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Markt für Kleinwindkraftanlagen derzeit noch schwer überschaubar
Der Markt für kleine Windenergieanlagen (KWEA) muss allerdings erst noch erwachsen werden. Produktpalette und Anbieterstruktur sind selbst für Insider kaum zu überblicken. Weltweit gibt es laut Schätzung des IWES rund 170 Hersteller und etwa 120 Anlagentypen. Darunter eine Vielzahl von Anlagen „mit manchmal sehr schlechtem Leistungsverhalten, geringer Effizienz und schlechter Qualität“, konstatiert eine Studie des Bundesverbands Windenergie.
Gleichzeitig sind KWEA teuer: Die Preise bewegen sich zwischen 2000 und 10.000 Euro je Kilowatt Nennleistung und liegen damit mindestens doppelt so hoch wie bei der großen Windkraft. „Auch die Erträge sind oft unbefriedigend, da die Leistungskennlinien meist weit höhere Windgeschwindigkeiten zugrunde legen, als der Standort tatsächlich hergibt“, betont Landwehr.
Vermarktung von Kleinwindkraftanlagen schwierig
Obwohl kleine Windturbinen ganz im Zeitgeist liegen und schätzungsweise mehrere Tausend davon in Deutschland bereits installiert sind, ist ihre Vermarktung schwierig: Die Anschaffungskosten sind hoch, die technische Zuverlässigkeit entspricht oft nicht den Erwartungen, die wenigsten Anlagen sind zertifiziert, die Einspeisevergütung ist niedrig. Leistungs- und Schallkurven werden häufig nur errechnet und nicht gemessen.
Nicht zuletzt ist die Genehmigung für Kleinwindanlagen aufwendig. „Die bautechnischen Auflagen müssen dringend vereinfacht werden“, fordert Willibald de Vries von Aircon. Zudem ist die Genehmigungspraxis der Behörden nicht einheitlich. Sie unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland, manchmal sogar von Landkreis zu Landkreis.
Horizontaldreher am meisten verbreiteter Typ von Kleinwindkraftanlagen
KWEA funktionieren im Prinzip wie große Windturbinen. Die typische Anlage in Deutschland ist laut IWES ein Horizontaldreher mit Dreiblattrotor und Permanentmagnetgenerator, konstruiert meist als Luvläufer mit Windfahne für die Nachführung im Wind. Bei den Generatoren sind sowohl Asynchron- als auch Synchronsysteme im Einsatz. Der durchschnittliche Rotordurchmesser liegt bei 5 m, die durchschnittliche Nennleistung bei 6,6 kW.
Weniger verbreitet sind Vertikaldreher. Sie gelten zwar als leiser und robuster, haben wegen der höheren Lasten aber meist eine niedrigere Bauhöhe und sind daher eher für windstarke Standorte geeignet.
Entscheidend für die Funktion ist auch bei kleinen Anlagen die Drehzahlregelung. Das lösen die Hersteller sehr unterschiedlich. Bei vielen Anlagentypen wird der Rotor bei Böen oder Sturm aus dem Wind geklappt (furling), bei anderen werden die einzelnen Rotorblätter über einen Federmechanismus (passive pitch) je nach Windgeschwindigkeit in ihrer Stellung geregelt. Bei starkem Wind wird so die Drehzahl begrenzt und die Anlage vor Überlastung geschützt.
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