Zerspanungstechnik

Komplettbearbeitung reduziert die Durchlaufzeit auch bei Losgröße 1

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Als Komplettanbieter muss ein Werkzeughersteller über ein breites Spektrum an Werkzeugen für unterschiedliche Zerspanungsverfahren verfügen. Für bestimmte Aufgaben kommen dabei nur Sonderlösungen in Frage (Bild 1).

Richtige Werkzeugschnittstelle macht Fertigung bei Losgröße 1 wirtschaftlich

Bei der Fertigung von Sonderwerkzeugen dominieren kleine Losgrößen, hohe Qualitätsanforderungen und teilweise aufwendige Bearbeitungskonzepte. Trotzdem heißt das Fazit der gemeinsamen Anstrengungen: Auch bei Losgröße 1 kann man wirtschaftlich fertigen – wenn man das passende Maschinenkonzept und vor allem die richtige Werkzeugschnittstelle hat.

Bei Sandvik Tooling wurde ein Sortiment prismatischer Werkzeuge (Drehhalter, Kassetten, Schneidaufsätze, Werkzeugköpfe) bislang in verschiedenen Bearbeitungsstufen auf mehreren Maschinen nacheinander gefertigt. Die Anforderungen an die Qualität waren so hoch, dass bereits einseitig oder allseitig geschliffene prismatische Grundkörper verwendet wurden.

Diese Teile werden jetzt auf einem Stangenbearbeitungszentrum MC 726 M von der Stange (Durchmesser 80 oder 100 mm, Stangenabschnitte 800 mm lang) komplett gefertigt. In der ersten Aufspannung werden fünf Seiten bearbeitet, an der sechsten Seite bleibt ein Haltesteg, der später entfernt wird. Nach dem Trennen von der Stange wird das fertige Teil auf dem Ausführband der Maschine abgelegt. Entgratoperationen werden so weit wie möglich in die Komplettbearbeitung integriert.

Hauptzeitparallele Bestückung mit neuen Werkzeugen ist möglich

Das Ziel hieß klar: Losgröße 1 und Rüstzeit 0. Wurde anfangs eine untere Losgröße von 8 bis 10 Stück als vertretbar aus Sicht des Programmieraufwandes angesehen, so ist heute die Losgröße 1 in der Fertigung voll umgesetzt. Die Maschinen verfügen über eine Vielzahl von Speicherplätzen, sodass sogar der Einsatz von Schwesterwerkzeugen und die hauptzeitparallele Bestückung mit neuen Werkzeugen möglich ist.

Alle Maschinen haben eine integrierte Werkzeugüberwachung für den Betrieb in mannarmen Schichten. So konnten die Bearbeitungszeiten im Vergleich zu herkömmlichen Techniken um rund 50% und die Durchlaufzeiten um bis zu 90% (inklusive Liegezeiten) gesenkt werden (Bilder 2a und b – siehe Bildergalerie). Weitere Vorteile in der Bearbeitung ermöglicht die Integration des Werkzeugwechselsystems Coromant Capto als integrierte Spindellösung (Bild 3).

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