Wahr oder gelogen? Krupp-Stiftung wirft IG Metall Falschbehauptungen vor

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Im Streit über die Zukunft der Thyssenkrupp-Stahlsparte hat die Krupp-Stiftung die Kritik hochrangiger IG-Metall-Funktionäre mit scharfen Worten zurückgewiesen ...

Es geht rund zwischen der IG Metall und der Krupp-Stiftung! Die Stiftung weist in einem Brief einige Behauptungen gegen sie, die von IG-Metall-Funktionären geäußert wurden, entschieden zurück, wie die dpa erfahren hat. Lesen Sie hier, was sich da tut ...(Bild:  Thyssenkrupp)
Es geht rund zwischen der IG Metall und der Krupp-Stiftung! Die Stiftung weist in einem Brief einige Behauptungen gegen sie, die von IG-Metall-Funktionären geäußert wurden, entschieden zurück, wie die dpa erfahren hat. Lesen Sie hier, was sich da tut ...
(Bild: Thyssenkrupp)

Die Krupp-Stiftung wirft den IG-Metall-Machern Falschbehauptungen vor. In einem der dpa vorliegenden Brief der Stiftung an den IG Metall-Vize Jürgen Kerner und den früheren IG-Metall-Chef Detlef Wetzel bezeichnete die Stiftung deren Äußerungen in Interviews der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) als beschämend. Die Stiftung bezog sich mit dieser Bewertung auf ein Zitat Wetzels, der der WAZ gesagt hatte, dass er findet, dass es der Verantwortung der Stiftung nicht gerecht, die kulturellen Interessen über das Schicksal der Arbeitnehmer und ihrer Familien zu stellen.

IG-Metall-Funktionäre schaden Thyssenkrupp

Kerner und Wetzel beschädigen damit nicht nur uns als gemeinnützige Einrichtung und als Aktionärin, sondern auch das Unternehmen insgesamt, heißt es in dem Brief, der auf den 20. Juni datiert ist. Unterzeichnet wurde er von der Kuratoriumsvorsitzenden Ursula Gather sowie den Stiftungsvorständen Volker Troche und Michaela Muylkens. Die Stiftung sei nach ihrer Satzung zur Förderung von Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, Gesundheit und Sport verpflichtet, schreiben sie. Seit 1968 habe sie dies vor allem aber im Ruhrgebiet mit Mitteln von bisher knapp 700 Millionen Euro getan. Diesen Stiftungsauftrag jetzt mit mangelnder Sorge um die Thyssenkrupp-Mitarbeitenden gleichzusetzen, ist eine Verdrehung der Tatsachen und Vermischung von Sachverhalten, heißt es weiter. Wetzel hatte gegenüber der WAZ geäußert, hier von einer Stiftung zu reden, die sich gemeinwohlorientiert nennt, zwar kulturelle Aktivitäten fördert und dafür aber das Geld aus Thyssenkrupp-Dividenden einsetzen will.

Unmut wegen Entscheidung für Einstieg von EPCG

Die Stiftung wies auch Äußerungen des Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats der Stahlsparte, Tekin Nasikkol, und aus Kerners Mund, der auch stellvertretender Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef ist, entschieden zurück. Nasikkol behauptet etwa, dass die Anteilseigner im Aufsichtsrat die Mitbestimmung in einer wegweisenden Entscheidung komplett ignoriert haben. Nasikkol bezog sich damit auf den neulich mit der Doppelstimme des Aufsichtsratsvorsitzenden gegen die Stimmen der Arbeitnehmerseite beschlossenen 20-Prozent-Einstieg des tschechischen Energieunternehmens EPCG in den Stahlbereich. Kerner hatte außerdem Gather in der WAZ als große Verbündete von Herrn López bezeichnet, die nicht auf Seiten der Belegschaft steht.

Krupp-Stiftung steht voll und ganz hinter López

Unsere Unterstützung des Kurses von Miguel López basiert auf dem Vertrauen in seine Fähigkeit, den Konzern erfolgreich umzustrukturieren und somit eine sichere Zukunft für die Mitarbeiter zu gewährleisten, war wiederum im vorliegenden Brief zu lesen. Die Stiftung habe über die Jahrzehnte hinweg als Hauptaktionärin immer wieder dividendenlose Jahre in Kauf genommen. Aus Treue zum Unternehmen habe sie es hingenommen, dass sich das Vermögen durch den Fall des Aktienkurses um 80 Prozent reduziert habe. Diese Opfer habe man immer wieder im Interesse der langfristigen Stabilität des Unternehmens und der Sicherung der Arbeitsplätze gebracht. Allerdings braucht es dafür Veränderungen, wie betont wird. Die Stiftung machte klar, dass das gesamte Vermögen der Stiftung seit ihrer Gründung in der Beteiligung am Unternehmen besteht.

Kunst oder Stahl – Das ist hier die Frage ...

Für heute Vormittag hat die IG Metall ein Protestkunstprojekt an der Villa Hügel angekündigt, dem ehemaligen Wohnhaus der Industriellenfamilie Krupp in Essen. In einem Nebengebäude befindet sich der Sitz der Krupp-Stiftung. Das Projekt steht unter dem Motto „Kunst oder Stahl – Das Geld muss in sichere Arbeitsplätze fließen und nicht in die Stiftung!“. Die Gewerkschaft rechnet mit der Teilnahme von rund 150 Beschäftigten aus der Stahlsparte.

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