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Allerdings ist das Stangenkonzept nicht immer anwendbar: Werkstücke bis 400 mm Durchmesser und 450 mm Länge sind schlicht zu groß. Sie sollten deshalb in einem anspruchsvollen Konzept teilweise mannlos in der dritten Schicht gefertigt werden. Die gefundene Lösung (Bild 4) reduzierte die Span-zu Span-Zeit auf 3,7 s.
Das Zusatzmagazin (Teller) erhielt 90 Plätze für Coromant Capto C 6 auf zwei Ebenen. Das Bestücken des Werkzeugmagazins von Hand in der vorgegebenen Reihenfolge ist insbesondere bei großen Magazinen sehr zeitaufwendig. Die Bereitstellung der Werkzeuge muss deshalb von der Maschine selbst übernommen werden und wird je nach Art des Magazins durch Zwischengreifer, Pufferstationen oder Ähnliches realisiert.
Rüstmagazine in Regal- oder Scheibenausführung senken Stillstandszeiten
Beim Stama-Tool-Management werden die Werkzeuge ohne zusätzliche Elemente während der Bearbeitung des ersten Werkstückes nach und nach in der richtigen Reihenfolge im Magazin abgelegt. Damit ist es möglich, ohne zusätzlich dynamisch belastete Elemente die Werkzeuge direkt im Pick-up-Verfahren dem Magazin zu entnehmen.
Für häufiges Umrüsten ist deshalb eine hauptzeitparallele Beladung der Werkzeuge erforderlich, Rüstmagazine in Regal- oder Scheibenausführung reduzieren dabei deutlich die Stillstandszeiten. In den Werkzeughalter integrierte Datenträger verhindern Fehler bei der Datenübertragung von Werkzeugvoreinstellung zur Maschine. Auch das Werkstückmagazin wurde optimiert, sodass eine positionsgenaue und zuverlässige Werkstückaufnahme jederzeit möglich ist.
Bearbeitungszeiten um 30% reduziert
Ergebnis nach einem Jahr sind um 30% reduzierte Bearbeitungszeiten und um 50% reduzierte Durchlaufzeiten. Außerdem konnten die Nebenzeiten für Werkzeugbereitstellung und hauptzeitüberlappendes Rüsten gesenkt werden. Losgrößen zwischen 1 und 150 sind jetzt auf der gleichen Maschine im 3-Schicht-Betrieb möglich, Coromant Capto sorgt dabei für verlässlich hohe Werkzeug- und Werkstückwechselgenauigkeiten zur Einhaltung enger Fertigungstoleranzen. Außerdem können die Werkstücke schon während der Bearbeitungsfolge teilweise entgratet und beschriftet werden.
Allerdings sind der Wirtschaftlichkeit bei der Komplettbearbeitung oftmals Grenzen gesetzt, wenn angetriebene Werkzeuge sowie integrierte Fräseinheiten zum Einsatz kommen, sowohl wegen der Anteile der Dreh- zur Fräsbearbeitung bei den zu bearbeitenden Werkstücken als auch wegen der zu langen Werkzeugwechselzeiten. Enorme Verbesserungen wurden in den vergangenen Jahren durch den Einsatz hochwertiger Fräseinheiten und großer Werkzeugmagazine erzielt.
Werkzeugmagazin von 60 auf 120 Plätze erweitert
So wurden bei Sandvik Tooling zwei GMX 400 von Gildemeister mit C-Achse, Kreuzschlitten oben mit Dreh-Frässpindel als Motorspindel und 12-fach-Sternrevolver mit Werkzeugantrieb installiert. Ausgerüstet sind die Dreh-Fräszentren mit Coromant Capto C 6 in der Spindel und im Werkzeugmagazin. Das Werkzeugmagazin wurde in beiden Maschinen von 60 auf 120 Plätze erweitert. Bei diesem Set-up ist allerdings die Grenze der wirtschaftlichen Bearbeitung erreicht, wenn der Anteil der Drehbearbeitung 30% oder mehr der Gesamtarbeitszeit beträgt.
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