Installations- und Montagematerial

Industriesteckdosen für den weltweiten Einsatz

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Weltweit einfach anschließen

Leider bieten nicht viele Hersteller ein umfassendes Programm an industriellen, schienenmontierbaren Steckdosen. Dabei geht es nicht nur um Steckgesichter mit unterschiedlichen Geometrien, sondern auch um die Anforderungen aus den lokalen Richtlinien und Normen. So gibt etwa die DIN VDE 0620-1 die Voraussetzungen für das in Deutschland übliche Steckgesicht vom Typ CF vor.

Normen in anderen Ländern – etwa Italien (CEI 23-50), Großbritannien (BS1363-1/-2) oder Frankreich (NF C61-314) – fordern eine sogenannte integrierte Kindersicherung (Bild 2), um zu verhindern, dass unbedarfte Anwender die Steckdose falsch anschließen.

Bild 2: Die Steckdosen der Typen E, G und L mit eingebauter „Kindersicherung“ verfügen über einen integrierten Shutter.
Bild 2: Die Steckdosen der Typen E, G und L mit eingebauter „Kindersicherung“ verfügen über einen integrierten Shutter.
(Bild: Phoenix Contact)

Dabei wird der Schutzmechanismus erst deaktiviert, wenn der Stecker mit allen Steckkontakten gleichzeitig in die Dose eingeführt wird. Ein derartiger Schutz ist im industriellen Umfeld nicht erforderlich, weil die Steckdosen in elektrischen Anlagen und Schaltschränken nur von Fachpersonal genutzt werden. In Polen und Frankreich wiederum verwendet man das Steckgesicht Typ E, schreibt dort aber keine „Kindersicherung“ vor. Weltweit gibt es etwa 15 unterschiedliche Steckdosennormen, die sich primär in der Spannung und in der Stromstärke unterscheiden – die Werte variieren zwischen 6 und 20 A und von 100 V (in Japan) bis hin zu 240 V (in Guyana).

Viele Steckgesichter

Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Steckgesichter einschließlich der Kombination mehrerer Steckgesichter in den am meisten elektrifizierten Ländern und Weltregionen:

  • Typ AB: nord- und südamerikanischer Raum,
  • Typ CF: Deutschland, Teile Europas, Teile Asiens,
  • Typ D: Indien, Teile des Mittleren Ostens, Teile Afrikas,
  • Typ E: Frankreich, Polen, Teile Afrikas,
  • Typ G: Vereinigtes Königreich, Teile Afrikas,
  • Typ H: Israel,
  • Typ I: China, Australien,
  • Typ J: Schweiz,
  • Typ K: Dänemark,
  • Typ L: Italien,
  • Typ M: Indien,
  • Typ N: Brasilien und Südafrika.

Mit den EO-Steckdosen bietet Phoenix Contactnun ein Programm, das die wichtigsten Anforderungen erfüllt. Eine LED-Anzeige im Stecker signalisiert dem Anwender auf einfache Weise, ob eine Versorgungsspannung anliegt. Damit es beim Anschluss eines fehlerhaften Gerätes nicht zu einer Überlast und damit zu weiteren Schädigungen kommt, gibt es die Steckdosen auch mit integrierter Sicherung.

Für das manuelle Abschalten der Steckdose sorgt ein eingebauter Ein- und Ausschalter. Einfach zu verdrahten und platzsparend sind die Doppelsteckdosen vom Typ Duo, über die bei einfacher Verdrahtung zwei Endgeräte angeschlossen werden. Für den amerikanischen Markt bietet Phoenix Contact auch eine Fehlerstrom-Schutzschaltervariante an. Farbvarianten runden das Programm ab – so sind die Steckdosen auch in grau und grün erhältlich.

Alle Varianten sind mit der gängigen Schraubanschlusstechnik ausgestattet, verfügen aber auch über die Push-in-Direktstecktechnik (Bild 3, siehe auch Kastentext).

Bild 3: Die Push-in-Anschlusstechnik (unten) kommt auch bei den neuen Steckdosen zum Einsatz.
Bild 3: Die Push-in-Anschlusstechnik (unten) kommt auch bei den neuen Steckdosen zum Einsatz.
(Bild: Phoenix Contact)

Im Wartungs- und Diagnosefall erleichtert der Einbau in ein Serviceinterface den Wartungsaufwand, weil die Steckdosen leichter zugänglich sind (Bild 4).

Bild 4: Die EO-Steckdosen lassen sich nicht nur leicht einbauen, Schnittstellen wie RJ45 oder USB erleichtern die Wartung der Anlage.
Bild 4: Die EO-Steckdosen lassen sich nicht nur leicht einbauen, Schnittstellen wie RJ45 oder USB erleichtern die Wartung der Anlage.
(Bild: Phoenix Contact)

Markierung spart Zeit und Kosten

Mit der neuen Steckdosengeneration kann der Anwender auf bewährte Drucksysteme zur Markierung zurückgreifen. Erstellt wird die Markierung am besten mit der Planungs- und Markierungssoftware Clip Project (Bild 5).

Bild 5: Durch den Export von Fertigungsaufträgen bildet die Software Clip Project die Schnittstelle zwischen der Schaltschrankprojektierung und -fertigung.
Bild 5: Durch den Export von Fertigungsaufträgen bildet die Software Clip Project die Schnittstelle zwischen der Schaltschrankprojektierung und -fertigung.
(Bild: Phoenix Contact)

Alle Steckdosen sind als Komponenten in Clip Project integriert. Clip Project kombiniert die gängige Planungssoftware zur Projektierung von Klemmenleisten mit einem leistungsfähigen Markierungs-Tool. Mit dem direkten Datenaustausch mit allen gängigen CAE-Programmen sowie mit der Erstellung der vollständigen Projektdokumentation bietet diese Software ganz neue Möglichkeiten.

Mit dem Markierungsteil der Software werden Steckdosen-, Klemmen-, Leiter-, Geräte- und Anlagenmarkierungen einfach und schnell erstellt. Vorhandene Beschriftungsdaten können bequem über eine Schnittstelle aus Tabellen- und Textverarbeitungsprogrammen importiert und im CAE-System weiterverarbeitet werden. Ausgedruckt wird die Markierung dann über Clip Project. Damit werden alle Drucksysteme von Phoenix Contact angesteuert.

Der Projektierungsteil der Software ermöglicht es, fehlerfreie Klemmenleisten schnell und komfortabel zu projektieren. Dabei bildet das Zusammenspiel mit den CAE-Systemen über eine bidirektionale Schnittstelle eine durchgängige Prozesskette. Die Software projektiert außer Reihenklemmen auch weitere Komponenten – etwa aus den Bereichen Überstrom- und Überspannungsschutz, Stromversorgung und Signalkonvertierung, Automatisierungstechnik – und jetzt eben auch industrielle Steckdosen.

* Sven Heier ist Gruppenleiter Produktmarketing der Business Unit Marking and Installation bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in 32825 Blomberg

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