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Mit einfachen Druckluft- oder Akkuschraubern waren in diesem Fall drei Werkzeuge nötig, da jedes Werkzeug nur auf eines dieser Drehmomente voreingestellt war. Man durfte nicht durcheinanderkommen – und musste zudem anschließend noch mit dem mechanischen Drehmomentschlüssel nachknicken, um zu prüfen, ob wirklich alle Werte stimmten.
Akkuschrauber hat Messwertgeber für Drehmoment und Drehwinkel
Vor gut drei Jahren kam dann eine Neukonstruktion – die genannte HPM 450 U. „Die Maschine hat allein etwa 540 Schrauben am Drehtisch“, meint Kaufmann. „Da kamen unsere Mitarbeiter langsam an ihre Grenzen.“ Das Unternehmen hat daraufhin eine Kosten-Nutzen-Analyse angestellt. „In der Diskussion mit Atlas Copco Tools fanden wir heraus, dass es eine genauere, wirtschaftlichere und weitaus ergonomischere Lösung gab: den Tensor-STB.“ Dieser Akkuschrauber ist mit eigenen Messwertgebern für Drehmoment und Drehwinkel ausgestattet, kann eine Vielzahl von Parametersätzen speichern und zieht auf Knopfdruck auf das richtige Drehmoment an – ohne dass der Werker, wie bei einem Drehmomentschlüssel, den Arm ständig heranziehen muss.
Wie aufwendig die Montage trotzdem noch ist, machen die pro Lager (je nach Serie) etwa 100 Schrauben deutlich, die an der neuen Mikron-Maschine benötigt werden. Der äußere Ring des C-Achsen-Lagers, mit dem dieses im Gehäuse fixiert wird, hat 44 Schrauben und der Klemmring, auf dem später der Palettenteller fixiert wird, 46. Der Palettenteller selbst wird am Ende mit ebenfalls 46 Schrauben montiert. Obrecht muss in allen Fällen auf die gleiche Weise vorgehen. Um zum Beispiel den Palettenteller auf der Welle der C-Achse zu befestigen, muss er erst alle Schrauben mit 4 Nm anziehen, dann mit 9 Nm und zuletzt alle mit 12 Nm. Dafür sind in dem Tensor STB drei Parametersätze gespeichert. Ein Prüfgang mit noch einmal 12 Nm sichert den Prozess zusätzlich ab.
Die Prüfrunde mit dem Drehmomentschlüssel entfällt
Die Schrauben müssen nach einem festen Schema in der richtigen Reihenfolge angezogen werden. Erst wenn alle drei Parametersätze an allen 48 Schrauben durchlaufen sind, ist der Palettenteller abgearbeitet. Die früher notwendige Prüfrunde mit dem Drehmomentschlüssel entfällt. Denn der Schrauber kontrolliert gleichzeitig den Drehwinkel und erkennt so etwaige Fehler, zum Beispiel in den Gewinden der Schrauben. Die Fixierung des Lagers im Gehäuse verläuft mit etwas höheren Drehmomenten von 12, 20 und 30 Nm. In der Summe heißt das: (1 x 44 Schrauben + 2 x 46 Schrauben) x 4 Montageschritte = 544 Verschraubungen am Lager der C-Achse. Hinzu kommen weitere etwa 100 Schrauben an der B-Achse, wieder mit je vier Ansätzen. Das sind um die 1000 Vorgänge.
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