Messtechnik Kleine Teile messen

Redakteur: Udo Schnell

Auch wenn die temperaturbedingte Abweichung von Bearbeitungszentren oft nur sehr gering ist, bei der Fertigung von kleinen Teilen kann dies bereits Ausschuss bedeuten.Ein Hersteller von Medizintechnikprodukten nutzt deshalb Messsysteme für die Temperaturkompensation.

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Der Tastkopf Z-Pico hat eine sehr kleine Messkraft, dadurch eignet er sich besonders für das Vermessen kleiner Werkzeuge.
Der Tastkopf Z-Pico hat eine sehr kleine Messkraft, dadurch eignet er sich besonders für das Vermessen kleiner Werkzeuge.
(Bild: Blum-Novotest)

Bei der Stoffel GmbH findet man eine Mischung aus moderner CNC-Fertigung und altem Handwerk vor. Die Anforderungen sind extrem: Die Löffelchen für die kleinsten Biopsiezangen sind 0,8 mm breit, die Schneidenbreite am Löffelrand beträgt nur 0,01 mm und die beiden Schneiden müssen sich beim Schließen exakt treffen. Um die manuelle Arbeit auf ein Mindestmaß zu reduzieren, ist es für das Unternehmen von immenser Bedeutung, möglichst genaue Teile von den CNC-Maschinen zu bekommen. Schließlich merkt man im Zusammenbau jeden Hundertstel-Millimeter.

Die Zerspanung erfolgt in einem nichtklimatisierten Untergeschoss. Die dort arbeitenden Maschinen verfügen über eine rechnerische Temperaturkompensation, welche die Korrekturwerte anhand von Daten wie Verfahrweg, Spindeldrehzahl und Einsatzdauer errechnet. Bei häufigem Werkzeugwechsel kommt die interne Kompensation jedoch an ihre Grenzen.

Die Lösung dafür stellt der Tastkopf Z-Pico dar, wie Blum mitteilt. Dieser ermögliche es, die Länge der Werkzeuge sehr genau zu messen und die Achsen entsprechend zu kompensieren. Problematisch sind die dünnen Werkzeuge von Stoffel. Beispielsweise fertigt das Unternehmen mit 0,5-mm-Zentrierbohrern, bei bei denen die Spitze bei falscher Belastung abbrechen kann.

Im Inneren des Tasters arbeitet eine präzise Linearführung, wodurch er frei von Querkräften ist, was das Messen von sehr kleinen, empfindlichen oder langen Werkzeugen ermöglicht. Es können laut Blum Werkzeuge ab einem Durchmesser von 0,05 mm erfasst werden. Zudem wird das Schaltsignal optoelektronisch im Inneren des Gerätes erzeugt. Dieses Prinzip sei abnutzungsfrei und liefere gleichbleibend hohe Messgenauigkeiten auch nach Millionen von Schaltzyklen. Der Zeitbedarf für den Messvorgang betrage nur wenige Sekunden, auch weil die Werkzeuge zur Messung mit Eilganggeschwindigkeit bis kurz vor dem längstmöglichen Werkzeugmaß positioniert werden.

  • Die Messungen zum Temperaturausgleich kommen erst nach den Schrupp-Arbeitsgängen, weil bei diesen noch keine hohe Genauigkeit gefordert ist.
  • Der aus der Messung errechnete Korrekturfaktor wird dann in alle Werkzeugtabellen geschrieben, sodass die nächste Schruppbearbeitung schon von der Messung profitiert.
  • Die Schlichtwerkzeuge werden direkt vor der Bearbeitung gemessen.

Weil die Messung mit dem Z-Pico bei jedem Teil durchgeführt und der Korrekturfaktor laufend angepasst wird, werden alle Temperaturschwankungen über den Tag zuverlässig abgefangen. MM

* Weitere Informationen: Winfried Weiland, Leiter Marketing bei der Blum-Novotest GmbH, Tel. (07 51) 60 08-0, vk@blum-novotest.com

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