Verzahnung Kfz-Getriebeentwicklung verlangt produktiveres Wälzfräsen

Autor / Redakteur: Jörg Lohmann / Peter Königsreuther

Um Autos noch effizienter und sparsamer zu machen, setzen die Kfz-Entwickler auch beim Getriebe an und integrieren in Automatikfahrzeugen Systeme mit neun Gängen. Zahnradhersteller werden mit steigenden Produktivitätsanforderungen konfrontiert, denen eine neue Pick-up-Wälzfräsmaschine jetzt begegnen könnte.

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Mehrere VLC-Anlagen können auch auf verschieden Weise kombiniert werden, um die Effizienz noch weiter zu steigern. Das klappt, weil sie ideal aufeinander abgestimmt sind und unter anderem die exakt gleiche Übergabehöhe für die Bauteile haben.
Mehrere VLC-Anlagen können auch auf verschieden Weise kombiniert werden, um die Effizienz noch weiter zu steigern. Das klappt, weil sie ideal aufeinander abgestimmt sind und unter anderem die exakt gleiche Übergabehöhe für die Bauteile haben.
(Bild: Emag/koepfer)

An den sechsten Gang beim Schalten haben sich die Autofahrer bereits gewöhnt – aber die Entwicklung geht weiter. So werden etwa für den Automatikbereich der Zukunft bereits Neunganggetriebe geplant. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Das Auto fährt länger im optimalen Drehzahlbereich und verbraucht so weniger Treibstoff; gute Aussichten also für den künftigen Besitzer eines Neungangfahrzeugs. In der Getriebeproduktion geht diese Entwicklung aber mit einem andauernden Optimierungsdruck einher. Immer schneller und damit günstiger soll eine großvolumige Zahnradproduktion sein. Wie das funktionieren kann, demonstrierten jüngst die Experten der Emag-Gruppe mit einer neu entwickelten vertikalen Wälzfräsmaschine.

Modulare Vertikalanlage hebt das Produktivitätsniveau an

Alleine im Jahr 2013 erwirtschafteten deutsche Unternehmen aus dem Bereich der Antriebstechnik einen Umsatz von über 17 Mrd. Euro – Tendenz steigend, wie die Angaben des Statistischen Bundesamtes verraten. Angesichts dieses in der Zukunft steigenden Produktionsvolumens steht die Branche im Fokus von Produktionsplanern aus der Automobilindustrie. Diese fordern eine noch wirtschaftlichere und schnellere Produktion, die gleichzeitig eine höhere Bauteilqualität sicherstellen soll. Wenn man nun weiß, dass die Getriebetechnik nach Einschätzung von Experten einen Großteil der Forschungsaufwendungen im Automobilbau ausmacht, ist diese Forderung keine Überraschung.

Die neuartige, vertikale Wälzfräsmaschine vom Typ VLC 200 H hebt das bisherige erreichbare Niveau in Sachen Produktivität für die Zahnradherstellung nun deutlich an. Die Experten der Emag-Tochter Koepfer mit Sitz in Villingen-Schwenningen kennen diese Dynamik gut, denn seit Jahrzehnten treiben sie mit ihren Verzahnungsmaschinen die Entwicklung in der Branche voran. Koepfer versteht sich dabei nicht nur als Lieferant von Produktionsmitteln für hochwertige Zahnräder, sondern als kompetenter Partner rund ums Zahnrad.

Einzelne Prozessschritte können leicht verbunden werden

Das aktuelle Ergebnis dieser gemeinsamen Anstrengungen von Emag und Koepfer kann durchaus als ein Meilenstein in der Unternehmensgruppe gesehen werden: Die VLC 200 H ist die erste Koepfer-Maschine auf Basis des neuen „modularen Standards“ von Emag, der einer speziellen Maschinenplattform den Namen gibt. Diese Plattform wird bei der Konstruktion einer neuen Generation von Werkzeugmaschinen für ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche zum Einsatz kommen. Speziell bei der Etablierung eines hocheffizienten Produktionssystems im Getriebebau bedeutet dieses „Baukastenkonzept“ einen großen Vorteil, weil die einzelnen Prozessschritte bei der Weichbearbeitung eines Zahnrades besonders gut und ohne großen Automatisierungsaufwand miteinander verbunden werden können – vom anfänglichen Drehen des Rohlings über den Wälzfräsprozess bis hin zum abschließenden Entgraten. Die Anlagen wurden so ausgelegt, dass sie sich auch sehr einfach untereinander verketten lassen, weil sie gut aufeinander abgestimmt sind. Ein zusätzliches Plus folgt aus der Tatsache, dass die Maschinen dafür auch die exakt gleiche Übergabehöhe für die Teile haben.

Der Blick auf das technische Herz der Wälzfräsmaschine VLC 200 H offenbart ein Konzept, das auch in der Stand-alone-Version den Anwendern große wirtschaftliche Vorteile eröffnet. Im Fokus stehen dabei Hochleistungsantriebe, die an der Hauptspindel und am Fräser hohe Drehzahlen ermöglichen. Zahnräder mit einem Durchmesser bis 200 mm und mit Modul 4 lassen sich auf diese Weise in kurzer Bearbeitungszeit trocken fräsen.

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