Studie

Investitionsschwäche gefährdet deutschen Maschinenbau

Seite: 2/4

Anbieter zum Thema

Stark rückläufig seien zudem die M&A-Aktivitäten im globalen Maschinenbau. Insbesondere 2013 sei in diesem Industriesegment ein schwaches Jahr für Unternehmenskäufe und Übernahmen gewesen. Ohne Aktivitäten von Finanzinvestoren führten westeuropäische Käufer aus dem Maschinenbau in Summe nur 23 Transaktionen durch. 2012 seien es immerhin noch 50 gewesen. Dabei würden die westeuropäischen Käufer vor allem in Asien mit lediglich elf Transaktionen über die vergangenen drei Jahre kaum in Erscheinung treten.

Wettbewerber aus China rüsten sich zur Eroberung der weltweiten Maschinenbau-Märkte

Insbesondere chinesische Wettbewerber werden laut Mitteilung für die deutschen Maschinenbauer zur strategischen Herausforderung. Mit zuletzt 678 Mrd. Euro Umsatz sei die Volksrepublik der mit Abstand größte Maschinenproduzent der Welt. Zwar produzierten Chinas Maschinenbauer noch überwiegend für den Inlandsbedarf. Auf internationalen Märkten sei die Volksrepublik dennoch schon heute einer der Top-Player. So nehme China seit 2012 mit einem Exportvolumen des Maschinenbaus von knapp 104 Mrd. Euro bereits den dritten Platz ein – nach Deutschland mit 150 Mrd. Euro und den USA mit etwa 113 Mrd. Euro.

In den nächsten Jahren werden die chinesischen Maschinenbauer ihre Exportbemühungen voraussichtlich noch verstärken, wie die Beratungsgesellschaft erwartet. Zum einen schwächten sich Chinas Wachstumsaussichten weiter ab, zum anderen lege der laufende Fünfjahresplan den Fokus vor allem auf Konsumgüter und Dienstleistungen. Erhöhe sich die Exportquote bis 2020 nur auf rund 20 % – 2011 bewegte sie sich noch bei 16 % –, würde sich das Exportvolumen der chinesischen Maschinenbauer dann auf 220 Mrd. Euro belaufen. Damit lägen sie deutlich vor ihren deutschen Wettbewerbern. Bleibe deren Exportanteil konstant bei den 58 % aus dem Jahr 2011, kämen diese 2020 lediglich auf ein Exportvolumen von rund 180 Mrd. Euro.

Deutsche Maschinenbauer könnten von den Chinesen überrollt werden

„Ähnlich wie die japanischen Maschinenbauer in den 1980er-Jahren könnten auch die chinesischen Unternehmen in kurzer Zeit den Weltmarkt aufrollen“, meint Markus Mentz, Principal bei Oliver Wyman. „Diese Gefahr müssen deutsche Maschinenbauer hoch einschätzen.“ Seinerzeit sei der japanische Maschinenexport von 3 Mrd. Euro im Jahr 1970 auf 32 Mrd. Euro 1990 gestiegen.

Gebot der Stunde für den deutschen Maschinenbau sei deshalb, die Finanzkraft für Investitionen zu nutzen. Hierbei seien zwei parallele Stoßrichtungen von Bedeutung. Zum einen gelte es, das Kerngeschäft zu verteidigen, zum anderen Innovation und Wachstum voranzutreiben. Bei der Verteidigungsstrategie seien laut Analyse drei Wege einzuschlagen.

(ID:42619051)