15. Kranfachtagung Lebenszyklen von Kranen im Fokus
Seit 1993 finden an den Universitäten in Magdeburg, Dresden und Bochum (bis 2001 in Dortmund) internationale Kranfachtagungen mit einem jeweils anderen Gesamtthema statt. In diesem Jahr war es schon die 15. Veranstaltung dieser Art und sie wurde zum zweiten Mal an der Ruhr-Universität in Bochum durchgeführt. Der Themenschwerpunkt der diesjährigen Kranfachtagung lautete „Der Lebenszyklus von Kranen: Entwicklung – Betrieb – Instandhaltung“.
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Für den Gastgeber begrüßte Prof. Dr.-Ing. Gerhard Wagner die Teilnehmer der 15. Kranfachtagung 2007 in Bochum, die Diskussion nach den Vorträgen leitete Juniorprofessor Dr.-Ing. Jan Scholten. Über das dynamische Verhalten eines polumschaltbaren Hubwerkes in einem Turmdrehkran auf Grund eigener Simulationsrechnungen und Messungen berichtete für das Liebherr-Werk Biberach Dipl.-Ing. Klaus Graner.
Zur Optimierung der Einsatzplanung von Turmdrehkranen besonders auf Großbaustellen stellte Dipl.-Ing. Thorsten Frenz eine Softwareentwicklung des Lehrstuhles Fördertechnik, Materialfluss, Logistik der TU München vor, bei der alle technischen und wirtschaftlichen Aspekte des Kraneinsatzes berücksichtigt werden können. Für die Montage von Turmzwischenstücken von Baukranen mit kontrollierter Vorspannung der Verbindungsschrauben geeignet ist ein Werkzeug, das Patrick Junkers (Hytorc-S, Krailing) vorführte und erläuterte.
Dr.-Ing. Jörg Hartleb (Thyssen-Krupp Fördertechnik) referierte über das Schwingungsverhalten von Kabelkranen und die Auswirkungen einer Notstopp-Situation auf das Tragwerk solcher Krane. Dazu passten die Ergebnisse der im Auftrag von Thyssen-Krupp durch die Uni Stuttgart durchgeführten experimentellen Schwingungsanalyse an Kabelkranen, über die Dipl.-Ing. Christian Vorwerk sprach. Nach Aussage beider Referenten sind Kabelkrane für Staudammbauten immer noch die wirtschaftlichsten Fördermittel.
Position von Lasten, Katzen und Kranen exakt bestimmen
Als Komponenten, die auch für die Nachrüstung an vorhandenen Kranen geeignet sind, stellte Gregor Leuschen elektronische Überlast- und Lastmomentbegrenzer der Hirschmann Automation and Control GmbH in Ettlingen vor; Dipl.-Ing. Dirk Brunnengräber erläuterte die Wirkungsweise der von der Symeo GmbH, München, hergestellten Messeinrichtungen zur exakten Positionsbestimmung von Lasten, Katzen und Kranen.
Über die Ursachenermittlung von Ermüdungsrissen nach nur sechsjähriger Betriebszeit im Steg unter der Katzschiene eines 400-t-Gießkranes berichtete Dipl.-Ing. Mathias Pfaff von der Leipziger IFF Engineering and Consulting GmbH. Die Schäden waren nach seinen Berechnungen durch unzulässige Anschweißungen in diesem Bereich und ungünstige Freischnitte der Querschotte und somit verschlechterte Kerbschärfe hervorgerufen worden. Dr.-Ing. Robert Schliebner (IAMT mbH, Weischlitz) sprach in seinem Vortrag über lokale Ansätze und die EN 13001 bei der Berechnung von Schweißnähten im Kranbau.
VDI-Richtlinie 2358 dokumentiert Wissenszuwachs über Drahtseile
Dr.-Ing. Yvon Ilaka Mupende vom Liebherr-Werk Biberach referierte über die Beanspruchung von Seiltrommel-Bordscheiben bei mehrlagiger Bewicklung mit Stahlseilen; Dipl.-Ing. Tim Schwarzer von der TU Clausthal hat das gleiche Bauteil bei der Verwendung hochfester Chemiefaserseile und Mischkonstruktionen (Hybride) untersucht.
Über Normen für Seiltriebe und die Kriterien für die Betriebsdauer von Drahtseilen sprach Dipl.-Ing. Gerhard Steinbach vom Verein für Technische Sicherheit und Umweltschutz e.V. (TSU) in Gotha. Ergänzend dazu stellte Prof. Dr.-Ing. Ulrich Briem (FH Regensburg) die vollständige Überarbeitung der VDI-Richtlinie 2358 „Drahtseile für Fördermittel“ vor. Darin ist nach seinen Angaben der Wissenszuwachs der letzten 20 Jahre für dieses wichtige Bauteil von Kranen enthalten und Fragen wie Lebensdauer, Dehnung, Drehverhalten und Prüfung von Drahtseilen werden behandelt.
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