Logistik trifft Industrie 4.0

Kaizen war gestern – jetzt kommt Industrie 4.0

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Fahrerloses Transportsystem feiert Rückkehr auf die große Logistikbühne

Das Szenario ist nachvollziehbar und hört sich einfach an, doch in der Intralogistikwelt ist Industrie 4.0 noch vielen Akteuren ein Fremdwort. Auf der Logimat ergab eine Umfrage dieses Magazins unter den Ausstellern und Besuchern, dass nur eine Minderheit die Entwicklungen der vierten industriellen Revolution aus der Produktion auf die Logistik übertragen kann. „Das Thema ist produktionslastig, aber in den Beratungen haben wir immer auch mit Logistikern zu tun“, weiß Nicklas. Sie forscht aktuell zusammen mit der Götting KG zu intelligenten FTS. Diese feiern mit Industrie 4.0 ein spätes Revival, das den Durchbruch bringen könnte.

Klassische Staplerbauer haben das Konzept der fahrerlosen Systeme auch wiederentdeckt. Jungheinrich präsentierte beispielsweise jüngst der Öffentlichkeit den Auto Pallet Mover – ein neues FTS. Noch nicht serienreif, dafür aber günstig ist das FTS-Konzept vom Fraunhofer-IML. Rund 1000 Euro kostet das Produkt. Die Wissenschaftler aus dem Ruhrgebiet gelten als Vordenker im Bereich der Verknüpfung von Industrie 4.0 und der Logistikwirtschaft (siehe Kasten).

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Produkte und Lösungen
Schöne neue Logistikwelt – ein Blick in die nicht mehr ganz ferne Zukunft

Industrie 4.0 ist nicht nur ein Thema für die Prozesse, sondern fördert auch neue Produkte zu Tage. Beispielsweise Software: SAP plant den Kauf von Smart Ops. Die Amerikaner nutzen stochastische Algorithmen, um Lieferketten zu verwalten. SAP spricht von einer "real time Supply Chain"-Lösung. Sprechen kann auch der Inbin vom Fraunhofer IML. Der Ladungsträger kommuniziert mit Menschen und Maschinen, trifft Entscheidungen und überwacht seine Umgebung. Steuerungen stehen bei MSF Vathauer im Mittelpunkt. Das Unternehmen präsentiert ein Antriebs-Automatisierungssystem um Logistiksysteme mit und ohne übergeordneter Anlagensteuerung zu automatisieren und entsprechend sich wandelnden Prozessen anzupassen. Das „denkende“ Motormanagement wird dezentral über eine Energiebusleitung im Maschinenfeld verteilt, wobei alle Motormanagementkomponenten untereinander kommunizieren.

Doch nicht nur die Wissenschaftler und FTS-Anbieter dürfen sich auf die intelligente Fabrik freuen. Auch die RFID-Schmieden wittern seit Monaten Morgenluft. „RFID kann Produkte intelligent machen. Die Möglichkeiten des Barcodes sind begrenzt“, meint Dr. Wolfgang Kern vom IT-Dienstleister Atos und Leiter der Innovationsschmiede C-LAB. In der Branche munkeln manche: Vielleicht ist die Industrie 4.0 die letzte Chance der RFID-Technik, denn ein flächendeckender Einsatz der Chips, der vor Jahren schon einmal propagiert wurde, lässt auf sich warten. Vom Leiterplattenbauer bis zum Keilriemenhersteller – alle Industrien könnten zukünftig ihre Produkte mit Intelligenz ausstatten, sind Experten überzeugt. RFID-gechippte Teilprodukte schlagen zukünftig wieder den Bogen zwischen Intra- und Extralogistik. Kaizen und die Koreaner sind dagegen harmlos.

Halbleiter und Logistik – Vorbilder sind gefragt

Wer wissen will, wie die Fabrik der Zukunft aussehen könnte, der sollte einen Blick in die Halbleiterproduktion werfen. Reinräume versus Stahlregal und Stapler – größer kann der Kontrast kaum sein.

Doch gerade die Logistiker könnten die sein, die mit ihrem Automatisierungswissen die Prozesse gestalten, und vielleicht kopieren die Japaner Produktionsmethoden made in Germany.

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