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Technische Sauberkeit

In Montageprozessen die Sauberkeit von A bis Z sichern

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Sauberraum erfordert eigens konzipierte Schraubwerkzeuge

Bereits das Schraubwerkzeug müsse entsprechend für den Einsatz im Sauberraum konzipiert sein. Beim Eingriff der Schrauberklinge in den Schraubenantrieb könnten unerwünschte Abriebpartikel entstehen. Deprag-Schrauber aus der Serie Minimat-EC-Servo senken laut Hersteller die Drehzahl während des Einfädelns der Schraube ab. Eingebaute Sensorik verhelfe zur Erkennung der genauen Schrauberposition und unterstütze den korrekten Eingriff der Klinge in den Schraubenkopf. Erst nach dem Einfädeln erfolge der Impuls zur Drehzahlerhöhung für das Verschrauben - Abrieb werde verringert.Würden Restpartikel verbleiben, so würden auch diese über Vakuumquellen abgesaugt.

Abdeck- und Schraubschablonen auf den Bauteilen reduzierten das Ablagerungsrisiko von Partikeln. „Doch alle unsere Schraubfunktionsmodule lassen sich aufgrund ihrer geringen Baulänge auch für Unterflur-Verschraubungen einsetzen. So kann die Schwerkraft der Partikel sogar genutzt werden, um technisch sauberer zu montieren“, meint Hierold. Zusätzliche Einrichtungen, wie Schmutzfänger, sammelten anschließend die herabfallenden Partikel zum einfachen Entfernen auf. Durch die Verwendung von ESD-fähigen Materialien könne zudem eine Verschmutzung durch elektrostatische Aufladung reduziert werden.

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Abrieb schon beim Zuführen der Schrauben reduzieren

Doch Partikel tauchten nicht nur beim Schraubprozess selbst auf, bereits bei der Zuführung der Verbindungselemente entstehe Abrieb. „Deshalb kommt gerade der Zuführtechnik eine große Bedeutung zu, denn bei der Vereinzelung der Schrauben lässt sich die Partikelzahl durch die Wahl der richtigen Zuführtechnik deutlich reduzieren“, weiß Hierold. So transportierten die vielfach zum Einsatz kommenden Vibrationswendelförderer die Schrauben durch Wurfbewegungen im Fördertopf. Die Folge: Die Verbindungselemente reiben aneinander – Abrieb und Störpartikel entstehen, wie es heißt.

Hubschienenförderer böten für die Realisierung der Technischen Sauberkeit die bauteilschonendere, abriebärmere Fördertechnik. Das Fördergut im Vorratsbehälter werde durch eine Schwenkbewegung einer entsprechend angepassten segmentförmigen Hubschiene gefördert. Auf dieser Schiene glitten die Schrauben mittels Schwerkraft durch mechanische Schikanen hindurch und gelangten so sortiert in die Schraubenvereinzelung. Nicht lagerichtig geförderte Verbindungselemente gelangten durch mechanische Schikanen wieder in den Füllbehälter. Ein Sensor in der Bevorratungsschiene regle dabei die Zahl der Hubbewegungen. Werde weniger Fördergut vom Bediener verarbeitet, dann stelle das Zuführgerät auch weniger bereit. Deprag-Hubschienenförderer stehen in zwei Baugrößen mit 0,15 l oder 1,5 l Füllvolumen zur Verfügung, wie der Hersteller mitteilt.

Werde die Schraube dem Schraubgerät direkt über dem Bauteil zugeführt, sei eine Kontaminierung mit herabfallenden Teilchen nicht auszuschließen. Der Particle Killer sichere hierbei die saubere und sichere Zuführung: Werde die benötigte Schraube mit Blasluft für den nächsten Schraubvorgang eingeschossen, so würden eventuell austretende Schmutzteilchen mittels Vakuum abgesaugt. Die abgesaugten Schmutzpartikel würden durch einen Filter mit transparentem Sichtfenster und einem auswechselbaren Filterelement aufgefangen. Anschließend werde das gereinigte Verbindungselement ins Schraubmodul zugeführt (Inline Variante) oder zum Abpicken bereitgestellt (Pick&Place Variante).

Deprag Schulz GmbH u. Co. auf der Automatica 2014: Halle A6, Stand 310

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