Trumpf Laser als Alternative zum Sägen und Fräsen

Redakteur: Dietmar Kuhn

Ein großes Segment in der Metallbearbeitung sind Rohre und Profile – sie sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Ob sie stützen, umrahmen, tragen oder als Leitung dienen: Rohre und Profile passen sich den jeweiligen Anforderungen an. Mit ihrer Form- und Materialvielfalt sind sie hinsichtlich Funktion und Beanspruchung immer eine günstige Lösung.

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Zur flexiblen Bearbeitung bietet sich der Laserstrahl an. Dieses kohärente, monochromatische Licht schneidet beinahe jede Kontur, mag sie auch noch so komplex sein.

Seine Stärke im Vergleich zu zerspanenden Verfahren liegt in der nahezu verzugsfreien Bearbeitung unterschiedlichster Materialarten und Wandstärken. Denn der Laser schneidet, ohne das Material zu berühren. Die Konturen sind glatt und die Teile meist ohne Nachbearbeitung montagefertig.

Rohrkonstruktionen, die durch den Laser erst möglich werden, vereinfachen und reduzieren nachfolgende Fertigungsschritte. Der Aufwand für das Schweißen nimmt beispielsweise durch Knick- und Steckverbindungen deutlich ab.

Positionierhilfen mit Zapfen und Durchbrüchen erleichtern die Bauteilmontage, Kodierhilfen verhindern Montagefehler. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren wie Sägen, Anreißen, Bohren, Fräsen sinken die Herstellkosten deutlich – bei höherer Flexibilität.

Laser-Rohrbearbeitungsanlagen arbeiten auch automatisiert

In vielen Fällen wird die automatische Rohr- und Profilbearbeitung gefordert. Deshalb hat Trumpf seine Laser-Rohrbearbeitungsanlagen Tru-Laser Tube mit den nötigen Automatisierungskomponenten versehen und zeigt sie auf der Metav 2008. Alle Baugruppen sind optimal aufeinander abgestimmt: vom Tru-Flow-Laseraggregat und der Strahlführungsanlage über Dreheinheiten und Systemsteuerungen bis hin zu den Modulen für die Handhabung der Rohre und Profile.

Die Tru-Laser Tube 5000 ermöglicht es, in einer Aufspannung Rohre und Profile abzulängen sowie Aussparungen und Konturen mit dem Laser einzubringen. Einzelrohre können auf der Förderstrecke ausgerichtet oder von Hand in die Spannfutter eingelegt werden. Die Spannfutter sind mit selbstzentrierenden Parallelspann-einheiten ausgestattet. Zusammen mit der Dreh- und Vorschubstation sorgen sie dafür, dass die Werkstücke der Laserstation präzise zugeführt werden.

Fertig geschnittene Teile werden über einem Material schonenden Bürstentisch ausgeschleust, der zudem als gut zugänglicher Fertigteilpuffer dient. Kleinteile bis300 mm Länge befördert eine Rutsche aus dem Arbeitsbereich, größere Teile können direkt der Ausschleusstation entnommen und bequem in Behälter geleitet werden.

Laserschneidmaschine bietet gratfreien Schnitt

Außer der Tru-Laser Tube 5000 gibt es als „kleine Schwester“ die Tru-Laser Tube 3000, deren typische Anwendung das Trennen von Qualitätsrundrohren, insbesondere aus Edelstahl, ist. Der gratfreie Schnitt ist ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zu spanenden Verfahren.

Die Schnittflächen sind oxidfrei und trocken, da keine Kühlschmiermittel benötigt werden. Diese hohe Schnittqualität erreicht die Tru-Laser Tube auch bei dünnwandigen Rohren. Die berührungslose, kraftfreie Arbeitsweise des Lasers macht es möglich.

Die technologieorientierte Programmiersoftware Tru-Tops Tube wurde speziell für das Rohrbearbeitungszentrum Tru-Laser Tube 5000 entwickelt. Es sind dabei Standardfälle für Verschneidungen aller Art, Lasertabellen und weitere Regelwerke hinterlegt.

Im ersten Schritt wird die Rohrgeometrie gezeichnet. Im zweiten Schritt definiert die Software die Bearbeitung und erzeugt NC-Daten. Dazu analysiert Tru-Tops Tube die Schnittgeometrien und berechnet die Konturen.

Programmiersoftware speziell für Rohrbearbeitung

Auch komplexe Aufgaben, wie die Eckenbearbeitung von Rohren mit rechteckigem Querschnitt, meistert das Programm automatisch. Zudem prüft das Programm eventuelle Kollisionen. Als Hardwareplattform braucht Tru-Tops Tube lediglich einen PC. Die Software lässt sich problemlos in hausinterne Netzwerke integrieren und mit der Online-Verbindung der TruLaser Tube 5000 koppeln.

Rohrverbindungen liegen im Trend, denn das Rohr bietet völlig neue konstruktive Möglichkeiten, mit denen sich Kosten und Gewicht sparen lassen. In der Automobilindustrie beispielsweise werden immer mehr massive Bauteile durch Rohre ersetzt, sei es bei Kopfstützen, Querträgern oder auch als Kurbelwellen im Motorblock selbst.

Dennoch kennen viele Konstrukteure die neuen Möglichkeiten der flexiblen Rohrbearbeitung mittels Laser noch zu wenig. Trumpf-Seminare für laseroptimiertes Konstruieren bieten die Grundlagen, um Laser-, Rohr- und Profilbearbeitung effektiv einzusetzen – sozusagen „mit vollem Rohr“.

Trumpf GmbH + Co. KG, Halle 8a, Stand D30

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