Energieeffizienz

Kunststoffverarbeiter dezentral mit Energie versorgen

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Kunststoffverarbeiter spart mit Standardmaßnahmen schon 38 % ein

Hierzu soll ein Beispiel anhand einer simulierten Modellfabrik gegeben werden, die sich an einen realen, untersuchten Kunststoffbetrieb anlehnt. Das Unternehmen setzt zunächst Standardmaßnahmen um (Isolierung der Gebäude, Abwärmenutzung an Druckluftaggregaten, Aufteilung der Kühlkreise für Maschine und Werkzeug, Winterentlastung der Kältemaschinen). Anschließend installiert es ein Thermalölnetz, mittels dessen die Extruderzylinder mit Erdgas beheizt werden können.

Sowohl der Primärenergiefaktor als auch die Treibhausgasemissionen von Erdgas sind in Deutschland gegenüber elektrischer Netzenergie in etwa um den Faktor 2,5 kleiner [2]. Mittels der erwähnten Einzelmaßnahmen lassen sich schon 38 % der an dieser Stelle bisher eingesetzten Primärenergie einsparen [1].

Im nächsten, systemischen Schritt nutzt die Firma Abwärme der Gasheizung zum einen für die Gebäudeheizung, zum anderen für neu installierte Absorptionskältemaschinen (AKM). Diese verwenden Wärme zur Kältebereitstellung, während die standardmäßig eingesetzten Kompressionskältemaschinen auf der Umsetzung elektrischer Energie beruhen. Den Rest der benötigten Wärme für den AKM-Prozess liefert ein ebenfalls neu installiertes Blockheizkraftwerk (BHKW). Für diesen Schritt bietet sich eine Kooperation mit einem Contractor an, da die Investition in eine solche Anlage sowie die Installation mit dem anschließenden Betrieb nicht das Kerngeschäft Kunststoff verarbeitender Betriebe darstellt.

Aus ökologischer Sicht ist es dabei sinnvoll, auf Biomethan (auch bekannt als Bioerdgas) zu setzen. In vielen Fällen ist dies aufgrund öffentlicher Fördermöglichkeiten auch aus wirtschaftlicher Sicht attraktiver als eine Erdgasvariante. Bild 4 zeigt Ergebnisse für die Verringerung des Primärenergiebedarfs für die Bereiche Kühlung, Gebäudeheizung sowie Extruderheizung.

Gasheizung der Extruder senkt den Energieverbrauch weiter

Die standardmäßig umgesetzten Maßnahmen verringern den Bedarf um circa 38 %. Die Gasheizung der Extruder erhöht diesen Betrag auf über 54 %. Investiert das Unternehmen darüber hinaus in ein BHKW, verwendet Biomethan als Antriebsenergie und nutzt überschüssige Abwärme abgestimmt für die Absorptionstechnik beziehungsweise im Winter zur Unterstützung des Gebäudeheizsystems, verbessert sich die Bilanz noch einmal deutlich: auf etwa 92 %.

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