Monopolist?

An einem Chipkonzern aus Taiwan hängt die ganze Welt

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Kann der KI-Boom bald in sich zusammenfallen?

Vorerst spricht vieles für eine anhaltend hohe Nachfrage nach Chips für die KI. Große Technologiekonzerne investieren derzeit auch gewaltige Summen in neue Rechenzentren. Dafür benötigen sie auch immer mehr Chips. „Die jüngsten Entwicklungen sind sehr positiv für die langfristigen Nachfrageaussichten im KI-Bereich“, wie der TSMC-Konzernchef Che-Chia Wei bei der Vorlage der Quartalszahlen kommentierte. Der KI-Boom treibt parallel auch Taiwans Wirtschaft kräftig an. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr deshalb um 12,9 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet die taiwanische Zentralbank sogar ein Wachstum von 11,5 Prozent. Das wäre das stärkste Plus seit fast 40 Jahren. Allerdings wachsen auch die Zweifel, ob sich die riesigen KI-Investitionen auch für alle Beteiligten rechnen werden. Vor allem bei den teuren Rechenzentren sei noch offen, wann und in welchem Umfang sich die Investitionen auszahlen. Sollten die großen Technologiekonzerne ihre Ausgaben eines Tages deutlich kürzen, würde das auch TSMC treffen.

Problem: China könnte sich Taiwan einverleiben

Hinzu kommt ein politisches Risiko! Denn ein großer Teil der modernsten Chips wird weiterhin in Taiwan hergestellt. China betrachtet die demokratisch regierte Insel aber bekanntlich traditionell als Teil seines Territoriums und schließt eine gewaltsame Vereinigung nicht aus. Ein militärischer Konflikt könnte deshalb die Versorgung der weltweiten Technologieindustrie schwer erschüttern. TSMC produziert inzwischen aber auch in den USA und baut dort weitere Fabriken. In Dresden etwa entsteht gemeinsam mit Partnern ein Werk, das vor allem die Autoindustrie, aber auch andere Industriezweige beliefern soll. Doch bis sich die Herstellung der modernsten Chips stärker auf verschiedene Länder verteilt, dürfte noch viel Zeit vergehen.

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