Konzeptvergleich
Wann Kugel- und wann Gleitgewindetrieb?

Von Jens-Uwe Gühring, Vertriebsleiter von August Steinmeyer 4 min Lesedauer

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Welche Komponente eingesetzt wird, hängt von dem Anwendungsgebiet ab. Nicht nur die Präzision, Dynamik oder Wirkungsgrad sind entscheidend – auch der Bauraum und Kostenfaktoren spielen eine Rolle.

In Albstadt werden Vorspannung sowie die Laufeigenschaften geprüft, um eine möglichst hohe Qualität der Kugelgewindetriebe zu gewährleisten.(Bild:  August Steinmeyer)
In Albstadt werden Vorspannung sowie die Laufeigenschaften geprüft, um eine möglichst hohe Qualität der Kugelgewindetriebe zu gewährleisten.
(Bild: August Steinmeyer)

Ob ein Kugel- oder ein Gleitgewindetrieb die bessere Wahl ist für eine Anwendung, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein eindeutiger Fall ist zum Beispiel die Vorschubachse einer Werkzeugmaschine. Hier wirken enorme Kräfte. Entsprechend sollten besonders robuste, zuverlässige und langlebige Komponenten zum Antreiben und Positionieren eingesetzt werden. Diese müssen nicht nur eine große Kraftübertragung, sondern auch eine hohe Dynamik und Präzision über eine lange Laufzeit gewährleisten. „In der Werkzeugmaschine ist deshalb in vielen Fällen ein Kugelgewindetrieb von Vorteil“, erklärt Wolfgang Klöblen, Entwicklungsleiter bei August Steinmeyer.

Vorteile der Kugelgewindetriebe

Kugelgewindetriebe sind zentrale Elemente in Linearantrieben für den Maschinen- und Apparatebau. Sie gewährleisten eine spielfreie und dynamische Umsetzung von Dreh- und Längsbewegungen. Die Komponenten setzen sich aus Spindel, Mutter, Umlenkung und Kugeln zusammen. Die Kugeln zirkulieren in einem Rückführungssystem zwischen dem Gewinde der Mutter und dem der Spindel. „Die Kraftübertragung erfolgt dabei – wie der Name schon sagt – über abwälzende Kugeln und daraus resultiert ein besonders hoher Wirkungsgrad und eine hohe Steifigkeit“, so Klöblen weiter. Durch die sogenannte Rollreibung entstehen zudem weitere Vorteile wie ein geringer Verschleiß und Energieverbrauch, wenig Abwärme sowie eine hohe Positioniergenauigkeit. Weitere Anwendungen, in denen ein Kugelgewindetrieb die erste Wahl darstellt, fänden sich unter anderem in der Lenkung eines Autos oder in Aktuatoren in der Luftfahrt, so der Entwicklungsleiter.