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Ätzen war gestern, Heute ist Laser angesagt
Mit der Lasertec 125 Shape bietet sich etwa die Möglichkeit, dass das Unternehmen bei seinen Kunden bereits in der Entwicklungsphase einbringt. „Nur so können wir die Entwickler und Produktdesigner für die nahezu grenzenlosen Spielräume sensibilisieren“, weiß Thorsten Michel. Grenzenlos trifft es tatsächlich, denn die Oberflächenstrukturierung mittels Laser ist klassischen Ätzverfahren in zahlreichen Punkten überlegen. Einer der auffälligsten Vorteile ist die absolute Freiheit im Design. Auf Basis von Graustufenbitmaps und einer 3D-Visualisierungs- sowie Animationssoftware können beliebige Texturen und technische Oberflächenstrukturen erzeugt werden, die wie eine „Gummihaut“ auf die Geometrie der Werkzeugform gezogen werden. Das Softwarefeature Lasersoft-3D-Texture setzt die erarbeiteten Strukturdaten für die eigentliche Bearbeitung um, generiert CNC-Programme, simuliert die Bearbeitung vorher in 3D und positioniert das Werkstück so, dass der Laserstrahl immer in einem möglichst idealen Winkel auf die Fläche trifft (konturparalleles Lasershapen).
Ökologischer Zusatznutzen
Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Ätzen ist die chemiefreie Herstellung. Thorsten Michel dazu: „Der ökologische Aspekt gewinnt hier zunehmend an Bedeutung und auch die Preispolitik der chemischen Ätzer spielt uns in die Karten.“ Dort seien die Kosten nämlich deutlich gestiegen. „Dadurch können wir als Laserstrukturierer viele Aufträge zum gleichen Preis oder sogar günstiger anbieten. Neben der gleichzeitig höheren Flexibilität war und ist das auch weiterhin unser erklärtes Ziel.“
Wasserdichte EPP-Schaumteile
T. Michel Formenbau geht im Umgang mit der Shape-Technologie außerdem noch einen Schritt weiter, wie der Firmeninhaber ergänzt: „Im Bereich der Schäumwerkzeuge sind die laserstrukturierten technischen Oberflächen ein Quantensprung, weil sie ganz spezielle Funktionen erfüllen können.“ EPP- und EPS-Schäume sind heutzutage beliebte Materialien, weil sie leicht und stabil sind und darüber hinaus noch isolierende Eigenschaften besitzen. Hier ist es dem Unternehmen beispielsweise gelungen, allein durch die Laserstrukturierung eine wasserdichte Oberfläche in EPP-Schaum zu erzeugen, weil die Struktur so fein ist, dass Wasser aufgrund seiner Oberflächenspannung nicht eindringen kann. Ein weiteres Beispiel: In der Bauindustrie können Isolierplatten mit Sicht- oder auch Haftstrukturen versehen werden. Ein weiterer Aspekt sei die Haptik: „Mit Hilfe der Laser-generierten Strukturen können wir sehr weiche Soft-Touch-Oberflächen herstellen.“ Paradebeispiel ist ein Lenkrad, das T. Michel bereits im vergangenen Jahr auf einer Lasertec 65 Shape gefertigt hat. Für das technische Formteil gab es einen Innovationspreis von Arpro, dem größten EPP-Rohmaterialhersteller.
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