Messtechnik

Langlöcher hochgenau in der Drehmaschine scannen

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Maximal zwei Mikrometer Abweichung in der Parallelität erlaubt

Die Langlöcher dürfen lediglich eine Abweichung von 2 µm in der Parallelität gegenüber den Referenzwerten haben. Ansonsten schaltet die Maschine, die das Bauteil bei Parker-Hannifin automatisch zusammensetzt, kurzerhand ab. Des Weiteren wäre die Funktion der Schnellverschlusskupplung bei Überschreitung der Toleranz nicht gegeben. In den leicht konischen Langlöchern befinden sich im zusammengebauten Zustand Kugeln, die nicht zu weit überstehen dürfen, aber auch auf keinen Fall durch das Langloch fallen sollten.

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Mit dieser Konstruktion verhindern die Schnellverschlusskupplungen von Parker den sonst üblichen Knall beim Lösen der Verbindung und ermöglichen zudem die Bedienbarkeit mit einer Hand. Genauso anspruchsvoll wie die Fertigung ist auch das Messen der Langlöcher. Der Messtaster TC76-Digilog von Blum stellte die einzige wirtschaftliche Möglichkeit dar, die Maßhaltigkeit zu überprüfen.

Integrierter Messtaster statt herkömmliche Messmethoden

„Vom Zeitfaktor einmal abgesehen, war es durch die konische Form der Langlöcher nahezu unmöglich, das Bauteil außerhalb der Maschine zu messen. Somit kam die Idee, sich nach einer neuen Drehmaschine umzusehen, die das Messen direkt im Produktionsprozess ermöglicht sowie ein fehlerhaftes Teil schnell identifiziert und aussortiert“, erinnert sich Timo Lehmann. „Doch mit den herkömmlichen Messmethoden – drei oder vier Referenzpunkte abtasten und daraus die Werte für die gesamte Kontur bestimmen – konnte es nicht funktionieren.“

Daher fragte er beim Drehmaschinenhersteller Citizen nach, ob eine Kombination aus neuer Drehmaschine und integriertem Messtaster auch für seine Anforderungen die Lösung sein könnte. „Schneller, als ich es erwartete, kam tatsächlich die Antwort des Unternehmens: ‚Das kriegen wir hin!‘“, blickt Timo Lehmann zurück. Auf der AMB im Jahr 2014 in Stuttgart konnte er sich die Cincom M32 inklusive TC76-Digilog-Messtaster von Blum-Novotest in Aktion anschauen. Was diese Kombination zu leisten imstande war, überzeugte ihn.

System erzeugt 50.000 Messwerte in der Sekunde

Blums TC76-Digilog unterscheidet sich dabei sehr von rein digitalen Messtastern: Berühren handelsübliche Systeme mit der Tastspitze die Werkstückoberfläche, wird ein Schaltsignal generiert. Andererseits waren analoge Messtaster, also solche, die die Auslenkung des Tasteinsatzes messend auswerten und nicht nur ein digitales Ein/Aus-Signal liefern, bisher sehr groß, kostspielig und meist nur in Koordinatenmessmaschinen zu finden. Blum-Novotest hat mit dem TC76-Digilog einen Messtaster für den rauen Einsatz in Werkzeugmaschinen entwickelt, der Digital- und Analogtechnik in einem Gerät vereint.

„Vorteile hat das analoge Messen immer dann, wenn es um die Beurteilung von Flächen oder Linien geht. Würde beispielsweise in diesem Fall ein schaltender Digitaltaster eingesetzt, müssten bei der Vermessung des Langlochs – um eine ausreichende Auflösung zu erreichen – sehr viele Punkte gemessen werden“, erläutert David Cousins, technisches Marketing bei der Blum-Novotest GmbH. „Der TC76-Digilog hingegen wird mit einer Messgeschwindigkeit von 2 m/min scannend über die Oberfläche geführt. Dabei generiert das System aufgrund der analogen Messwerterfassung in einem Bruchteil der Zeit eine extrem hohe Anzahl an Werten, genau genommen 50.000 pro Sekunde.“

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