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Chrom(III) stellt für die Autoindustrie derzeit keine Alternative zu Chrom(VI) dar
Die Besonderheiten beim Einsatz von Chromtrioxid bei Produkten für die Automobilindustrie erläuterte der Leiter der VDA Projektgruppe „Dekorative Verchromung, Markus Bommer (BMW), wie der Verband berichtet. Eine Umstellung von den derzeitigen sechswertigen Chromoberflächen, die unabhängig vom Beschichter eine einheitliche Dekor-Chromfarbe garantierten, sei derzeit nicht denkbar. „Es dürfen weder die Kundenanforderungen noch die Langzeitqualität beeinträchtigt werden“, so Bommer.
Derzeit seien die Alternativoberflächen aus Chrom(III)-Verfahren aber selbst für den Kunden klar zu unterscheiden. „Da die verschiedenen verchromten Bauteile oft eng miteinander verbaut werden, müssen sie annährend gleich aussehen. Somit ist eine Umstellung nur denkbar, wenn die Alternativverfahren in Farbe und Funktion der heutigen Oberfläche aus Chromtrioxid-Elektrolyten entsprechen. Dafür brauchen die Entwickler aber deutlich mehr Zeit“, meinte Bommer. Darüber hinaus gebe es bei den Vorbehandlungen, die ebenfalls Chromtrioxide enthalten, bis heute keinerlei Erfahrungen für den Automobilbereich. Die Automobilindustrie fordere eine Qualifizierung für jedes einzelne Produkt, das umgestellt wird.
VDA-Projektgruppe pocht auf langfristige Autorisierung von Chrom(VI)
Zusammenfassend sagte Bommer für die VDA-Projektgruppe, dass die Entwicklungsprozesse und die Freigaben, Umstellungszeiten und Ersatzteilversorgung im Automobilbereich eine langfristige Autorisierung von Chromtrioxid zwingend machten, „sonst stehen die Bänder still“.
„Somit haben Sie als Zulieferer der Automobilindustrie hier bereits sehr gute Gründe genannt, warum Sie eine Autorisierung benötigen“, erläuterte Dr. Markus Berges von der Echa (Europäische Chemikalienagentur) aus Helsinki. Er gab laut Mitteilung einen Einblick in die Abläufe und den Prozess der Autorisierung. Das noch junge Verfahren werde von seiner Behörde immer wieder überarbeitet. „Eins kann man aber jetzt schon sagen: Reach ist ein Erfolg“ zeigte sich Dr. Berges überzeugt, denn die Unternehmen hätten ihre Anstrengungen bei Erforschung und der Entwicklung von Alternativen deutlich erhöht.
Er gab Hilfen für den Autorisierungsantrag und betonte, dass es wichtig sei, eine überzeugende Geschichte zu erzählen und der Echa das Geschäftsmodell und die Besonderheiten des Marktes zu verdeutlichen, wie es in der Mitteilung heißt. Kosten sollten so klar wie möglich beziffert werden und eine intensive Kommunikation entlang der Lieferkette und mit der Echa sei wichtig. Von den ersten bereits bearbeiteten Autorisierungsanträgen für andere Stoffe, könne man viel lernen.
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