Eisenmann

Lackiertechnik mit Potenzial zur Kosteneinsparung

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Vor allem bei gewichtsmäßig großen Durchsätzen kann es vorteilhaft sein, die Kühlzonen nach dem KTL-, Spritzlack- oder Pulvertrocknen mehrstufig vorzusehen, wobei die Kühlluft von hinten nach vorn durch zwei oder drei Stufen geführt wird. Gesamtluftmenge und benötigte Ventilatorleistung werden geringer, woraus eine Energieeinsparung von rund 20% resultiert.

Wechsel von Kondensationstrockner auf Konvektionstrockner lohnt sich

Ein Tipp für den Metall- und Kunststoffbereich, so Eisenmann: Kondensationstrockner (Funktionsprinzip Kondensations-Wäschetrockner) bieten sich zum Haftwassertrocknen und auch zum Trocknen bestimmter, nicht zur Kraterbildung neigender Wasserlacke an. Sie sparen gegenüber Konvektionstrocknern Energie und machen darüber hinaus dank niedrigerer Arbeitstemperatur energieaufwändige Kühlzonen häufig ganz überflüssig.

Das ist zum Beispiel bei einem Kunststofflackierer, der statt in eine klassischen Lösung mit Konvektionstrockner gleich in einen Kondensationstrockner investierte. So benötigt er nur noch 91 kW elektrische Leistung, statt 150 kW Erdgaswärme plus 82 kW elektrische Leistung. Dadurch wurden nicht nur knapp 20% Investitions-, sondern auch etwa 20% Energiekosten eingespart. Gelegentlich, so Eisenmann, lohne sich sogar die nachträgliche Umrüstung auf Kondensation.

Energierückgewinnung über Wärmeräder bei Spritzkabinen

Im Frischluft-Abluft-Betrieb arbeitende Hand- oder Kombi-Spritzkabinen mit großen Luftvolumina sind erhebliche Energieschlucker. Bei diesen Anlagen empfiehlt sich eine Energierückgewinnung über Wärmeräder (Bild 2). Eisenmann hat diese Technik zum Beispiel im Automobilbereich bei einem Kunststoff-Lohnlackierer eingesetzt. Nach dessen Aussage hat sich die Investition in nur elf Monaten amortisiert.

Umluftführung wenig Frischluftzufuhr in automatischen Spritzkabinen

Überall wo – wie zum Beispiel im Kunststoffbereich schon aus Qualitätsgründen – ein automatischer Spritzauftrag erfolgt, rät Eisenmann in der Regel zur Umluftführung mit hoher (meist über 90%) Luft-Kreislaufrate und entsprechend geringem Frischluft-Abluft-Anteil (Bild 3). Damit erziele man bei klimatisierten Großraum-Spritzkabinen (Querstrom-Venturi-Auswaschung) gute Ergebnisse. So steht nur ein kleiner Abluftstrom zur Entsorgung an, die vorzugsweise über RNV, gegebenenfalls auch über TNV erfolgen kann.

Vor allem man laut Eisenmann bei Konzept erheblich Energie ein, zumal Kühlung und Erwärmung der Luft im geschlossenen Kreislauf über eine Wärmepumpe erfolge. Die Vorteile hält der Anlagenhersteller für so gravierend, dass diese Problemlösung nicht nur in Form investitions- und betriebskostengünstiger Neuanlagen zum Tragen kommt. Inzwischen werden auch zahlreiche früher im Frischluft-Abluft-Betrieb gefahrene Spritzkabinen entsprechend umgebaut.

Lackierroboter zum Bau kompakter Spritzkabinen

Beim letzten konkreten Praxistipp verweist Eisenmann auf den Lackierroboter Vario-Robot, der auf der Paintexpo gleich im Doppelpack zu sehen war (Bild 4). Für das Nasslackieren wird er mit der Sprühglocke Variobell, für die Pulverbeschichtung mit dem Zerstäuber Variopowderbell ausgerüstet. Beide sind Hochrotationszerstäuber. Beim Produkt Variorobot ist die Vertikalachse in die Kabinenwand integriert. Das Ergebnis sei eine schmalere Kabinenbauweise mit geringerem Luft- und Energiebedarf.

(ID:281687)