Umformen

Kennzahlensystem steigert Effektivität in der Blechumformung

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Beim Auftreten eines Störfalls wird der betroffene Werker von der Systematik unterstützt, um möglichst effektiv wieder zum Normalbetrieb der Anlage zu kommen. Tritt ein Störfall auf, gibt es nur die Möglichkeiten, dass er bekannt oder unbekannt ist:

Werker in der Blechumformung soll Störfall dokumentieren

  • Wenn er unbekannt ist, wird der Werker konventionell tätig, indem er versucht, den Einfluss zu beheben. Anstelle einer Störfallerfassung in Papierform soll er diesen schnell und möglichst einfach rechnergestützt dokumentieren.
  • Der Super-User wird von dem Auftreten eines neuen Störfalls von der Software informiert und kann diesen zusammen mit der durchgeführten Abhilfemaßnahme in der Datenbasis und im Adaptiven Interaktiven Entscheidungs-Graphen nachpflegen. Damit wird die Erfahrungsrückgewinnung sichergestellt.
  • Ist der Störfall bereits einmal aufgetreten, ist er im System eingearbeitet, sodass mit Hilfe kurzer Eingaben zu diesem Störfall das System eine validierte Abhilfemaßnahme ausgeben kann.

Bei Nutzung der Systematik könnte das Vorgehen bei Auftreten eines Störfalls wie in Bild 2 dargestellt aussehen. Anhand der zu treffenden Entscheidungen und Auswahlmöglichkeiten wird das Vorhandensein oder das Neuauftreten eines Störfalls erfasst. Parallel zu den Eingaben findet eine zeitliche Auswertung durch das System statt, sodass unter Zuhilfenahme des implementierten Kennzahlensystems der Verlust an Anlageneffektivität aufgenommen und dokumentiert wird.

Datenbasis wird derzeit mit ersten Informationen gefüllt

Derzeit wird im Rahmen dieses Forschungsprojektes die Struktur der Datenbasis erstellt und mit ersten Informationen der beteiligten Unternehmen gefüllt. Parallel dazu entstehen die Softwarearchitektur und erste Entwürfe der Benutzerschnittstellen, die in Form von Papierprototypen den Unternehmen des projektbegleitenden Ausschusses vorgestellt werden. Im nächsten Schritt erfolgen die Implementierung der Entscheidungslogik und die Entwicklung des Kennzahlensystems.

Das vorgestellte Projekt umfasst eine Laufzeit von 27 Monaten (Start Februar 2010). Außer den drei Forschungsinstituten IPH (Institut für Integrierte Produktion Hannover gemeinnützige GmbH), IFUM (Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen) sowie GFaI (Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V.) sind auch zehn Unternehmen aus den Bereichen der Blechumformung und der Softwareentwicklung an dem Projekt beteiligt.

Dank gilt dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für die Förderung durch die Arbeitsgemeinschaft industrieller Gemeinschaftsforschungen „Otto von Guericke“ e. V. (AiF), der Europäischen Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung e. V. (EFB) für die Betreuung und den beteiligten Unternehmen für ihre Unterstützung.

Literatur:

[1] Behrens, B.-A., R. Nickel, P. Lau: Auswahl und Optimierung von Prozessketten für den Bereich Blechumformung. EFB-Forschungsbericht Nr. 266 (2007), Hannover.

[2] Ellouze, W.: Entwicklung eines Modells für ein ganzheitliches Fehlermanagement – ein prozessorientiertes Referenzmodell zum effizienten Fehlermanagement. Dissertation Universität Dortmund, 2007.

[3] Reinsch, S., P. Lau und A. Kruse: Prozessketten optimieren. In: Blech Rohre Profile; Meisenbach Verlag, 53. Jg. (2006), H. 6/7, S. 42-43.

[4] Behrens, B.-A., M. Hoffmann und I. Wilde: Brücke über Inseln. In: QZ – Qualität und Zuverlässigkeit, Hanser Verlag, 51. Jg. (2006), H. 1, S. 59-61.

Prof. Dr.-Ing. Bernd Arno Behrens ist Geschäftsführer des Instituts für Integrierte Produktion (IPH) in Hannover, Dipl.-Ing. Karsten Müller und Dipl.-Ing. (FH) Judith Kerkeling sind wissenschaftliche Mitarbeiter am selben Institut, Dipl.-Ing. Christian Buse und Dipl.-Ing. Tobias Vieregge sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen (IFUM) der Leibniz-Universität Hannover, Dipl.-Math. (FH) Gregor Wrobel M. Sc. ist Projektleiter im Bereich Graphische Ingenieursysteme bei der Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e.V. (GFal) und Dr. Matthias Pleßow ist Leiter desselben Bereiches.

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