Schmierstoffe Lebensdauer von Wälzlagern hängt von der Schmierstoffauswahl ab
Mehr als die Hälfte aller Wälzlagerausfälle hängt direkt oder zumindest indirekt mit dem Schmierstoff zusammen. Oftmals wird nämlich der Einfluss der Schmierung nicht berücksichtigt. Dies führt in vielen Anwendungsfällen dazu, dass die errechneten nominellen Lebensdauerwerte L10h deutlich unterschritten werden.
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Seit Jahren hat SKF ein umfangreiches Spektrum von Schmier-fetten im Sortiment. Diese sind hinsichtlich der hohen Anforderungen an Wälzlager entwickelt und in Dauerversuchen getestet.
Deshalb geben die Applikationsingenieure bei Systembetrachtungen zur Lagerauslegung eine entsprechende Empfehlung bezüglich Schmierstoffwahl sowie bei Bedarf auch für die zugehörigen Schmiergeräte und -anlagen mit ab. Die Schmierstoffwahl resultiert aus den vorliegenden Betriebsbedingungen wie Belastungen, Drehzahl, Temperatur und Umgebungseinflüssen.
Wie immens wichtig der richtige Schmierstoff ist, ergibt sich auch aus der Tatsache, dass mehr als die Hälfte aller Wälzlagerausfälle direkt oder zumindest indirekt mit dem Schmierstoff zusammenhängt (Bild 1). Leider wird oftmals der Einfluss der Schmierung etwas stiefmütterlich behandelt. Dies führt in vielen Anwendungsfällen dazu, dass die errechneten nominellen Lebensdauerwerte L10h deutlich unterschritten werden. Der eingesetzte Schmierstoff ist bei den auftretenden Betriebsbedingungen nicht in der Lage, einen elasto-hydrodynamischen Schmierfilm (Bild 2) auszubilden und die Oberflächen der Wälzlagerkomponenten sicher und vollständig voneinander zu trennen. Stattdessen kommt es zu metallischem Kontakt der Oberflächen und damit zu Verschleiß (Bild 3), der einen vorzeitigen Lagerausfall nach sich ziehen kann.
Schlechter Schmierstoff verkürzt Lebensdauer des Wälzlagers
Über das Viskositätsverhältnis æ lassen sich die Schmierbedingungen darstellen und auch rechnerisch in die Betrachtung der nominellen Lebensdauer einbeziehen. Dabei stellt man die aus den Betriebsbedingungen resultierende Grundölviskosität, die für die Trennung der Oberflächen voneinander notwendig ist, der Viskosität gegenüber, die vom gewählten Schmierstoff bereitgestellt werden kann. Wenn es die Anwendung erlaubt, kann so mittels eines geeigneten Schmierstoffes die errechnete Lebensdauer deutlich erhöht werden. Trifft man im Vorfeld eine schlechte Wahl, kann die Laufzeit aber auch auf einen Bruchteil reduziert werden.
Die Integration von Schmiersystemen der Willy Vogel AG bedeutet eine logische Erweiterung des SKF-Angebots-Portfolios, um das Funktionssystem aus hochqualitativer Lagerung, hochreinem und wälzlagergeeignetem Schmierstoff und einer geeigneten Zentralschmieranlage zu komplettieren. Durch das Zusammenführen von Kompetenzen wird sichergestellt, dass sich die drei erwähnten Bausteine zu einem funktionierenden System zusammenfügen lassen und optimal aufeinander abgestimmt sind.
SKF-After-Market-Fette erfolgreich in Zentral-Schmieranlagen getestet
Längst nicht jede beliebige Kombination aus den drei beschriebenen Komponenten ist dafür geeignet, den Schmierstoff schonend, zum richtigen Zeitpunkt, am rechten Ort und in der passenden Menge der Schmierstelle beziehungsweise dem Wälzlager zur Verfügung zu stellen. Die SKF-After-Market-Fette sind in umfangreichen Testprogrammen in Vogel-Zentralschmieranlagen geprüft worden.
Bei der Erstellung eines Angebots-paketes arbeiten die Anwendungsingenieure aus den Bereichen Lager und Schmiersysteme Hand in Hand. Mit Hilfe der Kundeninformatio-nen zur Applikation werden zunächst die benötigten Schmiermengen für die einzelnen Schmierstellen (Wälzlager, Gleitlager, Ketten, Verzahnung) ermittelt. Anschließend wird entschieden, welche Art der Zentralschmierung zum Einsatz kommen soll.
Im Portfolio sind Verbrauchsanlagen und Umlaufanlagen, die unter anderem als Einleitungs-, Zweileitungs- sowie Progressivanlagen ausgebildet sein können. Als Schmiermedien kommen sowohl Öle als auch Fette in Frage. Anschließend wird ein detaillierter Schmierplan erstellt, der den Weg von den Vorratsbehältern und den Pumpen über die diversen Verteiler bis hin zur Einsatzstelle abbildet.
Dipl.-Ing. (BA) Werner Schleyer ist Application Engineer Material Handling bei der SKF GmbH in 97419 Schweinfurt, Tel. (09721) 56-0, Fax (09721) 56-1560, werner.schleyer@skf.com
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