Leasing für Existenzgründer

Redakteur: MM

Auf Jungunternehmer zugeschnittene Lösungen schonen die Liquidität. Existenzgründer und Jungunternehmer sind meist knapp an Eigenmitteln. Banken sind mit Krediten an Jungunternehmer sehr vorsichtig...

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Auf Jungunternehmer zugeschnittene Lösungen schonen die LiquiditätExistenzgründer und Jungunternehmer sind meist knapp an Eigenmitteln. Banken sind mit Krediten an Jungunternehmer sehr vorsichtig geworden, öffentliche Fördermittel sind selten. Leasing kann die Lücken im Finanzierungskonzept füllen. Dafür müssen Existenzgründer den Leasinggeber mit einem ausgereiften Unternehmenskonzept überzeugen. Leasen heißt mieten statt kaufen. Leasingverträge kommen auf verschiedene Weise zustande: Entweder sucht sich der Leasingnehmer das gewünschte Wirtschaftsgut, etwa eine Dreh- oder Fräsmaschine oder ein Anlagensystem, beim Lieferanten selbst aus und wendet sich dann an eine Leasinggesellschaft. Dieser Leasinggeber kauft die Maschine oder Anlage und vermietet sie an den Leasingnehmer. Bei der anderen Variante beauftragt der Leasing-nehmer gleich den Leasinggeber damit, sein ,,Know-how" für die günstigste Beschaffung einer auf den Kunden maßgeschneiderten Anlage einzusetzen.Maschinenleasing: Der größte PostenBeim Start des Unternehmens ist es für den Gründer besonders wichtig, finanziell beweglich zu bleiben. Das macht Mobilienleasing möglich, das von A bis Z, von ,,Automaten-Drehbank" bis ,,Zeitungs-Rotationsmaschine" reicht. Leasing erlaubt es Unternehmen, Maschinen und Systeme auf dem neuesten Stand der Technik anzuschaffen - ohne die Kreditlinie bei der Bank zu belasten, ohne Sicherheitseintragungen ins Grundbuch oder sonst erforderliche Finanzierungsvoraussetzungen für hohe Anschaffungskredite. Die Vorteile vonLeasing: - Erstens ermöglicht es Leasing als Finanzierungsinstrument, Maschinen aus den Erträgen mit langfristig kalkulierbaren Raten nach und nach zu bezahlen. - Zweitens spart der Jungunternehmer auf diese Weise Steuern, denn die Leasingraten sind voll steuerlich absetzbar. - Drittens: Das Eigenkapital wird geschont, der mögliche Kreditspielraum des Existenzgründers bei seiner Hausbank bleibt für andere dringende Investitionen erhalten, etwa für notwendige Entwicklungsinvestitionen oder dringende Marketingmaßnahmen.Vorteilhaft ist es, wenn die Leasinggesellschaft eng mit dem Hersteller des jeweils gewünschten Maschinensystems zusammen- arbeitet. ,,Beim so genannten Vertriebsleasing kann der Jungunternehmer von den engen Liefer- und Finanzierungsbeziehungen des Leasinggebers und des Lieferanten durch Rabatte profitieren", empfiehlt Bernhard Schaaf von der Südleasing GmbH in Stuttgart, einer vollständigen Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, bundesweit in einem Tochterunternehmen in Berlin sowie in 24 Vertriebsniederlassungen erreichbar. Es lohnt sich für einen Existenzgründer auf einer für seinen speziellen Fall maßgeschneiderten Lösung zu bestehen. Mit einem Kurzmietvertrag etwa kann eine bestimmte Werkzeugmaschine, eine Anlage oder ein Großgerät eventuell nur für eine bestimmte Frist, zum Beispiel für zwei Jahre, zur Erledigung eines Auftrags geleast werden. Auch für den Fall, dass während einer immer möglichen zeitweiligen Auftragsflaute mal kurzfristige Liquiditätslücken entstehen, sollte im Leasingvertrag möglichst vorgesorgt werden. Die monatlichen Raten sollten nach Möglichkeit dem Liquiditätsfluss des Jungunternehmens angepasst werden und in flauen Zeiten reduziert und zum Ausgleich in besseren Zeiten erhöht werden können.Generell wird zwischen Vollamortisations- und Teilamortisationsverträgen unterschieden: Bei Ersterem decken die Leasingzahlungen während der unkündbaren Grundmietzeit die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Leasinggebers sowie Zinsen, sonstige Nebenkosten und die Gewinnspanne des Leasinggebers zu 100%. Bei Teilamortisationsverträgen bleiben nach Ablauf der vereinbarten Mietzeit nicht abgedeckte Kosten stehen, die der Leasinggeber durch Weitervermietung oder Verkauf des Leasinggegenstandes an den Leasingnehmer oder an Dritte auszugleichen versucht. Neben diesen grundlegenden Vertragsformen gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsvarianten von Leasingverträgen für nahezu alle erdenklichen Fälle.Ein besonders wichtiges Finanzierungsinstrument für den export-orientierten Maschinenbau ist das grenzüberschreitende Exportleasing. Das gilt erst recht für Existenzgründer, die ins internationale Geschäft einsteigen wollen. ,,Internationales Leasing wird für deutsche Hersteller im Zuge der Globalisierung immer wichtiger. Ausländische Kunden erwarten häufig, dass Anbieter eine Finanzierung gleich mitliefern", lautet die Erfahrung von Holger Stuhlmann Experte für Exportleasing bei der Südleasing. Der Finanzdienstleister verfügt beim Maschinenleasing und beim grenzüberschreitenden Exportleasing des deutschen Maschinenbaus über langjährige Erfahrungen.Beim Exportleasing bekommt der deutsche Lieferant den vollen Kaufpreis von der Südleasing bei Lieferung erstattet, für ihn wird aus dem Export- also ein Inlandsgeschäft mit sofortiger Barzahlung. Alle Verträge beruhen auf deutschem Recht, das gibt einem Exporteur eine außergewöhnliche Sicherheit. Die Südleasing klärt mit in- und ausländischen Beratern die rechtlichen und steuerlichen Besonderheiten und unterstützt ihre Kunden bei Transport- und Versicherungsfragen. Das erleichtert auch mittelständischen Existenzgründern im Maschinenbau den Einstieg ins Auslandsgeschäft.Immobilienleasing maßgeschneidertBei seinem ausländischen Kunden kann der Jungunternehmer mit überzeugenden Trümpfen aufwarten: Mit einer Leasingfinanzierung kann der Exportpartner die notwendigen Devisen aus der Nutzung des Investitionsgutes selbst erwirtschaften und die Leasingraten aus den Erträgen seiner laufenden Produktion bezahlen. Hinzu kommen in fast allen Ländern Steuervorteile, weil Leasingraten ähnlich wie in Deutschland als Betriebsausgaben von der Einkommensteuer abgesetzt werden können. Fast immer entfallen auch Vermögens-, Kapital- und Gewerbesteuer. Für die Finanzierung der Leasingraten kann der ausländische Kunde zusätzlich oft sogar staatliche Subventionen und/oder Förderprogramme nutzen.Nicht das Eigentum an einer Immobilie ist wichtig, sondern ihre Nutzung - und damit die Möglichkeit, Erträge zu erwirtschaften und die Wettbewerbsposition zu verbessern, lautet ein Leitspruch. Deshalb entscheiden sich immer mehr Unternehmen für das Leasing von Immobilien, um das Eigenkapital lieber in Forschung und Entwicklung, in Personal und in Innovationen investieren zu können. Das gilt erst recht für meist finanziell klamme Existenzgründer.Bei mittelständischen Unternehmen werden nach Schätzung von Experten wie Olaf Grübler von der Südleasing Immobilien in Mannheim rund ein Drittel der Immobilien geleast. Für das Leasen von Immobilien spricht einiges: Bei einer Kreditfinanzierung werden die Zinskosten der Gewerbeertragsteuer unterworfen, die Leasingkosten hingegen nicht. Das bedeute einen finanziellen Vorteil. Und: Die Leasingrate orientiert sich an der wirtschaftlichen Lebensdauer des Gebäudes, die Abschreibung hingegen an der abstrakten steuerlichen Nutzungsdauer.Immobilienleasing bietet noch weitere interessante Möglichkeiten: Ein Jungunternehmer kann beispielsweise ein Produktions- oder Bürogebäude auf zwanzig Jahre leasen. Nach Ablauf der Leasingdauer kann er, wenn er dann über genügend eigene Finanzmittel verfügt, das Gebäude erwerben. Dann vermietet er es an das Unternehmen und trifft so zusätzliche Vorsorge für seinen Lebensabend.Die drei Grundvarianten des Immobilienleasings: - Beim Neubauleasing (,,built and lease") wird ein Gebäude bis ins Detail entsprechend den Anforderungen des Leasingnehmers gebaut.- Bei der Variante ,,buy and lease" erwirbt die Leasinggesellschaft ein bestehendes Objekt und verleast es an den späteren Nutzer. - Beim dritten Modell veräußert ein Unternehmen ein Gebäude an die Leasinggesellschaft, um es anschließend von ihr zu leasen (,,sale and lease back").Computer und Co: Small TicketsModerne Informations- und Kommunikationstechnik ist für das Management in Jungunternehmen unerlässlich. Für Neu-Mittelständler könnte das Leasing von teurer Hard- und Software noch interessanter werden, wenn der Banken-Vertrag Basel II, wie im Mittelstand allgemein befürchtet, die Kreditvergabe erschwert. Große Herstellerfirmen erkennen in günstigen Leasingangeboten eine Chance, das schwächelnde Computergeschäft zu beleben. Der Vorteil für die Gründer kleiner und mittlerer Unternehmen: Sie können ihr Budget für Hard- und Software flexibler planen, vermeiden eine Kreditaufnahme, müssen ihr Eigenkapital nicht antasten - und sichern sich dennoch eine Ausstattung mit modernster Informationstechnologie.Büro- und EDV-Equipment läuft bei den großen Leasinggesellschaften unter dem Insider-Begriff ,,Small Tickets": Investitionsgüter zu kleinen Preisen. Spezialisierte Leasinganbieter haben sich auf dieses Marktsegment konzentriert. Wer wissen will, was ihn das Leasing von Rechnern, Monitoren, Druckern, Netzwerkkomponenten und Programmen monatlich kosten wird, kann inzwischen die Raten auf den Homepages der Leasinggesellschaften im Internet schon selbst kalkulieren. Der online-Leasingkalkulator er-mittelt günstigste Finanzierungsvarianten und berücksichtigt auch Kalkulationsspielräume, Vertragsvarianten und Zusatzleistungen.Experten sind sicher, dass Leasing künftig noch mehr Bedeutung gewinnen wird. Denn die Banken werden voraussichtlich ihr Geschäft mit Investitionskrediten für mittelständische Unternehmen - und erst recht für Existenzgründer - einschränken oder erheblich härtere Maßstäbe anlegen. Innovative Finanzierungsmodelle für das Leasing von Werkzeugmaschinen, von Anlagen und sonstiger technischer Grundausstattung für den Firmenstart werden deshalb im Maschinenbau zusätzliche Attraktivität gewinnen. Aber auch die Leasinggesellschaften gehen Vertragsbindungen nicht leichtfertig ein. Ein Grundsatz lautet: Wer von der Bank keinen Kredit bekommt, hat auch beim Leasing schlechte Karten.

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