Datenmissbrauch KI-Chatbot Grok lernt ungefragt aus Nutzerdaten

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die europäische Datenschutzorganisation Noyb hat in acht EU-Ländern Beschwerden gegen Elon Musks Online-Plattform X (Twitter-Nachfolger) eingereicht.

Elon Musk hat Twitter vor rund zwei Jahren für viel Geld gekauft und in X umbenannt. Es kam nun heraus, dass mit Userdaten von X unerlaubt verfahren wird, damit der Chatbot Grok respektive dessen KI lernen kann. Jetzt schreiten Datenschützer dagegen ein ...(Bild:  X)
Elon Musk hat Twitter vor rund zwei Jahren für viel Geld gekauft und in X umbenannt. Es kam nun heraus, dass mit Userdaten von X unerlaubt verfahren wird, damit der Chatbot Grok respektive dessen KI lernen kann. Jetzt schreiten Datenschützer dagegen ein ...
(Bild: X)

Bei den Dringlichkeitsverfahren im Rahmen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Auftrag von betroffenen EU-Bürgern geht es um den X-Chatbot Grok, dessen künstliche Intelligenz (KI) standardmäßig mit Beiträgen von Nutzern trainiert wird. Weil die X-Nutzer über die Verwendung ihrer Daten für das KI-Training nicht vorab informiert und um Erlaubnis gefragt wurden, hatte die für den Twitter-Nachfolger X in Europa zuständige irische Datenschutzbehörde DPC bereits vor etwa einer Woche eine Klage gegen das Netzwerk erhoben. Diese gehe dem Datenschutz-Verein Noyb allerdings nicht weit genug, weil die Klage sich nur mit Nebenaspekten des Falls beschäftige. Max Schrems, der Vorsitzende von Noyb, stellt klar: „Unternehmen, die direkt mit Nutzern interagieren, müssen ihnen einfach eine Ja/Nein-Abfrage stellen, bevor sie ihre Daten verwenden. Sie tun dies regelmäßig für viele andere Dinge, also wäre es definitiv auch für KI-Training möglich.“

Ein aufmerksamer X-User hat`s gemerkt

In Anbetracht der Tatsache, dass X bereits damit begonnen habe, die Daten von Personen für seine KI-Technik zu verarbeiten, habe Noyb eben ein Dringlichkeitsverfahren gemäß Artikel 66 DSGVO in Österreich, Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande und Spanien beantragt. Diese Vorschrift erlaube es den Datenschutzbehörden, in solchen Situationen vorläufige Anordnungen zu treffen, um eine EU-weite Entscheidung über den Europäischen Datenschutzausschuss zu treffen. Die ungefragte Nutzung der X-Daten und die geänderte Datenschutzeinstellungen waren vor zwei Wochen einem X-Nutzer aufgefallen, wie es weiter heißt. Dabei war das Häkchen bei der Erlaubnis für Grok, außer direkten Interaktionen mit dem Chatbot auch öffentliche X-Beiträge zu verwenden, für alle automatisch gesetzt. Diese Einstellung kann nur in der Web-Version von X verändert werden, in der Smartphone-App wird sie aktuell gar nicht angezeigt. Das soll sich bald ändern, verspricht X.

Irische Datenschützer üben Druck aus

Der Facebook-Konzern Meta hatte im Juni auf Druck der irischen Datenschützer seine Pläne, öffentliche Beiträge von Nutzern in Europa zum Training seiner KI-Modelle zu verwenden, auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Zuvor war kritisiert worden, dass Meta keine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer vorsah, sondern lediglich die Möglichkeit, der Verwendung der Daten zu widersprechen. X geht nun so vor, wie Meta es vorhatte. Grok soll mit anderen KI-Chatbots wie dem Vorreiter „ChatGPT“ von „OpenAI“ oder Claude von Anthropic konkurrieren. Die Software wird nicht direkt bei X entwickelt, sondern bei den Experten von „xAI“ (ebenfalls ein Musk-Unternehmen). Er kaufte Twitter bekanntlich im Herbst 2022 für rund 44 Milliarden Dollar und benannte den Dienst in X um.

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