Faserverstärktes Polyurethan

Komplett-Composite auf Polyurethanbasis

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Um zusätzlich für lange Startzeiten bis zum Beginn der Aushärtung von mindestens 60 s zu sorgen sowie zugleich die Aushärtezeiten auf unter 300 s einzustellen. So können PUR-Systeme auch als Matrix für Verstärkungsmaterialien wie Gewebe und Gelege genutzt werden. Dieser Spagat zwischen langer Startzeit und schneller Aushärtung ist Rühl Puromer mit der PUR-Systemfamilie Puropreg-RTM nun gelungen. Mit der UV-stabilen Variante puropreg UV liegt außerdem eine sehr niedrigviskose Variante vor, welche etwa zur Herstellung von carbonfaserverstärkten Bauteilen in Sichtoptik dient und im RTM-Verfahren (Resin Transfer Moulding) verarbeitet werden kann. So können Polyurethane als „Werkstoff nach Maß“ auch in der Welt der Composites zukünftig nicht nur ihre Großserientauglichkeit, sondern auch ihre in weiten Bereichen variierbaren Eigenschaften voll ausspielen.

Zur lackierfähigen Oberfläche mit einer PUR-Grundierung

Die Oberflächenveredelung verursacht bei heutigen Kunststoffbauteilen im Fahrzeugbau nicht selten über 50 % der Gesamtkosten und trägt zu einem erheblichen Teil zur Wertschöpfung bei. Dabei sind Colour-Matching, Temperaturstabilität und weitere Kriterien zwar heute für klassische Kunststoffe gelöst, rücken aber gerade bei Compositen wieder in den Fokus.

Durch den Verbund aus Fasern und Matrix, mit signifikanten Unterschieden in den Materialeigenschaften sowie der Wärmeausdehnung als einem zentralen Charakteristikum für die Lackierbarkeit, sind hier Verfahrens- und Werkstofflösungen gefordert, die auch für Composites die Oberflächenveredelung im Großserienmaßstab ermöglichen. Dieser Aufgabe stellt sich Rühl Puromer und verfolgt dazu neben den Aktivitäten im Bereich der Matrixsysteme zwei Wege, eine rentable Oberflächenveredelung zu erreichen –

mit lichtechten und konventionellen PUR-Varianten.

Rühl setzt dabei auf die Umsetzung einer auf konventionellem Wege lackierbaren Oberfläche auf dem faserverstärkten Substrat: Die Basis hierfür ist die Entwicklung von speziellen PUR-Systemen, quasi zur „Grundierung“ der Faserverbundbauteile.

Verfahrenstechnisch werden zwei alternative Lösungswege verfolgt

Dazu werden verfahrenstechnisch zwei alternative Lösungswege verfolgt. So kann die PUR-Grundierung einerseits im Sprühverfahren noch vor der Substratfertigung in das Formwerkzeug appliziert werden. Im Anschluss finden das Einlegen der Verstärkungshalbzeuge, die Injektion des Matrixharzes und die Aushärtung zum lackierfertigen Faserverbundbauteil statt. Rühl Puromer entwickelt dafür entsprechende purospray-Systeme.

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