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Kohlefaserverbundstoffe ermöglichen Bau des weltweit größten Solar-Katamarans

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Ultraleichte Strukturbauteile

„Insgesamt wurden 20,6 t Kohlefasern, 11,5 t Schaumkern sowie gut 23 t Epoxidharz und Härter verwendet. Das war auch für unsere Mitarbeiter keine alltägliche Aufgabe“, erläutert Knierim-Geschäftsführer Steffen Müller. Neben der Materialauswahl wurde auch für den Laminatplan Leichtbauweise in den Mittelpunkt gestellt.

So besteht die Schale des Hauptrumpfs aus einem Sandwich mit 4 mm Kohlefaser als Deckschichten (biaxial und unidirektional) sowie 50 mm Airex C70.130 als hochdichtem Kernwerkstoff.

Dieses Dickenverhältnis von Deck- und Innenschicht zusammen mit einem hochfesten Kernmaterial bilden das Herzstück ultraleichter Strukturbauteile. „Die massiven Kohlefaserstränge verbinden den Rumpf mit den seitlichen Schwimmern zu einer extrem steifen Box, die den auftretenden Kräften erstaunlich gut standhält“, so Müller.

38000 Solarzellen sorgen für 127 PS

Das Projekt Turanor Planetsolar begann vor anderthalb Jahren mit der Kiellegung und steht jetzt, rund 70000 Arbeitsstunden später, vor seiner Bewährungsprobe. Initiator und Geldgeber der 14-Mio.-Euro-Investition ist Immo Ströher, dessen Schweizer Beteiligungsgesellschaft Rivendell vornehmlich in erneuerbare Energien und Umweltschutztechnologien investiert und unter anderem beim Berliner Solarzellenhersteller Solon AG engagiert ist. Diese Firma lieferte auch die Sonnenkollektoren für die Turanor Planetsolar.

Nach endgültiger Fertigstellung sind rund 537 m² der Bootsoberfläche mit 825 Modulen oder rund 38000 Solarzellen bedeckt, genug für eine Maximalleistung von umgerechnet 127 PS. Damit das Schiff die hehren Anforderungen überhaupt erfüllen und seine Entwickler als Solar-Pioniere in die Geschichte eingehen können, kamen zahlreiche konstruktive und werkstoffliche Innovationen zum Einsatz.

Hocheffiziente Lithium-Ionen-Batterien speichern Sonnenenergie

So verfügt die Turanor Planetsolar über hocheffiziente Lithium-Ionen-Batterien der Gaia Akkumulatorenwerke GmbH aus Nordhausen, die nie zuvor in dieser Größe eingesetzt wurden. Die sechs Speicherblöcke speichern 1,1 MWh und wiegen gut 11 t. Autobatterien mit der gleichen Kapazität würden mindestens 70 t wiegen.

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