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Maschinenausstattung Klassische Ausbildung an modernen Maschinen

| Autor/ Redakteur: Ralf Volker Schüler / Mag. Victoria Sonnenberg

Bei der Ausbildung zu sparen, heißt, am falschen Ende zu sparen. Ein Beispiel, wie Sie richtig in den Nachwuchs investieren, ihm fundierte Kenntnisse und praktische Fähigkeiten vermitteln – vom mechanischen Handrad bis hin zur Digitalanzeige – liefert die Ausbildungs- und Berufsförderungsstätte Albstadt e. V. (ABA).

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Planfräsen mit Messerkopf. Zustellung 6 mm. Demonstriert die Stabilität der Contur FPA-3 und des Spindelkopfs.
Planfräsen mit Messerkopf. Zustellung 6 mm. Demonstriert die Stabilität der Contur FPA-3 und des Spindelkopfs.
(Bild: ABA)

Die seit 1986 erfolgreich agierende Ausbildungs- und Berufsförderungsstätte Albstadt e. V. (ABA) weihte im November 2018 ihr neues Ausbildungszen- trum einschließlich der ebenfalls neu konzipierten Lehrwerkstatt in Ebingen ein. Zuvor hatte die ABA mehr als 23 Jahre die Ausbildungen zum Metallfeinbearbeiter in der Tailfinger Metallwerkstatt der IHK Reutlingen durchführen können. Da diese Ausbildungssparte ein unverzichtbarer Bestandteil des ABA-Ausbildungsprogramms darstellt, empfahl sich als neuer Standort der Umbau eines früheren Druckzentrums einschließlich der Investition in einen erweiterten und modernen Maschinenpark. Das Ausbildungsprogramm zielt auf erfolgreiche Abschlussprüfungen der Auszubildenden in Zerspanungstechnik, Fertigungsmechanik oder Mechatronik an der IHK Reutlingen ab.

Vermittelt werden den Auszubildenden unter anderem die Herstellung von Bauteilen und Werkstücken, Montage, das Einrichten von Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen sowie Kenntnisse über Steuerungstechnik bis hin zum Planen, Überwachen und Optimieren von Fertigungsprozessen. Darüber hinaus begleiten individuell abgestimmte Förderpläne den optimalen Entwicklungsverlauf, sodass gezielt Schwächen abgebaut und Stärken gefördert werden können.

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„Nun, wir haben uns im Rahmen der Ausstattung des neuen Maschinenparks dazu entschlossen, in moderne und nicht in bestenfalls generalüberholte Werkzeugmaschinen zu investieren, sodass die derzeit 36 Auszubildenden bei ihrem Einstieg in das Berufsleben über Kenntnisse auf dem neusten Stand der Technik verfügen“, erklärt Wirtschaftsingenieur Georg Keks, Werkstattleiter der ABA e. V.

Fokus auf Dreh- und Fräsmaschinen

Ausgehend von den vielseitigen Anforderungen galt es, den neuen Maschinenpark zu konzipieren und entsprechende Ausschreibungen auf den Weg zu bringen. Ein besonderes Augenmerk richtete sich dabei auf die benötigten Dreh- und Fräsmaschinen. Unter der Voraussetzung eines zuverlässigen Service und Supports sollen sie insbesondere über folgende Eigenschaften verfügen:

  • ein ausreichendes Spektrum an Bearbeitungsfunktionalität zur Durchführung präziser sowie stabiler Prozessabläufe,
  • eine hohe Maschinenperformance; unter anderem mit ausreichender Bearbeitungsfläche beziehungsweise -länge, problemlosem Spanabtrag bei einer Zustellung von 6 mm,
  • ergonomisches und sicherheitsgerechtes Design,
  • komfortable Bedienbarkeit und niedriger Geräuschpegel,
  • eine umfangreiche Grundausstattung,
  • kompakte und robuste Ausführung mit hoher Lebensdauer.

Nach Auswertung der entsprechenden Ausschreibung erhielt das Angebot der Saeilo GmbH aus Wetzlar hinsichtlich der Anschaffung von sechs Dreh- und sechs Fräsmaschinen den Zuschlag. „Im Rahmen unserer Recherchen nach geeigneten Lieferanten nahm ich im Dezember 2016 Kontakt zu Saeilo auf, da dieser Anbieter auf seiner Homepage über die Ausstattung des Maschinenparks der ilw Industrie-Lehrwerkstatt in Koblenz berichtet.

Ebenfalls war es sehr aufschlussreich, sich im Vorfeld durch einen Praxistest einen Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Maschinen zu verschaffen. Einen problemlosen, vibrationsfreien Spanabtrag von 8 mm konnten nicht viele Wettbewerber nachweisen“, erläutert Georg Keks. „Dass die ausgewählten, zum Einsatz kommenden Maschinen noch einen konventionellen Charakter aufweisen, stellt sich für unsere Zwecke nicht als nachteilig dar. Unsere Ansprüche in Bezug auf ,state-of-the-art’ und speziell hinsichtlich der Ausbildungsanforderungen werden mit den nun verfügbaren technologischen Fertigungsmöglichkeiten voll erfüllt.“

Weitere Gesichtspunkte waren für die getroffene Maschinenauswahl mit ausschlaggebend. Es betraf die solide Konstruktion und Verarbeitung der integrierten Komponenten wie Kugelrollspindel und hydraulische Spindelköpfe. Als vorteilhaft erwies sich, dass die Kühlmitteleinrichtung zur Grundausstattung gehört und nicht optional zusätzlich erworben werden muss. Letztlich kam hinzu, alles aus einer Hand zu guten Konditionen zu erhalten.

An der Präzisions- Spitzendrehmaschine lernen

Mit den neuen Präzisions-Spitzendrehmaschinen Contur SJ-430 stehen den Auszubildenden robuste und bedienerfreundliche Universaldrehmaschinen zur Verfügung. Sie eignen sich sehr gut bei wechselndem Bedienungspersonal. Insofern sind sie auch prädestiniert für die Nutzung in der Ausbildung und kommen daher zunehmend in Ausbildungswerkstätten zum Einsatz. Die Maschinen bieten dem Bedienungspersonal unter anderem durch eine übersichtliche und handliche Hebelanordnung ein komfortables Einrichten und Bedienen. Die Einstellung von Spindeldrehzahlen oder Vorschüben erfordert kein langwieriges Durchsuchen von Tabellen. Die dreifach gelagerte Hauptspindel verfügt über zwei Kegelrollenlager und ein Rillenkugellager. Durch diese hochwertige Lagerung, die engen Toleranzen der Zahnräder sowie der mit Riemen verbundenen Wechselräder weist die Drehmaschine durchgängig in allen Drehzahlbereichen eine hohe Laufruhe sowie einen geringen Geräuschpegel auf.

Die robuste, schwingungsdämpfende Meehanite-Gusskonstruktion gewährleistet stabile, vibrationsfreie Bearbeitungsprozesse. Alle Führungsbahnen und Zahnräder sind induktionsgehärtet und präzisionsgeschliffen. Weiterhin reduzieren Turcite-Beschichtungen der Bettführungen und der Kontaktflächen der Achsen von Plan- sowie Werkzeugschlitten das Reibungsaufkommen und somit die Abnutzung der Führungen deutlich. Dementsprechend führen diese Verschleißfestigkeit und die erzielte Steifigkeit der verrippten Bettkonstruktion zu einer hohen Standzeit der Maschinen. Darüber hinaus erweise sich als sehr vorteilhaft, dass der Unterbau nicht auf geteilten Kastenfüßen, sondern auf einer durchgehenden, massiven Gusskonstruktion in Meehanite-Qualität ruht. Eine Stabilität ist selbst unter extremer Belastung dieser Drehmaschine gegeben.

Vorteile der Multifunktionalität

Bei den neuen Fräsmaschinen handelt es sich um die Universal-Werkzeugfräsmaschinen vom Typ Contur FPA-3 sowie vom Typ Contur MHA-5. Diese Maschinen dienen zur effizienten Produktherstellung sowohl in der Einzel- als auch Serienfertigung im Werkzeug-, Formen- und allgemeinen Maschinenbau. Sie wurden für die Erfüllung anspruchsvoller Leistungsansprüche ausgelegt und bieten mit hoher Präzision, Qualität und Zuverlässigkeit eine Produktionssteigerung in den Werkstätten. Darüber hinaus finden diese Maschinen aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten auch einen merklichen Zuspruch auf dem zerspanungsorientierten Ausbildungssektor. So auch bei den Entscheidungsträgern im Hause der ABA. Es lassen sich unter anderem Fräsarbeiten auf dem Vertikal- oder Horizontaltisch, Bohrarbeiten mit der Pinole des Vertikalkopfes und Gewindebohren mit Ausgleichsfutter durchführen. Auch das Horizontalfräsen mit langen Fräsdornen und Gegenhalter wird ermöglicht. Außerdem stehen zum Fräsen ein Drehtisch sowie diverse Spannelemente zur Verfügung.

Analog zu den Drehmaschinen sind auch bei der Fräsmaschine alle Führungsbahnen und Tische induktionsgehärtet, präzisionsgeschliffen und die Kontaktflächen mit einer Turcite-Kunststoffbeschichtung versehen. Ebenso gewährleistet die spannungsfreie Meehanite-Gusskonstruktion die erforderliche Steifigkeit, Stabilität und Präzision. Wobei der stark verrippte Ständer und die breiten Schwalbenschwanzführungen zusätzlich das Fräsverhalten optimieren. Die Maschine ist in allen drei Achsen mit Servomotoren und Kugelrollspindeln ausgestattet, um spielfreies Bewegen und Positionieren sowie Gleichlauffräsen bei hoher Genauigkeit und Laufruhe sicherzustellen.

Beim Horizontalfräsen muss der Vertikalkopf nicht abgebaut werden, wie das bei vielen anderen Fräsmaschinen der Fall ist. Stattdessen wird dieser Vertikalkopf nur um 90° geschwenkt und nach hinten verschoben. Auf diese Weise erleichtert die Maschinenkonstruktion den Wechsel zwischen Vertikal- und Horizontalfräsen erheblich. Mit einem Pinolenverfahrweg von 120 mm und dem um ± 90° schwenkbaren Fräskopf lassen sich auch komplizierte Bauteile bearbeiten.

Zur Standardausstattung der Fräsmaschine gehört eine moderne Digitalanzeige mit Vorschubanzeigen, sodass die Fertigung der Werkstücke mit einer noch höheren Präzision erfolgen kann. Die übersichtliche Anordnung handlicher Hebel sowie das schwenkbare Bedienpult mit intuitiver Benutzeroberfläche werden den ergonomischen Aspekten hinsichtlich einfacher Bedienung und Zugänglichkeit gerecht.

Praktische Fähigkeiten an den Maschinen steigern

Die eigentlichen Anwender der Maschinen, die Auszubildenden, sind sehr angetan. Denn Bearbeitungsvielfalt und derarte Testmöglichkeiten stießen auf Begeisterung. Es zeigte sich, dass die in der Theorie erworbenen Grundkenntnisse über Zerspanung sich mithilfe dieser Maschinen leicht und anschaulich vertiefen sowie ihre praktischen Fähigkeiten steigern lassen.

„Diese Aufgeschlossenheit erfreut uns aus pädagogischer Sicht und bestärkt uns, die richtige Investition getroffen zu haben. Denn mit der Maschinenperformance der zum Einsatz kommenden Fräs- und Drehmaschinen von Saeilo sind wir sehr zufrieden. Sowohl die Contur FPA-3, Contur MHA-5 als auch die Contur SJ-430 S überzeugen nachhaltig mit ihren Leistungsmerkmalen. Sie ließen sich in unser Ausbildungskonzept bestens integrieren und haben sich bewährt“, resümiert Keks. Er ergänzt: „So erzielen wir beim Fräsen mit einem Messerkopf von 80 mm Durchmesser und einer Zustellung von 7 mm bei 2000 min-1 spiegel- ähnliche Oberflächen der Werkstücke. Ebenso einwandfrei gestaltet sich die Zustellung von 7 mm beim kleinsten Vorschub an der Drehmaschine. Auch in Bezug auf einen schnellen Kundendienst hat sich der Werkzeugmaschinenlieferant als kompetent und zuverlässig erwiesen.“

* Dr. Ralf Volker Schüler ist freier Fachjournalist in 45130 Essen. Weitere Informationen: Saeilo GmbH Werkzeugmaschinen in 3558 Wetzlar, Tel. (0 64 46) 92 47-0, info@saeilo.de, www.saeilo.de

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