Industriedesign Kosten reduzieren durch gutes Maschinendesign
Maschinenbau und Design scheinen im ersten Moment zwei Welten für sich zu sein – in der einen steht die Funktion an erster Stelle, in der anderen die Formgebung. Dass sich die Verbindung lohnt, beweist der Bereich Sondermaschinenbau der Schaeffler AG.
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Beim Betreten des Schaeffler-Standortes für Sondermaschinenbau in Erlangen wird schnell klar: Das Unternehmen lebt Innovation auf allen Ebenen. Während die Büros im Obergeschoss nach dem New-Work-Konzept gestaltet wurden mit Multispaces, Desksharing und beschreibbaren Wänden, glänzen in der Sonderproduktionshalle im Erdgeschoss architektonisch anmutende Maschinen.
Für die Entwicklung einer neuen internen Maschinengeneration engagierte der Bereich Sondermaschinenbau der Schaeffler AG die Designagentur Ottenwälder und Ottenwälder. Es galt für die Produkt- und Industriedesigner, die Montagezellen und Bearbeitungsmaschinen neu zu gestalten. Diese waren zwar technisch hervorragend entwickelt, das spiegelte sich aber nicht in ihrer Gestaltung wider.

Um den technischen Vorsprung dieser Maschinen und Anlagen den Kunden künftig auch visuell zu vermitteln, war deshalb eine neue Designentwicklung notwendig. „Mit dem neuen Design wollen wir vor allem bei unseren Kunden das Vertrauen in die hohe Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Sondermaschinen schaffen. Beides muss auf den ersten Blick sichtbar und erlebbar sein“, sagt Bernd Wollenick, Leiter Sondermaschinenbau der Schaeffler-Gruppe.
Das Ergebnis sind Montagezellen und Bearbeitungsmaschinen, die wie aus einem Guss erscheinen und beim Blick in die Produktionshalle direkt als Maschinen vom Schaeffler-internen Sondermaschinenbau erkennbar sind. Inzwischen werden davon jährlich weltweit 800 bis 1000 Stück (Montagezellen) beziehungsweise 20 bis 30 Stück (Bearbeitungsmaschinen) produziert – Tendenz steigend.
Durch die große Anzahl, vor allem aber durch neu geschaffene Standardisierungen, können verschiedene Komponenten in größeren Mengen eingekauft werden, sodass der Stückpreis sinkt und sich eine Investition in die Gestaltung deshalb verteilt. Gutes Design bedeutet also nicht zwangsläufig Mehrkosten. Ganz im Gegenteil – aufgrund der neuen Gestaltung wird die Produktion künftig sogar noch wirtschaftlicher.
Funktionales Design reduziert Folgekosten
Das neue Erscheinungsbild der Schaeffler-Maschinen wird von zwei wesentlichen Neuerungen bestimmt: Vor dem Entwicklungsprozess benötigte die Verkettung der Maschinen viel Fläche auf dem Shopfloor. Die Anordnung verzögerte Produktionsprozesse. Durch die neue lineare Prozessanordnung liegen die Produktionsebenen auf gleicher Höhe, was Fläche spart. Zugleich wirkt die Produktionshalle wesentlich strukturierter.
Zweitens: Die Maschinen erscheinen wie aus einem Guss, schnörkellos und funktional. Türen und Fenster aus dunklem Glas sind rahmenlos und Fügungen auf den ersten Blick unsichtbar gestaltet. Die ebene Oberfläche samt eingelassener Bedienelemente ermöglicht eine schnelle und dabei gründliche Reinigung. Wirtschaftlich betrachtet senkt das die Betriebskosten und gewährleistet eine saubere Produktion. Der cleane Eindruck wird zusätzlich durch die helle Farbgebung unterstützt.
„Bei der großen Dimension der Maschinen, die genau genommen ein Stück Architektur in der Halle darstellen, muss sich der Designer zudem fragen, wie der Anlagen-Boulevard für die Mitarbeiter aussieht. Ob die Struktur beängstigend oder brachial auf sie wirkt, wenn sie sich zwischen den Maschinen bewegen“, erläutert der Geschäftsführer der Design-Agentur, Max Ottenwälder. „Bei der Farbgebung zum Beispiel haben sich die Mitarbeiter klar für die hellere Variante ausgesprochen.“ Sie bewirkt, dass die bis zu vier Meter hohen Maschinen wesentlich kleiner wirken, als sie tatsächlich sind, und eine angenehme Arbeitsumgebung entsteht.
Partizipation der Mitarbeiter
Auch die Werker sind stolz auf ihre neuen Maschinen. Während des Planungsprozesses bot ihnen das Entwicklungsteam mit Ottenwälder und Ottenwälder immer wieder die Möglichkeit, ihre Ideen und Wünsche mit einzubringen. Von Anfang an wurde kommuniziert und im Prozess miterlebt, dass Design extrem funktional und kostenneutral sein kann. Bei jeder Besprechung hatten die Designer zudem Arbeitsmodelle dabei. „Das hat insbesondere der Konstruktionsabteilung gefallen und war besser als jedes Bild“, betont Bernd Wollenick. Nun steht ein finales, verkleinertes Modell im Eingang zur Produktionshalle.
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* Désirée Spoden ist Redakteurin bei der Ruess Public B GmbH in 70176 Stuttgart. Weitere Informationen: Ottenwälder und Ottenwälder, Tel. (0 71 71) 92 72 30, info@ottenwaelder.de, www.ottenwaelder.de
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