Inspektionssystem Kühlkörper richtig positionieren

Von Mag. Victoria Sonnenberg 4 min Lesedauer

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In einer Prüfanlage für die Elektronikbranche stellen Kameras sicher, dass auf einem Aluminium-Kühlkörper geklebte Wärmeleitpads vorhanden und an der geplanten Position perfekt positioniert worden sind.

Ein von Rimburgs entwickeltes vollautomatisches System stellt sicher, dass die auf einen Aluminiumkühlkörper geklebten Wärmeleitpads vorhanden sind und perfekt an der vorgesehenen Stelle positioniert wurden.(Bild:  Rimburgs)
Ein von Rimburgs entwickeltes vollautomatisches System stellt sicher, dass die auf einen Aluminiumkühlkörper geklebten Wärmeleitpads vorhanden sind und perfekt an der vorgesehenen Stelle positioniert wurden.
(Bild: Rimburgs)

Die Elektronikbranche zählt zu den internationalen Schlüsselindustrien und schafft durch die Leistung ihrer Produkte in vielen Fällen erst die Grundlage für die Funktion vieler Maschinen, Anlagen und Geräte. Nur wenn die Qualität produzierter elektronischer Bauelemente zu 100 Prozent den Vorgaben entspricht, sind wirtschaftliche Lösungen möglich.

Aus verschiedenen Gründen kann die Qualitätskontrolle elektronischer Bauteile jedoch trickreich sein: Die zu untersuchenden Merkmale sind häufig sehr klein, die Bauteile werden in hohen Stückzahlen hergestellt und müssen aus Effektivitätsgründen üblicherweise mit relativ hohen Geschwindigkeiten überprüft werden. Aus Bildverarbeitungssicht erschwerend kommt hinzu, dass elektronische Bauteile häufig zumindest teilweise aus metallischen Komponenten bestehen, die aufgrund der Lichtreflexionen nur mit optimal ausgelegten Beleuchtungs- und Bildverarbeitungssystemen sicher auf Fehler inspiziert werden können.

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Exakte Platzierung erforderlich

Das in Malaysia ansässige Unternehmen Rimburgs hat sich auf die applikationsspezifische Entwicklung von Automatisierungseinrichtungen für Maschinen und Ausrüstungen spezialisiert und dabei seit vielen Jahren zahlreiche Erfahrungen in Bezug auf die optimale Auslegung von Prüfanlagen für die Elektronikbranche gesammelt. In einem Projekt aus jüngerer Zeit hat das Unternehmen für einen Kunden ein Inspektionssystem realisiert, mit dem überprüft wird, ob ein zuvor auf einem Aluminium-Kühlkörper platziertes und mit Kleber befestigtes Wärmeleitpad vorhanden und an der geplanten Position aufgebracht worden ist.

Unser Kunde wollte die Position des Wärmeleitpads auf der Aluminiumplatte prüfen und genau vermessen.

Sow Jing Zhi, Technical Support Engineer bei Rimburgs

„Wenn das Wärmeleitpad außerhalb der Platzierungstoleranz von 0,5 Millimeter liegt oder eine Winkelabweichung von mehr als 5 Grad, wird das produzierte Bauteil als Ausschuss betrachtet. Dieser Fehler kann unter anderem dann auftreten, wenn der Kleber nicht korrekt dosiert oder das Wärmeleitpad für die Platzierung nicht optimal zugeführt wurde.“

Um eine vollautomatische und wirtschaftliche Lösung zu erzielen, war für die Anlagenentwickler bei Rimburgs von Anfang an klar, dass diese Aufgabenstellung nur mithilfe eines geeigneten Bildverarbeitungssystems gelöst werden kann. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits zahlreiche andere Projekte realisiert, bei denen es auf Industriekameras des dänischen Herstellers JAI vertraut und durchweg positive Erfahrungen gemacht hatte, betont Sow: „Wir waren mit der Qualität der eingesetzten JAI-Kameras sehr zufrieden und haben uns daher auch für dieses Projekt wieder für unseren bewährten Partner entschieden.“

5 Megapixel für perfekte Bilder

Um die Position der Wärmeleitpads in dieser Anwendung zu überprüfen, entschied sich Rimburgs für eine GOX-5103C-PGE-CMOS-Farbkamera von JAI, die mit einer Auflösung von 5 Megapixeln und einem Global Shutter die erforderliche Bildqualität liefern konnte.

Die Kamera ist in einem Arbeitsabstand von 140 Millimetern über dem Testobjekt installiert. Ein diffuses Ringlicht mit einem Durchmesser von 130 Millimetern sowie ein für Megapixel-Kameras geeignetes C-Mount-Objektiv gewährleisten eine optimale Bildqualität bei der Bildaufnahme.

Neben der hohen Auflösung und dem Global Shutter gab es aber noch weitere Gründe, warum sich die Rimburg-Entwickler für die JAI GOX-5103C-PGE entschieden haben, betont Sow: „Aufgrund des mechanischen Aufbaus werden die aufgenommenen Bilder in der Draufsicht invertiert, so dass eine Bildinvertierung erforderlich war, um eine korrekte Bilddarstellung zu gewährleisten. Diese Kamera bietet diese Möglichkeit sowie die notwendige Shading- und Farbkorrektur.“ Der Bildsensor der JAI-Kamera verfügt über Farbfilter mit Standard-Bayer-RGB-Filter über den Pixeln. Ein Algorithmus auf dem Host-Computer interpoliert diese Informationen, um Farbbilder zu erzeugen, wobei die Farben aufgrund der von der Interpolationsroutine vorgenommenen Schätzungen ein wenig von den tatsächlichen Farben abweichen können. Dies lässt sich leicht durch die Verwendung der Shading- und Farbkorrekturfunktionen der Kamera ausgleichen, um eine realistische Darstellung der Bilder zu gewährleisten.

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Diese Korrekturfunktionen der JAI GOX-5103C-PGE geben dem Anwender zusätzliche Sicherheit, dass die richtige, zentrierte Position des Wärmeleitpads auf der Aluminiumplatte korrekt bestimmt werden kann. „Materialschwankungen des Aluminiums können zu starken Kontrastunterschieden auf den Aluminiumoberflächen führen, was die Erkennung der vorgegebenen Position des Kühlkörpers erschwert. Die bewährte Shading- und Farbkorrektur der JAI-Kamera minimiert diese Fehlerquelle“, so Sow.

Dass sich Rimburgs auch bei dieser Anwendung erneut für JAI als Bildverarbeitungs-Lieferanten entschieden hat, liegt nicht nur an den technischen Eigenschaften der Kameras, sondern auch an der anerkannten Qualität der in Japan hergestellten Produkte, betont der Technical Support Engineer von Rimburgs. „Ein Produkt, das mit japanischer Qualität und Technologie hergestellt wird, gibt unseren Kunden das nötige Vertrauen, das auch durch die sechsjährige Garantie untermauert wird, die JAI auf seine Kameras gewährt. Dieser lange Zeitraum ist in der Bildverarbeitungsbranche einzigartig und war für uns ein weiterer wichtiger Grund, uns für JAI-Kameras zu entscheiden.“

In dem von Rimburgs konzipierten Inspektionssystem kommen Go-X-Modelle mit GigE-Schnittstelle zum Einsatz, doch diese Kameraserie von JAI ist nicht darauf beschränkt: Erst kürzlich hat der dänische Hersteller 24 neue Modelle vorgestellt, von denen einige mit einer Coa-X-Press-2.0-Schnittstelle ausgestattet sind. Auch Modelle dieser Serie mit USB3-Vision-Schnittstelle sind bereits erhältlich. Zwölf weitere Go-X-Versionen mit 5GigE (5GBASE-T) sind bereits angekündigt. Mit einem Auflösungsbereich von 2,3 bis 24,5 Megapixeln in Monochrom und Farbe bietet die Go-X-Kameraserie von JAI damit ein hohes Maß an Flexibilität für viele Anwendungen innerhalb und außerhalb der Elektronikindustrie.

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