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Diese Antriebstechnik umfasst einen oberen und unteren Hydraulikzylinder sowie einen gegossenen Steuerblock mit integrierten Ventilen und Wegmesssystem. Sie erzeugt kontrolliert eine Presskraft von 180 kN. Die Lage des unteren Stempels wird dabei mit einer Genauigkeit im Einhundertstel-Millimeterbereich geregelt.
Das Gesamtsystem ist laut Bott das Ergebnis einer Sonderfertigung. So sind aufgrund der engen Platzverhältnisse Regel-, Schalt- und Rückschlagventile in den Steuerblock integriert, wodurch die komplette Verrohrung und damit das Leckagerisiko entfallen. Außerdem ermöglicht dieser hydraulische Aufbau, die gesamte Einheit kompakt und stabil zu halten.
Doppelt so hohe Presskraft wie bei Vorgängermaschine
Die zweite Kaltpresse von Fritsch – die Maschine KPG 400 mit gravimetrischer Dosierung – verarbeitet feinkörniges Pulver. Beim Abfüllen ist die Gewichtstoleranz auf ±0,05 g minimiert. Die Mengen betragen dabei 1 bis 100 g. Ist das Sollgewicht erreicht, wird das Pulver über Trichter in eine Matrize gefüllt und mit bis zu 300 kN Presskraft von oben und unten verdichtet.
Zusätzlich pressen Hydraulikzylinder von zwei Seiten die Matrize mit einer Kraft von 80 kN zusammen. Diese Presskraft ist doppelt so hoch wie bei der Vorgängermaschine.
Hydraulik in extrem steifen Rahmen integriert
Die ganze Anordnung wurde in eine waagrechte, kompakte Rahmenkonstruktion integriert, die laut Bott extrem steif ausgeführt ist und mit einer Winkeltoleranz von ±0,02 mm eine Maßhaltigkeit wie im Werkzeugbau hat (Bild 2). Diese Konstruktion unterstützt die Steifigkeit der Presse.
Das war für den Pressenhersteller sehr wichtig, weshalb Bott den Rahmen sehr eben, absolut parallel und extrem verzugsfrei fertigen musste. Die Vorgaben an die Maßhaltigkeit waren sehr hoch.
Wie man bei den kompakten Abmessungen auch noch eine Hydraulik mit doppelter Kraft untergebracht hat, wird nicht verraten. Der Hydraulikspezialist offenbart nur so viel: Zwei einzelne, starke Hydraulikzylinder haben in dieser Anordnung nicht genügend Platz.
Hydraulikzylinder schalten zum Ausstoßen blitzschnell auf drucklos
Nach der Formgebung werden die Segmente über den unteren Zylinder der Presse ausgestoßen und von einer Schiebeeinheit aus der Anlage gefördert. Dazu schalten die Zylinder im Rahmen blitzschnell auf „drucklos“. Das verlängert die Matrizenstandzeit, weil der Diamantanteil der Grünlinge beim Ausbringen weniger an der Oberfläche reibt. Die Maßhaltigkeit der Matrize bleibt somit länger erhalten.
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