Produzierendes Gewerbe Schlechte Noten für den Standort Deutschland

Von Melanie Krauß 1 min Lesedauer

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Durchschnittsnote „drei minus“ (3,3) für den Industriestandort Deutschland: Das ist das Urteil von 150 deutschen Unternehmen des produzierenden Gewerbes. In welchen Kategorien der Standort besonders schlecht abschneidet.

Produzierende Unternehmen bewerteten den Standort Deutschland in einer aktuellen Befragung lediglich mit einer Schulnote 3,3. (Bild:  vegefox.com - stock.adobe.com)
Produzierende Unternehmen bewerteten den Standort Deutschland in einer aktuellen Befragung lediglich mit einer Schulnote 3,3.
(Bild: vegefox.com - stock.adobe.com)

Das Marktforschungsinstitut Kantar Public hat im Auftrag der Unternehmensberatung FTI-Andersch eine Umfrage unter deutschen Industrieunternehmen durchgeführt. Das Ergebnis: Der Standort Deutschland schneidet alles andere als gut ab. Im Durchschnitt vergaben die Unternehmen eine Schulnote von 3,3. Das geht besser.

Hinzu kommt: 60 Prozent der befragten Unternehmen haben angegeben, dass sich ihr Bild vom Standort Deutschland in den letzten zwei Jahren negativ verändert hat. Und: ein Viertel der befragten Unternehmen (26 %) überlegt sogar, Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern. Als besonders attraktiver Standort gilt dabei China.

„Da ist man schnell bei der Frage: Wer aus einem Drittland investiert in einen Standort, der sich selbst so negativ bewertet?“, kommentiert Christian Säuberlich, Senior Partner und Sprecher des Vorstands von FTI-Andersch. „Und ohne Investitionen Dritter wird es für die etablierte Wirtschaft wiederum weniger attraktiv, eigene Investitionen zu tätigen – denn Lieferketten drohen sich zu verlagern.“

Insgesamt wurden in der Befragung neun Faktoren abgefragt. Welcher Bereich wie gut abgeschnitten hat, sehen sie in unserer Bildergalerie:

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Produktionsausbau eher im Ausland

Die Mehrheit der befragten Unternehmen (55 %) plant, Produktionskapazitäten auf- und auszubauen. Bei Fast zwei Drittel (63 %) dieser Unternehmen sind dabei jedoch Standorte in Asien (37 %), Osteuropa (36 %), West- und Mitteleuropa (31 %) sowie Nord- und Mittelamerika (27 %) hoch im Kurs. Die Ausweitung der Produktion in Deutschland planen immerhin noch 40 Prozent der Unternehmen.

„Was wir hier sehen, ist eine große Neuordnung von Produktionsstandorten und -netzwerken weltweit“, so Säuerlich. „Es ist Ländern wie den USA durch indirekte Subventionen wie den Inflation Reduction Act oder China durch gezielte Förderung von Auslandsinvestitionen gelungen, die eigene Attraktivität als Investitionsstandort weiter zu erhöhen.“ Für viele deutsche Unternehmen sei es eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, künftig noch stärker zu diversifizieren und international zu investieren, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.

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