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Kommunikationsnorm IEC 61850 schafft Standard in der Automatisierung

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Im PD können ein oder mehrere logische Geräte (Logical Device – LD) implementiert sein. Die LD fassen Funktionen zusammen, die Gemeinsamkeiten in der Datenidentifikation und Zustandsbehandlung haben. Die Namen der logischen Geräte sind nicht genormt und werden nach der Funktion vergeben – beispielsweise „Trenner 1“. Jedes LD hat mehrere logische Knoten (Logical Node – LN), die alle Informationen über Teilfunktionen der logischen Geräte enthalten.

Norm IEC 61850 definiert etwa 90 logische Knoten

Insgesamt sind in der IEC 61850 etwa 90 logische Knoten definiert. Jeder LN umfasst wiederum ein oder mehrere eindeutig bezeichnete Datenobjekte, die den anwendungsspezifischen Inhalt der logischen Knoten beschreiben. Die Datennamen sind durch die Norm festgelegt und stehen jeweils in Beziehung zu ihrer funktionalen Verwendung im Netzwerk.

Das objektorientierte, hierarchisch aufgebaute Datenmodell ist die Grundlage für ein vereinfachtes Anlagen-Engineering. Weil auf vordefinierte Funktionseinheiten zurückgegriffen wird, ist eine aufwändige Anlagendokumentation nicht erforderlich. Durch die Klartextbeschreibung der Mess- und Statuswerte einschließlich Einheit und Multiplikator lässt sich der aktuelle Zustand der Anlage sofort klar erkennen.

Erhöhte Produktivität der Schaltanlagen

Phoenix Contact bietet schon seit vielen Jahren E/A-Systeme für die Installation in Schaltschrank und Feld an. Zur Kommunikation untereinander sowie mit der überlagerten Steuerung dienen netzwerkbasierte Protokolle wie Profinet, Modbus oder Ethernet/IP. Das Automationworx-System, das auf dem Konzept der IT-powered Automation (siehe Kasten) basiert, umfasst darüber hinaus Steuerungs- und Antriebstechnik, Geräte zum Bedienen und Beobachten, Industrie-PC, funkbasierte Lösungen sowie industrietaugliche Infrastrukturkomponenten wie Switches (Bild 2).

Die Automatisierungslösungen des Blomberger Unternehmens werden weltweit in zahlreichen Branchen eingesetzt. Als langjähriger Partner vieler Energieversorgungs-Unternehmen setzt Phoenix Contact die Anforderungen der IEC 61850 in entsprechende Komponenten um. Die Kombination aus umfassenden Branchenkenntnissen und einem tief greifenden Know-how in puncto Kommunikationstechniken wird zu ausgereiften Geräten führen, die zur Erhöhung der Produktivität der Schaltanlagen beitragen.

Die Einführung der IEC 61850 ermöglicht es erstmals, dass innerhalb einer Schaltanlage Geräte verschiedener Hersteller mit definierten Funktionen, Schnittstellen und einem einheitlichen Kommunikationsprofil zum Einsatz kommen. Die durch die Interoperabilität erzielte Herstellerunabhängigkeit bewirkt nicht nur einen erhöhten Wettbewerb und günstigere Preise, sondern ist auch die Voraussetzung für eine Vereinfachung von Projektierung, Inbetriebnahme, Betrieb und Wartung.

Dipl.-Ing. Harald Grewe ist Produktmanager IP67-I/O-Systeme bei der Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont.

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