiteres Projekt ist nach Aussage von Wagner das Produktionssystem, das EBM-Papst seit vier Jahren weiterentwickle. „Wir haben in der Zwischenzeit über 50 Lean-Multiplikatoren ausgebildet und in jedem Produktionsbereich einen Lean-Experten freigestellt, der sich dort jeweils um die weitere Fortentwicklung kümmert. Die 50 Mitarbeiter sind nicht nur in Deutschland, sondern auch an den europäischen Standorten tätig“, erzählt Wagner. Als nächster Schritt stehe der Roll-out in die außereuropäischen Standorte an.

Produktion von Lohnfertigern verbessern

Das Unternehmen Siemens, das mit seinem Standort Amberg schon mehrmals wegen seiner exzellenten Fertigung prämiert wurde, bietet sogar ein entsprechendes Werkzeug an, um die Produktion von Lohnfertigern zu digitalisieren. Dipl.-Ing. (FH) Joachim Zoll, Chef der Werkzeugmaschinensparte bei Siemens in Erlangen, erläutert: „Smart Operations wendet sich vor allem an die Job-Shopper, das heißt Firmen, die heute 5 bis 20 Maschinen haben, um als Lohnfertiger im Markt zu agieren.“

Diese Art von Firmen hat laut Zoll zum Teil keine IT-Abteilung und kein IT-Wissen, möchten aber an der Digitalisierung partizipieren: „Genau hier hilft Smart Operations. Wir geben damit dieser Klientel die Möglichkeit, in die Digitalisierung einzusteigen, mit Elementen, die wir heute schon in unseren Lösungen – wie zum Beispiel Sinumerik Integrate for Production – verkaufen.“ Dies hänge natürlich vom Kundennutzen ab. Es stelle sich nämlich immer die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Digitalisierung überhaupt einen Kundennutzen generieren könne.

„Nehmen wir beispielsweise das Element Smart Mobil, bei der ich mit einem mobilen Gerät die Informationen über meine Maschinen laden kann. Man kann damit beobachten, wie die Maschinen ausgelastet sind, ob Teile fehlen, das heißt, der Zustand meiner Maschinen lässt sich darüber abrufen.“ Dies sei schon Teil der Digitalisierung und es habe einen enormen Kundenwert, weil man nicht direkt vor der Maschine stehen müsse. Trotzdem könne man überprüfen, wie es in der Fertigung vorangeht.

„Wir wollen die Anwender einerseits damit überraschen, dass es eine Einstiegslösung gibt für genau dieses Kundenklientel, andererseits sehe ich dort auch den Bedarf, denn die Kunden wollen effizienter und sie wollen flexibler arbeiten und auch den Nutzen einer Digitalisierung in ihren entsprechenden Werken und Fertigungen umsetzen.“ Zoll sieht das Thema nicht nur als deutsches oder europäisches Thema: „Bei Gesprächen mit Kunden hat sich weltweit gezeigt, dass der Bedarf da ist.“

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