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Verpackungsmaterialien

Kundengerechte Kunststoffkisten

13.06.2007 | Autor / Redakteur: Volker Unruh / Volker Unruh

Trotz des vielfältigenen Angebots an Standardbehältern besteht eine große Nachfrage an Sonderlösungen. Bild: SSI Schäfer
Trotz des vielfältigenen Angebots an Standardbehältern besteht eine große Nachfrage an Sonderlösungen. Bild: SSI Schäfer

Kunterbunt und in vermeintlich allen Größen und Formen wird er im Markt angeboten. Für jeden nur denkbaren Einsatzzweck steht ein passendes Modell parat. Denkste! Täglich erhalten die Hersteller und Anbieter von Kunststoffbehältern Anfragen nach Sonderformen - und können fast immer helfen.

Genug ist nie genug - selten ist die Bedeutung diese Satzes treffender gewesen, als im Falle der nachstehend beschriebenen Objekte. Kunststoffbehälter sind aus modernen Lager- oder Produktionsanlagen nicht mehr wegzudenken. Sie dienen der geschützten und geordneten Aufbewahrung kleinerer und mittlerer Güter, sie werden zum Transport verschiedenster Dinge von A nach B eingesetzt oder sie versorgen den Werker am Montageplatz mit dem Nachschub an Bauteilen.

Vielfältiges Angebot an Kunststoffkisten

Im Grunde kennen die Hersteller und Anbieter von Kunststoffbehältern die vielfältigen Einsatzzwecke ihrer Ware und haben sich mit einem üppigen Angebot unterschiedlichster Typen darauf eingestellt. Allein der Neuenkirchener Lagerspezialist SSI Schäfer bevorratet rund 2 400 Typen in seinem Standard-Kästensortiment. Alle erdenklichen genormten Formate sind in den Katalogen zu finden, ebenso wie die genormten und oft auch ungenormten Abweichungen von der Norm. Und das in allen Gewichtsklassen.

Trotz dieses vermeintlichen Überangebots werden die Hersteller mit Anfragen nach Sondermodellen überschüttet. „Meist werden Modifikationen bestehender Behälter verlangt“, weiß Peter Kehrt von Bito Lagertechnik zu berichten, sei es durch Zusatzlöcher, Schlitze, Drucke, Labels oder spezielle Additive, um die Eigenschaften des Kunststoffs den Gegebenheiten des Einsatzortes anzupassen. Das gehöre zum Tagesgeschäft.

Seltener zwar, aber immer noch regelmäßig, werden komplette Neukonstruktionen angefragt. Diese Anfragen, so Bekuplast-Vertriebsleiter Jürgen Schultz, kämen vor allem aus hochtechnisierten Logistikabläufen mit sehr hohen Anforderungen an die Logistikverpackung. Oft sind es die großen Konzerne aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie, die sich nicht mit den verfügbaren Standards begnügen und nach individuellen Lösungen suchen. Oft haben sich dann aber solche ursprünglich kundenindividuelle Sonderanfertigungen im Nachhinein als Standard etabliert.

Sonderwünsche erfordern eine eingehende Beratung

Bevor sich jedoch ein Kunde für die Neukonstruktion eines Behälters entscheidet, wird der seriöse Produktmanager erst einmal mit ihm klären, ob sich die gesuchte Lösung für seine Aufgaben nicht in einer der bereits erwähnten Modifikationen von Standardbehältern finden lässt. Praktisch alle führenden Behälterhersteller unterhalten eigene Entwicklungsabteilungen, die mit dem nötigen technischen Equipment ausgestattet sind, wie CAD-Tools oder Rapid Prototyping, und über das nötige Know-how im Werkzeugbau verfügen, um mit dem Kunden eine sinnvolle Lösung zu finden.

„Wir analysieren die Situation unserer Kunden und entscheiden gemeinsam, welches Design und technische Verfahren ihren Anforderungen am besten entspricht. Dieses Konzept spiegelt sich im Produktdesign, der Produkt- und Werkzeugentwicklung sowie dem Fertigungs- und Recyclingprozess wider“, fasst Marcus Wille, Vertriebsleiter Deutschland und Österreich bei Schoeller Arca, zusammen.

Anfertigungen von Kunststoffkisten ab Losgröße 1

Ist es lediglich die Größe, die einen Standardbehälter für bestimmte Aufgaben disqualifiziert, bieten sich Verfahren wie Cut & Weld an. Je nach gewünschter Sondergröße werden Segmente aus dem Basis-Behälter herausgetrennt oder mehrere Behälter durch Spiegelschweißen zu einem neuen Behälter zusammengefügt. Unter Umständen lohnt sich eine solche Möglichkeit für den Kunden bereits ab Losgröße 1.

Tiefgezogene oder vakuumgeformte Teile sind die Lösung, wenn es beispielsweise um sogenannte Nester für die Lagerung empfindlicher Teile geht. Diese maßgefertigten Einsätze für bestehende Standardboxen sind relativ leicht und kostengünstig herzustellen. „Bei vakuumgeformten Teilen langen schon einige hundert Stück, um einen neuen Ladungsträger kalkulatorisch darzustellen, da die Werkzeugkosten erheblich günstiger sind als Spritzgießwerkzeuge,“ erläutert Peter Kehrt.

Bei neuen Konstruktionen entscheidet die Losgröße

Kommt eine Anpassung bestehender Behälter nach oben genannten Schemata nicht in Betracht, wird‘s arbeitsintensiv und teuer. „Bevor es in die konkreten Gespräche zu einer Neuentwicklung geht“, so Marcus Wille, „müssen bestimmte Punkte im Vorfeld besprochen werden. Zunächst wird überprüft, welche Anforderungen der Kunde an die Neuentwicklung hat, also in welchem Einsatzgebiet und in welcher Größenordnung sie benötigt wird.“

Vor der Kreation neuer Produkte wird wohl zunächst über die Frage der Werkzeuge diskutiert. Die Produktion der Behälter erfolgt in der Regel auf Spitzgießmaschinen. Hier gilt es zu klären, ob für neue Behälter nachträgliche Anpassungen oder Umbauten der Anlage möglich sind, beispielsweise durch Wechsel der Stanz- oder Schweißmaschinen. Ist dies nicht möglich, muss die Anschaffung neuer Werkzeuge erörtert werden. Da solche Werkzeuge nicht unter 100000 Euro zu haben sind und leicht eine halbe Million erreichen können, stellt sich die Frage der erforderlichen Losgröße. Jürgen Schultz geht von 20000 bis 50000 Behältern aus, bevor sich die Anschaffung neuer Spritzgießmaschinen rechnet.

Pauschal jedoch kann schlecht festgelegt werden, ab wann die Investition in ein neues Werkzeug sinnvoll ist. Entsprechend argumentiert Thomas Jettkant, Vertriebsleiter Behälter von SSI Schäfer, und fügt noch einen weiteren Punkt hinzu: „Die Entscheidung muss in der konkreten Kundensituation getroffen werden. Vor allem die Werkzeugkosten schlagen normalerweise mit Beträgen im sechsstelligen Bereich zu Buche. Hinzu kommen die Entwicklungskosten, der Faktor Produk-tionsdauer und, wenngleich nicht entscheidend, das verwendete Material. Je aufwendiger der Behälter, desto höher die Werkzeugkosten. Diese variieren je nach Fertigungsart.“

Rund 50% ihres Umsatzes erwirtschaften die Behälterhersteller mit Sonderlösungen - egal, ob es sich dabei um kostengünstige Modifikationen oder neu konstruierte Produkte handelt. Gut für den Kunden: Mit kompetenter Unterstützung und Beratung wird jeder Suchende seinen passenden Behälter finden – oder er bekommt ihn gemacht.MM

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