In kurzer Zeit zum Großwerkzeug

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Effiziente Prozesskette reduziert die Durchlaufzeit im Werkzeug- und Formenbau. Als Schnittstelle zwischen Entwicklung und Fertigung nimmt der italienische Werkzeug- und Formenbauer Gamma S. p....

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Als Schnittstelle zwischen Entwicklung und Fertigung nimmt der italienische Werkzeug- und Formenbauer Gamma S. p. A., Castello Brianza, wesentlich Einfluss auf Qualität und Kosten von Spritzgießteilen. Auch in puncto Produkteinführungszeit hat der Formenbauer „ein Wörtchen mitzureden“. Letztlich hängt es von seinem Know-how ab, ob Spritzgießformen schnell, genau, kostengünstig und termintreu hergestellt werden. Und in dieser Hinsicht kann Gamma seine Stärken, eben schnell, genau, kostengünstig und termintreu zu sein, voll ausspielen – vor allem auch beim Fertigen von Großwerkzeugen mit einem Gewicht bis zu 50 t.Das Dienstleistungspaket des italienischen Formenbauers umfasst nahezu alles, was so für die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von Spritzgießwerkzeugen mit Abmessungen zwischen 2500 mm 3 3500 mm erforderlich ist, angefangen vom Engineering über die Fertigung bis hin zur Vorserienproduktion.Freilich, der Wettbewerb ist hart. Um jeden Auftrag muss gekämpft werden. Dabei sind Qualität und kurze Lieferzeit ebenso wichtig wie der Preis. Dieses wirtschaftliche Umfeld stellt hohe Anforderungen an die Organisation und die Betriebsausrüstung von Werkzeug- und Formenbauern. Effizient müssen sie sein und leistungsfähig. Flache Hierarchie und ein moderner Werkzeugmaschinenpark im Unternehmen sind deshalb für Gamma-Geschäftsführer Maurizio Saini ebenso selbstverständlich wie eine durchgängige Prozesskette, angefangen vom 3D-Datensatz des Spritzgießteils über die Konstruktion und NC-Programmierung bis hin zu den Werkzeug- und Messmaschinen. Dazu gehört natürlich auch der reibungslose Datenaustausch mit dem Kunden, sei es mit Datenträgern wie CD-ROM oder via Internet per E-Mail oder mit dem Kommunikationssystem Odette.„Hauptsächlich Automobilhersteller und ihre Zulieferer aus Deutschland wissen das Dienstleistungsangebot von Gamma zu schätzen“, betont Josef Altmann, Chef der Altmann Kunststofftechnologie in Fürth und Gamma-Vertriebspartner in Deutschland. Mittlerweile tragen Kunden aus Deutschland mit rund 80% den Löwenanteil am Umsatz des Formenbauers von mehr als 16 Mio. Euro im Jahr.Die Zusammenarbeit mit den Kunden aus Deutschland ist effizient organisiert und läuft problemlos ab. Die Kommunikationswege sind kurz. Dafür sorgt nicht zuletzt Vertriebspartner Altmann. Bereits in der Akquisitions- und Angebotsphase ist er Ansprechpartner für Kunden und sorgt für einen reibungslosen Informationsfluss zwischen Formenbauer und Auftraggeber. Er bringt sein Know-how ebenso ein wie das Konstruktionsteam in Italien, wenn es zum Beispiel darum geht, im Vorfeld der Auftragsvergabe technische Details für die Werkzeugkonstruktion zu klären, sei es vor Ort beim Kunden oder gemeinsam mit den Kunden bei Gamma. Dabei gilt es, abhängig von der Komplexität des Spritzgießteils und der zu produzierenden Stückzahl, das Werkzeug für die Ausarbeitung eines fairen Angebots zu spezifizieren. Nach der Auftragserteilung geht es ans „Eingemachte“. Anhand der 3D-Daten des Spritzgießteils und der technischen Spezifikation nimmt das Werkzeug zunächst virtuelle Gestalt im 3D-CAD-System an. Zum Auslegen von Spritzgießformen für komplexe Teile arbeiten die Konstrukteure auch mit dem Simulationsprogramm Moldflow, um das Werkzeug und den Spritzgießvorgang zu optimieren. So ermöglicht die Simulation auf relativ einfache Weise auch die optimale Anordnung der Anspritzpunkte. Nachdem die Größenverhältnisse und die Funktionen in der Konstruktion ersichtlich sind, wird die Spritzgießform erneut beim Kunden vorgestellt. Bei diesem Gespräch kann der Kunde das Projekt begutachten und beurteilen ob seine Anforderungen erfüllt wurden. Nach der Bestätigung durch den Kunden wird das Projekt für die Bestellung und Fertigung frei gegeben. Änderungswünsche von Kunden fließen schnell und problemlos in den Konstruktionsprozess ein.Für die mechanische Fertigung der Form erarbeiten Fertigungsspezialisten am CAM-System die Bearbeitungsstrategien. Zahlreiche Bearbeitungszyklen sind jeweils fürs Schruppen, Vorschlichten und Schlichten erforderlich, damit der tonnenschwere Stahlblock seine endgültige Form erhält.Zur Bemusterung und zur Vorserienproduktion stehen drei Spritzgießmaschinen mit 280, 860 und 2200 t Schließkraft zur Verfügung. Davon sind zwei Maschinen für das 2-Komponenten-Spritzgießen geeignet. Vom Auftragseingang bis zur Auslieferung eines Großwerkzeugs vergehen etwa 18 bis 24 Wochen. Über den Fortschritt werden die Kunden informiert.

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