Logistik trifft Industrie 4.0 Kaizen war gestern – jetzt kommt Industrie 4.0

Autor / Redakteur: Robert Weber / Stéphane Itasse

Verschwendung (Muda) vermeiden und transparente Prozesse ermöglichen: Mit der Kaizen-Philosophie revolutionierten die Japaner die Industrie und deren Prozesse. Wenn es nach der Wissenschaft und einigen OEM geht, gehört Muda bald ganz der Vergangenheit an. Industrie 4.0 verändert auch die Logistik nachhaltig.

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Das Fahrerlose Transportsystem feiert durch die Industrie 4.0 ein Revival. Die neuen Generationen agieren autonom und ohne Leitsystem.
Das Fahrerlose Transportsystem feiert durch die Industrie 4.0 ein Revival. Die neuen Generationen agieren autonom und ohne Leitsystem.
(Bild: Swisslog)

Sie haben schon einiges erlitten und miterlebt – die mittelständischen Automobilzulieferer: Kaizen in den 80ern und 90ern, Koreaner und Japaner mit neuen Modellen, Krisen im neuen Jahrtausend, Kostendrücker auf Seiten der OEM und immer wieder der Ruf nach mehr Transparenz in den Lieferketten – doch eines blieb so, wie es immer schon war: Das Excel-Sheet für die Produktionsplanung und die Nachschubsteuerung stand bei den meisten nie zur Disposition; bis heute.

Netze lösen Wertschöpfungsketten in der Industrie mittelfristig ab

Seit einiger Zeit zaubert allerdings der Begriff Industrie 4.0 den Produktions- und Logistikverantwortlichen der OEM ein vielsagendes Lächeln auf die Gesichter. Die Mehrheit der Unternehmen träumt von der intelligenten Fabrik, der smart factory, und einige stellen dabei absichtlich oder unabsichtlich die komplette Logistikkette weitgehend auf den Kopf.

„Die großen Unternehmen pushen Industrie 4.0 und die Mittelständler werden nachziehen müssen“, ist sich Prof. Dr. Daniela Nicklas vom Offis – Institut für Informatik aus Oldenburg sicher. Zu Deutsch: Macht die Fabriktore auf, lasst Informationen fließen und sorgt endlich für Transparenz, sonst können die Unternehmen den neuen Takt der Industrie nicht mehr halten. Die Informatikerin beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit immer wieder neuen Entwicklungen rund um die smart factory und Industrie 4.0 und prophezeit einen Wandel in den Prozessen. Echtzeitoptimierte Wertschöpfungsnetze ersetzen mittelfristig die klassischen Wertschöpfungsketten mit ihren Puffern, so ihre These.

M2M-Kommunikation macht übergeordnetes Leitsystem überflüssig

Der theoretische Unterbau ist die Annahme von der wandlungsfähigen und anpassungsbereiten Produktion. Will heißen: Die Roboter, Spritzguss- und Werkzeugmaschinen kommunizieren untereinander und mit der Fördertechnik, dem fahrerlosen Transportsystem oder dem Behälter und agieren so autonom – intelligent ohne übergeordnetes Leitsystem.

In Zukunft löst die Maschine selber einen Nachschubbefehl an das Lager aus und die Shuttles unterhalten sich mit den vorhandenen Behältern auf der Fördertechnik, ob einer von ihnen noch Rohmaterialien hortet und diese ausliefern kann. Meldet der Ladungsträger ein Nein zurück, lagert das Shuttle die benötigten Waren aus und informiert die Fördertechnik oder FTS über den Auftrag. Die Intralogistik sorgt dafür, dass sich die Fertigungslinie dynamisch anpasst. Das führt dann selbst so weit, dass manche Unternehmer sogar wieder über Losgröße 1 phantasieren.

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