Lasertechnik

Laser-Strahlquellen und ihre Zukunftschancen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Braun: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass kaum eine neue Technik in der Lage war die vorherige vollständig zu substituieren. So werden auch heute noch lampengepumpte Festkörperlaser für die Mehrzahl der gepulsten Anwendungsfälle eingesetzt und auch die konventionell geströmten CO2-Laser spielen nach wie vor eine wichtige Rolle im Markt. Die neuen Technologien können vielmehr als Ergänzung gesehen werden.

Bleher: Unterschiedliche Anwendungen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Strahlquelle. Daher wird es auch in Zukunft weiter eine Parallelität geben. Der CO2-Laser wird in den nächsten Jahren der Standard-Schneidlaser für das Blechschneiden bleiben. Zudem denken wir, dass sich der Scheibenlaser als Multikilowatt-cw-Laser weiter etablieren wird. Auch der Faserlaser wird seine Felder besetzen, vor allem in unteren Leistungsbereichen.

Die Diskussion bei Laserstrahlquellen spitzt sich derzeit stark auf die Frage Scheibe oder Faser zu. Welche Philosophie verfolgt Ihr Unternehmen und welche Empfehlung geben Sie Ihren Kunden?

Thieme: Die Frage Scheibe oder Faser ist für uns keine Frage mehr. Antworten auf diese Frage hat der Markt inzwischen hinreichend gegeben. Für energiebewusste Anwender, die mit Produktionsfläche sparsam umgehen müssen und dabei Wert auf geringe Betriebs- und Unterhaltungskosten legen, gibt es keine Zweifel, sich dem Faserlaser zuzuwenden. Der Endkunde muss heute leicht zu bedienende, servicefreundliche und kostensparende Systeme einsetzen. Komplizierte Festkörperlaser, die hohe Kosten beim Austausch der Diodenpakete verursachen, sind heute und in Zukunft nicht gefragt. Die Empfehlung, die wir Kunden geben, ist, sich mit den Betriebs- und Unterhaltungskosten einer Laserquelle auseinanderzusetzen. Eine Laserquelle sollte heute so einfach wie eine Mikrowelle arbeiten: Einschalten und fertigen – und das bei niedrigen Anschaffungs- und Nebenkosten.

Braun: Unsere Philosophie ist es, dem Kunden stets die für seine Anwendung, unter Betrachtung des Gesamtsystems, beste Lösung zu bieten. Die zugrunde liegende Technik ist folglich keine Voraussetzung, sondern Folge der Betrachtung. Wir bieten heute das komplette Spektrum an: von lampengepumpten und diodengepumpten Festkörperlasern in Stab- oder Scheiben-Bauform über Faserlaser bis hin zu CO2-Lasern und Direkt-Diodenlasern. Letztendlich bilden in erster Linie die Kosten in der Gesamtbetrachtung unter Einbeziehung der Applikation die Basis für die Empfehlung gegenüber dem Kunden.

Bleher: Höhere Leistungen sind und bleiben die Domäne des Scheibenlasers. Für Schweißanwendungen, die eine hohe Strahlqualität bei Leistungen im Multikilowatt-Bereich erfordern, sind Scheibenlaser das richtige Konzept. Der Faserlaser ist vor allem bei niedrigen Leistungen bis zu mehreren 100 W eine gute Technik. Damit eignet er sich immer dort für das Schweißen und Schneiden, wo sehr feine Konturen in dünnen Blechen gefragt sind. Die Gründe für diese Unterschiede sind vor allem technischer Natur: Beim Scheibenlaser bleibt – anders als beim Faserlaser – die Leistungsdichte im Inneren des Resonators auch bei hohen Leistungen weit unterhalb der kritischen Zerstörquelle des Lasermediums. Durch die bauartbedingte Unempfindlichkeit gegenüber Rückstrahlungen muss der Anwender zudem beim Scheibenlaser keinen Ausfall der Strahlquelle befürchten, falls eine Rückreflexion vom Bauteil erfolgt. Daher ermöglicht der Scheibenlaser eine deutlich bessere Produktivität.

(ID:280677)