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Hoher Preis lässt Experten verstärkt über Alternativen nachdenken
Anhand einer Fallstudie betrachtete Thomas Schmittner, Chefeinkäufer für NE-Metalle bei Hager Electro in Heltersberg, die neuen Anforderungen, die schwankende Kupferpreise an den Einkauf stellen. „Die volatilen Preise machen uns natürlich viele Sorgen“, gestand er ein. Sein Unternehmen habe eine Katalogpreisliste, budgetiere die Kosten und sei dann darauf angewiesen, dass man sich auch im Rahmen des Budgets bewegen könne.
Solche Überlegungen hätten zur industrietypischen Beschaffungsstruktur geführt. Zu ihr zähle der strategische Einkauf, der auf die lokalen Einkaufsorganisationen des international aufgestellten Unternehmens wirkt. Er lege die Freigabe der Lieferanten, Langzeitkontakte, Preise und Konditionen fest. Einfluss auf den Kupferpreis, der sich bisher im Jahr 2011 zwischen 8450 und 10.280 US-Dollar pro Tonne bewegt hat und sich immer stärker nach oben orientiert, könne der Einkauf nur durch ein sehr aktives Commodity Management nehmen. Dies sei in den Markt hinein auszudehnen, indem es die Unterstützung von den Zulieferern bei der Rohstoffbeschaffung einfordere und unmittelbaren Einfluss auf die eigenen Beschaffungskosten nehme.
Wer nicht hedgt, der spekuliert
Wie Hedging von Kupfer funktioniert, und für wen es sinnvoll ist, - mit diesem Themenkomplex befasste sich Thomas Heyden, Managing Partner von Heyden & Steindl, Bad Homburg. Er erinnerte an die große Kupferpreiswelle vor etwa zehn Jahren: „Da haben wir gespürt, dass es Leute gibt, die sich in der Industrie mit dem Thema Preisabsicherung beschäftigen – insbesondere im Einkauf.“
Hedging über Finanzinstrumente sei ein Tool neben anderen, das man anwenden sollte, um Kupfer, das für viele Produktionsbetriebe ein unentbehrlicher Rohstoff ist, zu einem vernünftigen Preis zu erhalten. „Wer nicht hedgt, der spekuliert“, behauptete Heyden. Denn derjenige gehe letztendlich davon aus, dass die Preise fallen. Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Preise dauerhaft nur noch in eine Richtung tendieren. Sie würden vielmehr stark schwanken und darauf müsse man eingestellt sein.
Die sinnvollste Hedgingstrategie sei eine dynamische Absicherung des Kupferpreises, bei der die Absicherung nur in Aufwärtsphasen wirksam wird. Dabei gewinne man durch bessere Einkaufspreise und habe keinerlei Ausgleichszahlungen zu leisten.
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