Antike Kniffelei Roboter aus Bonn setzt Puzzle von Pompeji zusammen

Quelle: Universität Bonn 2 min Lesedauer

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Ein Archäologentraum ist wahr geworden! Denn ein „intelligenter“ Roboter ist jetzt in der Lage, Stück für Stück zerbrochene antike Wandmalereien aus Pompeji wieder zusammenzusetzen ...

Das sind zusammengesetzte Teile eines Freskos aus der zerstörten römischen Stadt Pompeji. Das Bruchstück-Chaos zusammenzusetzen, kostet normalerweise Jahre. Forscher aus Bonn nutzen dafür jetzt aber künstliche Intelligenz und Robotik, um die Zeitfresserei zu eliminieren ...(Bild:  Uni Bonn)
Das sind zusammengesetzte Teile eines Freskos aus der zerstörten römischen Stadt Pompeji. Das Bruchstück-Chaos zusammenzusetzen, kostet normalerweise Jahre. Forscher aus Bonn nutzen dafür jetzt aber künstliche Intelligenz und Robotik, um die Zeitfresserei zu eliminieren ...
(Bild: Uni Bonn)

Ein Forschungsteam von der Universität Bonn hat einem smarten Roboter das Puzzeln beigebracht. Klingt verspielt, hab aber tieferen Sinn. Das Ganze gehört nämlich zum europäischen Verbundprojekt „RePAIR“ (Reconstructing the Past: Artificial Intelligence and Robotics Meet Cultural Heritage), das kürzlich abgeschlossen wurde. Im Rahmen des Projekts kümmerten sich die Bonner um das robotische System, das dazu nötig ist. Das Team hat dafür Planungsalgorithmen entwickelt. Diese sorgen für beidhändige Armbewegungen des Roboters, mit denen er dann Fragmente des Freskos aus der durch den antiken Ausbruch des Vesuvs untergegangenen römischen Stadt Pompeji sehr präzise anordnen kann. Das Ziel des Projektes war es, zu erforschen, ob Roboter in der Lange versetzt werden können, die mühsame Sortier- und Puzzlearbeit zu übernehmen, die Archäologen das Leben schwer machen. Man war außerdem für die Integration und Evaluierung der gesamten robotischen Plattform zuständig, wobei man sicherstellen konnte, dass alle Komponenten nahtlos zusammenpassen. Ein Doktorand des Teams war aber auch dafür insgesamt fünf Wochen in Pompeji.

Maren Bennewitz und Nils Dengler von der Uni Bonn haben einem 2-armigen Roboter per KI jetzt beigebracht, antike Bruchstücke von Wandmalereien et cetera in relativ kurzer Zeit wieder zu einem mehr oder weniger vollständigen Ursprungsbild werden zu lassen.(Bild:  Humanoid Robots Lab, Uni Bonn)
Maren Bennewitz und Nils Dengler von der Uni Bonn haben einem 2-armigen Roboter per KI jetzt beigebracht, antike Bruchstücke von Wandmalereien et cetera in relativ kurzer Zeit wieder zu einem mehr oder weniger vollständigen Ursprungsbild werden zu lassen.
(Bild: Humanoid Robots Lab, Uni Bonn)

Roboter, Archäologen und KI sparen jetzt immens Zeit

Erprobt wurde das innovative System dann auch im Archäologischen Park von Pompeji. Dort lagern unter anderem Deckenmalereien aus dem „Haus der Maler bei der Arbeit“ sowie Fresken aus der „Schola Armaturarum“, die nicht durch den Ausbruch des Vesuvs 79 nach Christus, sondern auch durch Bombardements im Zweiten Weltkrieg und bei einem Einsturz 2010 stark zertrümmert wurden. Die Bruchstücke wurden zunächst mit einem eigens entwickelten 3D-Scanner-System digitalisiert. Auf dieser Basis versuchte die künstliche Intelligenz (KI), das antike „Puzzle“ zu lösen. Dafür schlug sie passende Kombinationen zwischen Bruchstücken vor und berechnete, wie aus hunderten oder tausenden Teilen wieder größere Bildsegmente entstehen können. Das Problem dabei sei, dass man kein vollständiges Bild des Ergebnisses vorliegen hat, wie es bei einem normalen Puzzle der Fall ist. Auch passen die Ränder der Bruchstücke nicht nahtlos aneinander und es fehlen auch Sektionen komplett. Das mache es erforderlich, dass Roboter, KI und der archäologische Sachverstand eng kombiniert zusammenarbeiten müssen, das etwas Sinnvolles dabei herauskommen kann. Das hat geklappt. Das heißt, dass zerstörte Fundstücke nun nicht mehr in jahrelanger und teurer Arbeit zusammengebastelt werden müssen.

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